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Bei anderen gelesen: Wahl in NRW: Vernichtendes Votum für Volksparteien und Demokratie

Nachdem wir bereits – zugegeben, etwas lustlos – ein kleines Sterbenswörtchen zur NRD-Landtagswahl 2010 verloren haben, möchten wir den zuvor von uns präsentierten starren Standpunkt verlassen und anfangen, berechtigte Fragen stellen. Die Frage, die den allermeisten, die sich so einiges mal den Kopf über unsere „Demokratie“ zerbrechen mussten, vermutlich auf den Nägeln brennen dürfte, lautet wohl gemeinhin: Steht die Verteilung der Sitze im Landtag – also die Verteilung der realpolitischen Macht – in direkter Verbindung mit dem Volkswillen? Ist ersteres vom zweiterem abhängig?

Im Vorfeld bereits kann man pauschalisieren: Nicht absolut. Wahlbeteiligungen von 100 Prozent sind natürlich reine Utopie, auf der anderen Seite jedoch ist eine Wahlbeteiligung von knapp 60 Prozent – gerade zu heutigen Zeiten – erbärmlich wenig. Fast die Hälfte der Bevölkerung von NRW hat somit mit dem Staatsmodell „Parlamentarische Demokratie “ entweder noch nie etwas zu tun haben wollen, oder schlichtweg abgeschlossen. Letzterer Fall wird sich vermutlich in den nächsten Jahren – mehr oder weniger – weiterhin stärker bemerkbar machen.

Neben dieser offensichtlichen demokratischen Pleite gibt es allerdings noch statistische Manipulationen, die dem Wähler eine Relation vorgaukeln, die es so gar nicht gibt. Anbei ein passender Artikel von Torben Grombery zum Thema, gefunden beim Kopp-Verlag.

Wahl in NRW: Vernichtendes Votum für Volksparteien und Demokratie

Die Bürger in Nordrhein-Westfalen haben gewählt. Die Politiker reden uns das Ergebnis »wie gewohnt« schön. Nahezu alle deutschen »Qualitätsmedien« machen dabei fleißig mit. Lesen Sie bei uns über die realen Hintergründe der Zahlen, Daten und Fakten sowie das verheerende Ergebnis für die »Volksparteien« und die »Demokratie« in Deutschland.

Laut dem vorläufigen amtlichen Ergebnis der Landeswahlleiterin in NRW haben die »großen Volksparteien« CDU 34,6 Prozent und SPD 34,5 Prozent der Stimmen erreicht – bei einer Wahlbeteiligung von 59,3 Prozent.

Der sogenannte »Kuchen«, die »Einhundertprozent«, wird unter allen Parteien aufgeteilt, welche den erforderlichen Stimmenanteil der als »Fünf-Prozent-Hürde« bekannten »Sperrklausel« erreicht haben. Im Klartext bedeutet dies, dass dafür alle abgegebenen, gültigen Stimmen für die Parteien jenseits der »Sperrklausel« herangezogen werden. Betrachtet man dieses Ergebnis in absoluten Zahlen, wird erst deutlich, wie katastrophal es um unsere »Volksparteien« und die »Demokratie« in der Bundesrepublik tatsächlich bestellt ist.

Von den 13.270.933 Wahlberechtigten in NRW werden für die »Einhundertprozent« letztendlich nur 7.255.325 Stimmen herangezogen – also einem Stimmenanteil von  54,67 (!) Prozent. Die künftig im Landtag von NRW vertretenden Parteien sind also von gut jedem zweiten Wahlberechtigten demokratisch legitimiert.

Bei den viel zitierten »Volksparteien« fällt die Berechnung in absoluten Zahlen anhand der Wahlberechtigten noch wesentlich gravierender aus. So kann die »stärkste Kraft« CDU 2.681.736 Stimmen auf sich vereinigen – also einen Stimmenanteil von 20,21 Prozent. Die »zweitstärkste Kraft« SPD erzielt 2.675.536 der Stimmen und somit einen Stimmenanteil von 20,16 Prozent. Von »großen Volksparteien« dürften die »Qualitätsmedien« anhand dieser Zahlen längst nicht mehr sprechen.

Die in den »Qualitätsmedien« als Wahlsieger gefeierten Grünen erhalten nach diesem Berechnungsschema noch 7,08 Prozent der Stimmen, die FDP 3,94 Prozent und die Linken einen Stimmenanteil von 3,28 Prozent aller Wahlberechtigten.

Die CDU hat im Vergleich zur letzten Landtagswahl in NRW im Jahre 2005 in absoluten Zahlen 1.014.770 Stimmen verloren, die SPD muss einen Stimmenverlust in Höhe von 383.452 Stimmen verbuchen.

Von den 7.872.862 abgegebenen Stimmen haben dann insgesamt noch 113.537 Wahlberechtigte »ungültig« gewählt – also rund 1,4 Prozent der Wähler haben ihr »Kreuzchen« nicht »regelkonform« in den vorgesehenen »Kreisen« für die auf dem Wahlschein befindlichen Parteien gemacht.

Dieser Artikel soll ausdrücklich nicht unsere demokratische Staatsform in Frage stellen, da dem Autor auch kein charismatischer, charakterlich geeigneter sowie sittlich und moralisch gefestigter »Diktator« bekannt wäre. Vielleicht messen Sie die um sie herum befindlichen Medien einfach mal an der Qualität ihrer Berichterstattung zu dieser Wahl …

Quelle

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