Arbeitertum

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50 Jahre Eichmannprozess

Vor genau 50 Jahren wurde über den deutschen Kriegsverbrecher Adolf Eichmann in Israel Recht gesprochen.
Der junge Österreicher, der trotz seines fehlenden Abschlusses im dritten Reich in schnell Karriere machte, wurde rasch zu einem hohen Tier in der Schutzstaffel. Dort soll er neben ausgemachten „Hardlinern“ wie Heinrich Himmler oder Reinhard Heydrich mitverantwortlich gewesen sein für die Lagerpolitik der Regierung Hitler. Im Gegensatz zu vielen Größen im Nationalsozialismus soll Eichmann dabei einen genauen Überblick über die Vorgänge in den Lagern nach 1941 gehabt haben. Er soll alle größeren Lager besucht und Ermordungen in Augenschein genommen haben, um die Methodik vom Schreibtisch aus rationalisieren zu können. Trotz seiner besonderen Stellung innerhalb der SS begegnete Eichmann dennoch Adolf Hitler nie persönlich. Nach dem Krieg floh der SS – Obersturmbahnführer aus Deutschland nach Südamerika. 1960 wurde Eichmann dann von zionistischen Häschern aus Argentinien entführt und nach Israel überstellt, wo ihm der Prozess gemacht wurde. Dieser endete mit dem Todesurteil. Der Prozess war der einzige in Israel gegen einen Nationalsozialisten – nicht zuletzt deshalb haftet ihm bis heute der Hauch von Sieger- und Rachejustiz an.

Doch was bewog einen Mann wie Eichmann derartige Verbrechen zu begehen? Ein ehemaliger Kamerad, SS-Sturmbannführer Wilhelm Höttl, sagt dazu folgendes: „Eichmann hatte Minderwertigkeitskomplexe. Er wollte unbedingt zeigen, ich bin kein Akademiker, aber ich kann das auch, ich werd‘ euch das beweisen. Und das verfolgte ihn sein ganzes Leben (…) Er hatte nicht einmal einen Schulabschluß, und das hat ihn furchtbar getroffen. Hinzu kamen noch bösartige Bemerkungen seiner Kameraden wegen seines ‚jüdischen Aussehens‘. Sie haben ihn Siggi Eichmann genannt, und das hat ihn mächtig gekränkt.“

Am Ende stehen hinter dieser Geschichte wie hinter vielem aus dieser Zeit viele Fragezeichen. Was hat Eichmann wirklich getan? Welche Schuld trifft ihn? Wofür ist er verantwortlich? Wieviel wusste er? Wieviel wusste das deutsche Volk? Diese Fragen werden wohl nie genau beantwortet werden können, zu viel politisches Interesse, zu viel Angst vor der Geschichte steht immer noch dahinter. Denn sonst könnte man auch fragen: Wieso wurden nur Menschen wie Eichmann und nicht auch andere Kriegsverbrecher wie der Kinder- und Frauenmörder Arthur „Bomber“ Harris verurteilt?

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