Arbeitertum

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Gastbeitrag: Warum die Bundeswehr in Afghanistan kämpft

Von Max Brüm.

Im Rahmen des dem Kapitalismus systemimmanenten Krisenzyklus Krise – Krieg – Wiederaufbau war man v.a. in den 60er Jahren noch mit dem „Wiederaufbau“ beschäftigt und verwertete dort höchst erfolgreich das eingesetzte Kapital. Ein Export des Krieges, wie er heute stattfindet (ein Krieg innerhalb Europas ist momentan politisch nicht durchsetzbar), war damals nicht nötig. Einen solchen Kriegsexport hatten dagegen die USA nötig (vgl. Vietnam), da in den USA der durch die Schäden des 2.Weltkrieg nötige Wiederaufbau längst abgeschlossen war, denn die Schäden in den USA waren ja nur indirekter Natur (vor allem zerstörtes Kriegsmaterial).

Mittlerweile und nachem auch das Geschäft Wiedervereinigung bzw. der Aufbau der zerstörten Infrastruktur in der DDR weitgehend abgeschlossen ist, sind die deutschen Kapitalisten gezwungen, den Krieg zu exportieren, um wenigstens etwas Extraprofit zu machen (Logistik, Infratrukturmassnahmen in den Kriegsländern, Produktion von Kriegsgerät etc.). Deshalb ist seit ca 10 Jahren ein zunehmend aggressiver Kurs in der dt. Aussenpolitik zu erkennen, wenn es um Vorgänge ausserhalb Europas geht. Dies alles erinnert stark an die Politik des Deutschen Reiches unter Wilhelm II. und nachdem Bismarck abgetreten war. Auch damals kämpften deutsche Soldaten an allen möglichen aussereuropäischen Fronten (Stichwort Kolonialkriege in Afrika). Damals wie heute war ein „richtiger“ europäischer Krieg nicht durchsetzbar, sodass man die Wirtschaftskrise auf aussereuropäischem Boden zu „lösen“ versuchte. . Der Ausbruch des 1. Weltrkrieges löste dann zwar die wirtschaftlichen Probleme des Kapitalismus in einigen Ländern, führte aber in den unterlegenen Ländern (Russland, Deutschland) zu unerwüschten Nebenwirkungen. Auch das ist ein Grund, warum die deutsche Bourgeoisie bzw. die Bourgeoisien der westlichen „Wertegemeinschaft“ kein Interesse an einem generalisierten Konflikt in Europa haben. Das Risiko ist einfach zu gross, und ein solcher Krieg ist auch bei den Massen nur sehr schwer durchsetzbar (selbst ein „antifaschistischer“ Krieg gegen islamistische, „faschistische“ oder sonstige Bösewichte würde niemals bei der Bevölkerung auf grosse Zustimmung stossen), weshalb er in die Dritte Welt ausgelagert wird.

Das ist der Hintergrund des Geschwätzes, wonach „Deutschland am Hindukusch verteidigt werden muss.“ Und warum dort immer mehr deutsche Soldaten einen sinnlosen Tod sterben.

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