Arbeitertum

Für eine klassenlose Gesellschaft | Gegen die imperiale Weltordnung | Für Volkstümlichkeit und Tradition

Über den Begriff des Kleinbürgers

Rudolf Rocker gilt vollauf zu Recht als einer der bedeutendsten deutschen Theoretiker des Anarcho-Syndikalismus. Auch heute noch wird um ihn in den entsprechenden Kreisen ein regelrechter Personenkult betrieben. Weniger bekannt ist, dass Rocker im Gegensatz zur Mehrzahl seiner heutigen Epigonen den Begriff „Volk“ nicht von vornherein verteufelte. Im „Nationalen Einheitsphantom“ („Der Syndikalist“ Nr. 24/1919) schrieb er beispielsweise: „Ein Volk ist das natürliche Ergebnis gesellschaftlicher Organisation, ein Sich-Zusammen-Finden von Menschen, die durch die Verwandtschaftlichkeit der Abstammung, durch allgemeine Formen und Eigentümlichkeiten ihrer Kultur und die Gemeinschaftlichkeit der Sprache, Sitten, Traditionen usw. innerlich vorhanden sind. Dieser gemeinsame Zug lebt und wirkt in jedem einzelnen Gliede des Volksverbandes und bildet einen wichtigen Teil seiner individuellen und kollektiven Existenz. Er kann ebenso wenig künstlich gezüchtet als gewaltsam zerstört werden, es sei denn, dass man alle Glieder eines Volkes ausrotte. Ein Volk kann einer Fremdherrschaft unterworfen und in seiner natürlichen Entwicklung künstlich beeinträchtigt werden, nie aber gelingt es, seine psychologischen und kulturellen Eigentümlichkeiten und Veranlagungen zu ersticken. Im Gegenteil, gerade unter fremdem Joche treten dieselben umso deutlicher hervor und bilden vorzugsweise ein Schutzmittel für die Existenz des Volksganzen.“

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Frohes Fest? Nicht für alle.

Während die Republik wie alle Jahre wieder im Konsumwahn versinkt, möchten wir daran erinnern, dass es beileibe nicht allen Menschen gut geht: Fast jedes sechste Kind unter 15 Jahren lebt nach einem Bericht der „Saarbrücker Zeitung“ in einer Hartz-IV-Bedarfsgemeinschaft. Das Blatt berief sich dabei auf aktuelle Daten der Bundesagentur für Arbeit. Demnach wachsen rund 1,74 Millionen Kinder in Deutschland in ärmlichen Verhältnissen auf. Das entspricht einer Quote von 15,8 Prozent. In den neuen Ländern sind es sogar 27,1 Prozent, in den alten Ländern nur 13,4 Prozent. Besonders dramatisch ist die Lage im Land Berlin. Dort lebt mehr als jedes dritte Kind in einem Hartz-IV-Haushalt. Die Quote beträgt 36,2 Prozent. Über dem bundesweiten Schnitt liegen neben allen ostdeutschen Bundesländern auch Bremen (30,7 Prozent) Hamburg (23,1), Nordrhein-Westfalen (17,7) und das Saarland (16,3).

Die Zahl der erfrorenen Obdachlosen hat übrigens im vergangenen Jahr den höchsten Stand seit 15 Jahren erreicht.

Gegenblende: Das „Modell Deutschland“ geht gestärkt aus der Krise: Grund zum Feiern?

Auf „Gegenblende“, einer für DGB-Verhältnisse erstaunlich kritischen Internetseite, befasst sich Professor Dr. Christoph Scherrer, seit 2000 Inhaber des Lehrstuhls für „Globalisierung und Politik“ an der Uni Kassel, mit der Situation Deutschlands während der globalen Finanzkrise und der aktuellen Euro-Krise. Das „Modell Deutschland“ ging gestärkt aus den wirtschaftlichen Schockwellen hervor. Seine Grundlage ist die enge Kooperation zwischen Kapital, Gewerkschaften und Staat zugunsten der Exportwirtschaft. Doch gerade dieser Erfolg geht nicht nur zu Lasten der deutschen Arbeitnehmerschaft und des deutschen Sozialstaats, sondern verschärft ebenso infolge wirtschaftlicher Ungleichgewichte die Lage vieler EU-Mitgliedsstaaten.

GEGENBLENDE | Das „Modell Deutschland“ geht gestärkt aus der Krise: Grund zum Feiern?

von: Prof. Dr. Christoph Scherre

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HRE – ein Lehrstück in Sachen Kapitalismus

Bundeskanzlerin Merkel und die bürgerliche Systempresse schwafelten im Zusammenhang mit der beschämenden Lachnummer um die Hartz IV-Neuberechnung, man müsse „den Gürtel enger schnallen“ und „Wir haben über unsere Verhältnisse gelebt“. Da stellt sich die Frage, WER hier über seine Verhältnisse gelebt hat. Während für das Millionenheer der Arbeitslosen, Sozialrentner und Aufstocker kein Geld vorhanden ist, wirft man selbiges in dreistelligen Milliardenbeträgen dem Großkapital in den Rachen. So auch der HRE.

Bekanntlich geriet der mittlerweile berüchtigte Münchener Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate im Zusammenhang mit der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise ernstlich ins Trudeln und musste verstaatlicht werden, um einen Flächenbrand im deutschen Bankensystem zu verhindern. Seitdem entwickelte sich die HRE zum Fass ohne Boden, das mittlerweile 142 Milliarden Euro an Steuergeldern bzw. Staatsgarantien verschlungen hat. Das Bundesministerium der Finanzen rechnet damit, dass man die überlebensfähigen Teile dieses Klotzes am Bein des Steuerzahlers frühestens in vier bis fünf Jahren wieder an den Mann bringen kann.

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Sozialreaktionäre Hartz IV-Farce

Die Bundesregierung bequemte sich auf den letzten Drücker, die auf ein Urteil des Bundesverfassungsgerichtes zurückzuführende „Neuberechnung“ des Hartz IV-Regelsatzes auf die Reise zu bringen. Wurde noch vor kurzer Zeit über eine relativ deutliche Erhöhung der Leistungen spekuliert, so ließ Bundesarbeitsministerin von der Leyen (CDU) nunmehr die Katze aus dem Sack: Für das Millionenheer der Sozialrentner, Langzeitarbeitslosen und mit Staatsgeldern „aufgestockten“ Billigjobber gibt es sage und schreibe 5 (in Worten: Fünf) Euro mehr im Monat. Die Minister und Beamten der sozialreaktionären Merkel-Regierung rechneten so lange herum, bis die Neuberechnung zu einer offenen Farce geriet.

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