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Jürgen Schwab: Kommt die D-Mark ?

Es ist immer wieder erstaunlich, wie sich Angehörige der deutschen (Funktions-) Elite äußern, wenn sie erst mal im Ruhestand sind und ihre Schäflein im Trockenen haben. Es ist eben ein Unterschied, ob Bundeswehrgenerale in Amt und Würden als NATO-Büttel handeln oder in gut dotierter Pension Bücher über den Zweiten Weltkrieg schreiben; oder ob die amtierende Bundeskanzlerin Angela Merkel etwas zur Einbindung der BRD in die WWG (Westliche Wertegemeinschaft) und zu Auslandseinsätzen der Bundeswehr sagt, oder ob sich hierzu in unseren Tagen Altbundeskanzler Helmut Schmidt äußert. Selbstverständlich war Helmut Schmidt, als er noch in Amt und Würden war, Vorkämpfer der NATO-Einbindung der BRD und der Aufstellung amerikanischer Atomwaffen-Raketen in Westdeutschland.

Neulich meinte gar der frühere Spitzenlobbyist des deutschen und amerikanischen Großkapitals Hans-Olaf Henkel, daß man in Deutschland über die Wiedereinführung der D-Mark „diskutieren“ sollte. Recht hat er!

Siehe: http://de.altermedia.info/general/hans-olaf-henkel-fur-die-wiedereinfuhrung-der-d-mark-04-06-10_46262.html#comments

Im Grunde genommen braucht man darüber nicht mehr viel zu „diskutieren“, sondern einfach die entsprechenden gesetzgeberischen Schritte einzuleiten. Aber wer im Bundestag und in der Bundesregierung wäre wirklich entschlossen, die D-Mark wieder einzuführen? Vielleicht eine winzige Minderheit in Linkspartei und auf dem rechten Flügel der Unionsparteien.

Also gibt es in Anbetracht von Henkels Worten doch die guten deutschen Kapitalisten? Die guten deutschen Manager und Großaktionäre? Jürgen Elsässer vertritt schon seit einiger Zeit die These, daß es auch innerhalb des Kapitals – sowohl in nationaler Hinsicht als auch bei Branchen – Interessengegensätze geben kann.

Siehe: http://juergenelsaesser.wordpress.com/

Wer könnte bei uns an der Wiedereinführung der D-Mark Interesse haben? Der Großteil des deutschen Volkes sicherlich, also die Arbeitnehmer, Erwerbslosen, Hausfrauen, Rentner, kleinen Selbständigen, bis hin zu mittelgroßen Betrieben, die ihre Waren und Dienstleistungen überwiegend auf dem deutschen Binnenmarkt absetzen und auf eine stabile Währung mit kaufkräftiger heimischer Kundschaft angewiesen sind. Aber bei Großbetrieben, Konzernen und großen Privatbanken, die also mehr international agieren, das heißt exportieren (bzw. solche Geschäfte finanzieren), wird sich die Sehnsucht nach der D-Mark in sehr engen Grenzen halten.

Was Henkel anbelangt, so hatte sich dieser immer schon wirtschaftsliberal („neoliberal“) geäußert. Er hatte, als er von 1995 bis 2000 Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) gewesen war, Partei für die Abschaffung der D-Mark und die Einführung des Euro ergriffen. Auch heute noch sitzt er in Aufsichtsräten mancher, vor allem deutscher Konzerne: Bayer AG (Leverkusen), Continental AG (Hannover), Daimler Luft- und Raumfahrt AG (München), SMS GmbH (Düsseldorf), Ringier AG (Zofingen/Schweiz) und Heliad Equity Partners GmbH & Co. KGaA (Frankfurt/Zürich).

Siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Olaf_Henkel

Da stellt sich die Frage, ob Henkel bezüglich der Wiedereinführung der D-Mark nur seine Privatmeinung kundtat? Denn die deutschen Konzerne, für die er tätig ist, hatten und haben allesamt ein Interesse an der Schaffung bzw. an der Beibehaltung der Euro-Zone. Schließlich nutzt die Schaffung eines einheitlichen Euro-Raums ohne interne Wechselkursschwankungen vor allem der deutschen Exportindustrie, die über 60 Prozent ihrer Ausfuhren in andere EU-Länder abwickelt. Und selbst bei einer jetzt drohenden Abwertung des Euro lohnt sich der deutsche (und andere europäische Export) aus dem Euro-Raum hinaus (nach Amerika, Asien, usw.).

Siehe: http://de.altermedia.info/general/jurgen-schwab-schweinesystem-21-05-10_45476.html

Kapitalismuskritik hat demzufolge immer am System selbst anzusetzen – also am Privateigentum an Betrieben, an der Gewinnorientierung (Profit, Zins, Bodenrente), an der Niedermacherkonkurrenz, an Machtmonopolen usw. Wir haben zudem nach den Interessen zu fragen und nicht ausschließlich nach persönlichen Sündenböcken zu suchen. Menschen handeln immer in der Weise, wie sie innerhalb des Systems handeln können und sollen. Das ist bei Hans-Olaf Henkel nicht anders. Als relativ unabhängiger Privatmann kann er sich heute schon mal im Sinne des deutschen Gemeinwohls äußern. Ob die von ihm angedachte Möglichkeit der Wiedereinführung der D-Mark von der Mehrheit der deutschen Entscheidungsträger in Politik und vor allem in der Wirtschaft übernommen wird, bleibt abzuwarten.

Der Wirtschaftsexperte der NPD, Arne Schimmer, hatte bereits darauf hingewiesen, daß in der Vergangenheit fachkundige Warner vor dem Euro vom „Mainstream“ nicht ernst genommen wurden: „Obwohl die Argumente der Euro-Kritiker immer auf der ökonomischen Ebene unabweisbar richtig waren und oftmals auch von habilitierten Volkswirten wie den Professoren Hankel, Starbatty und Nölling vorgetragen wurden, wurde in den Medien der Eindruck erweckt, es handele sich um randständige Spinner.“

Siehe: http://www.npd-wunsiedel.de/?p=2053

Wahrscheinlicher als der Fall, daß die Vernunft sofort einkehrt, ist wohl eher, daß die deutschen (Funktions-) Eliten in Politik und Wirtschaft die sich abzeichnende Inflationskatastrophe erst mal auf sich zukommen lassen, um am Ende doch noch auf den Zug „Wiedereinführung der D-Mark“ aufzuspringen, um einen drohenden Volksaufstand abzuwehren. Denn wenn die deutschen Kleinbürger erst mal um ihre Ersparnisse gebracht werden, ist mit ihnen nicht mehr zu spaßen.

Jürgen Schwab

Bücher von Jürgen Schwab:

Angriff der neuen Linken – Herausforderung für die nationale Rechte. Hohenrain Verlag, Tübingen 2009, 19,80 Euro.

Die „Westliche Wertegemeinschaft“, Abrechnung, Alternativen. Hohenrain Verlag, Tübingen 2007, 19,50 Euro.

Volksstaat statt Weltherrschaft. Das Volk – Maß aller Dinge. Hohenrain Verlag, Tübingen 2002, 9,80 Euro.

Siehe auch:

http://sachedesvolkes.wordpress.com/

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Eine Antwort zu “Jürgen Schwab: Kommt die D-Mark ?

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