Arbeitertum

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Schwarzarbeit auf Rekordniveau

Einem Bericht der „Wirtschaftswoche“ zufolge stieg die Schwarzarbeit in der BRD im vergangenen Jahr auf ein Rekordniveau. Die so genannte Schattenwirtschaft, normalerweise ein Kennzeichen von Entwicklungs- oder Schwellenländern, stieg demnach auf 253 Milliarden Euro an.

Dem bundesdeutschen Fiskus entgingen dadurch Steuereinnahmen und Sozialabgaben in Höhe von bis zu 25 Milliarden Euro. Bis Ende 2010 wird mit einer Zunahme der Schattenökonomie auf mehr als 260 Milliarden Euro gerechnet. Die BRD-Volkswirtschaft ist bereits so marode, dass die Erträge aus der Schattenwirtschaft als konjunkturstabilisierend gewertet werden (übrigens auch ein Kennzeichen eines Drittweltstaates).

Staat, Finanzexperten und bürgerliche Presse ergehen sich bei diesem Thema nur zu oft in scheinheiligem Gejammer und ignorieren die wahren Hintergründe. Manager und Banken machen es dem Normalarbeitnehmer mit ihrer parasitären Selbstbedienungsmentalität geradezu vor, wie man Milliardenbeträge am Staat vorbeitransferiert und sich die Taschen vollstopft. Wer vor Gericht landet, kommt gerade auf dieser Ebene mit Freisprüchen oder lächerlichen Alibi-Urteilen davon (die Beispiele sind Legion), und wenn Gras über die Sache gewachsen ist, zieren die Konterfeis dieser Wirtschaftskriminellen wieder irgendwelche Aufsichtsräte und Unternehmensvorstände. Während Großkonzerne Milliardengeschenke hinterhergeworfen bekommen und faktisch kaum noch Steuern zahlen, ächzt der Mittelstand im Würgegriff der staatlichen Geldeintreiber. Und wehe, man schummelt als Otto Normalverbraucher bei vergleichsweise geringen Beträgen.

Zu berücksichtigen sind auch weitere Aspekte, und zwar Massenarbeitslosigkeit und Prekarisierung eines Fünftels der Arbeitnehmerschaft. Unabhängigen Berechnungen zufolge sind mehr als 7 Millionen Menschen auf Leistungen nach Hartz IV angewiesen, hinzu kommt das Heer der Billigjobber, Zeitarbeiter und Teilzeitbeschäftigten. Ein unerträglich hoher Teil der Bevölkerung kommt mit seinen Hungerlöhnen oder nach unten manipulierten Sozialleistungen nicht über die Runden. Und genau diese Menschen werden durch die volksfeindliche Wirtschafts- und Sozialpolitik der Bundesregierungen, seien sie nun sozial- oder christdemokratisch geführt, geradezu dazu gezwungen, ihre Not durch Ausflüge in die Schattenwirtschaft zu vermindern.

Die Wirtschafts- und Sozialpolitik des „Wirtschaftswunderlandes“ und des „Exportweltmeisters“ haben auf ganzer Linie versagt. Schwarzarbeit ist nur die Quittung für dieses Versagen. Es steht zu hoffen, dass sich diese bisher nur wirtschaftliche Quittung in vermehrtem sozialem und politischem Protest niederschlägt.

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