Arbeitertum

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Deutschenfeindlichkeit oder Perspektivlosigkeit?

FOCUS | […]GEW-Bundesvorstandsmitglied Norbert Hocke warnt vor allem davor, Muslime aufgrund der aktuellen Debatte unter Generalverdacht zu stellen. Auch lehnt er den Begriff Deutschfeindlichkeit ab. Die Konflikte seien nicht kulturell bedingt, die eigentliche Ursache sei die Perspektivlosigkeit der Schüler, sagte der Gewerkschafter. „Man muss sehr genau schauen, worum es sich handelt.“[…]

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Seit dem Dr. Thilo Sarrazin sein Buch „Deutschland schafft sich ab“ auf den Markt gebracht hat, scheint der neudeutsche Biedermeier sich ein kleines Stück weiter aus dem Fenster lehnen zu können und versucht sich seit ein paar Tagen an einer „gemäßigten“ und „antirassistischen“ Integrationskritik. Dies mag man immerhin als kleinen Fortschritt erachten, allerdings sollte man ebenso einsehen, daß die Kritik von bürgerlicher und erst Recht linker Seite die Probleme nur anschneidet und allerhöchstens „benennt“, nicht aber bereit ist, die Probleme auch aus der Welt zu schaffen. Die Antidiskriminierungsklausel in unserer neudeutschen Gesellschaft hat vor dem Paukenschlag des Sarrazin noch weit üblere Blüten getrieben, so galt es noch vor kurzer Zeit als absolutes Tabu, Probleme wie Ausländerkriminalität, Deutschenfeindlichkeit und Gesellschaftsunfähigkeit bei Ausländern auch nur beiläufig zu erwähnen, während die Kritik am autochthonen deutschen Volk niemals groß genug sein konnte.

 

Alles halb so wild? Norbert Hocke.
Alles halb so wild? Norbert Hocke.

Das Argumentationsmuster, welches auch der Urheber des oben stehenden Zitats, GEW-Bundesvorstandsmitglied Norbert Hocke an den Tag legt, passt nur zu gut in die Reihe von verweichlichten und halbgaren Erklärungsversuchen, die verschiedenste Visagen aus allen möglichen politischen Zusammenhängen bereits von sich gegeben haben. Die Tatsache, daß Deutsche von Nichtdeutschen in Umfeldern, in denen erstere in der Minderheit sind, pepöbelt, bedroht und angegriffen werden, wird von jenen Marken der politischen Niederträchtigkeit zu einer rein milieuabhängigen Angelegenheit verklärt, somit würde es also eine Deutschenfeindlichkeit nicht geben, sondern lediglich einen Ausdruck sozialer Unzufriedenheit.

Daß es sich dabei insbesondere um eine Rechtfertigung getreu dem Motto „Es kann nicht sein, was nicht sein darf!“ handelt, sticht ins Auge. Die Erklärung, der Hass der Migranten auf Deutsche sei rein sozialer Natur, widerlegt nämlich keineswegs den konkreten Deutschenhass, sondern begründet ihn ein Stück weit. Viel mehr ist es oftmals aber der kulturelle Grundunterschied zwischen Deutschen und Ausländern, die zu Ausgrenzung und Hass führen – eine Eigenschaft des Menschen, mit der wir uns abfinden müssen, wenn wir uns über zukünftige Gesellschaftsentwürfe Gedanken machen wollen.

Überdies mag es ja dann sogar richtig und stimmig sein, wenn gesagt wird, daß der soziale Hintergrund maßgeblich verantwortlich für Gewalt und Chauvinismus sei. Dies ändert jedoch nichts an dem Fakt, daß etwa deutsche Jugendliche, die unter gleichen Bedingungen zu leben haben, sich nicht in derartiger Weise aufführen, wie es etwa die Ausländer in Berlin-Neukölln tun. Der Hass, der von den Ausländern ausgedrückt wird, richtet sich nicht gegen sozial „Höhergestellte“, er richtet sich ganz explizit und in seiner allzu konkreten Realisierung gegen die Deutschen. Soziale Misstände können somit der entscheidende Tropfen sein, der das Fass zum überlaufen bringt, doch die Ablehnung gegenüber uns, unserer Mentalität und unserer Kultur ist in seinem Wesen immanent und durchaus auch bei sozial gesicherteren Ausländern vorhanden. Bloß, weil letztere nicht mehr auf der Straße marodieren müssen, um an Geld zu gelangen, heißt das noch lange nicht, daß die Worte jener Personen über unser Volk beim allabendlichen Türkiyemspor-Stammtisch gelinder ausfallen würden.

Falls dies nicht endlich erkannt wird, wird die Diskussion über „Integration“ und Einwanderung weiterhin ins Leere verlaufen, denn den eigentlichen Kern haben alle Diskutatanten fast bist gar nicht erkannt: Die Konflikte zwischen Deutschen und Ausländern in unserem Land sind in erster Linie ethnischer, nicht sozialer Natur.


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