Arbeitertum

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Was ist übrig von der arabischen Revolution?

Offensichtlich nicht mehr allzu viel. Jedenfalls wird es in den Westmedien immer ruhiger um die Gesamtsituation im arabischen Raum, als seien die Kämpfe bereits beendet und die Menschen nach Hause gegangen. Man hört nur noch von Libyen, dort, wo die fadenscheinige Revolte gegen den amtierenden Machthaber und neuem Böseweicht Muhammar Al-Gadafi zunächst scheiterte, nun aber durch die direkte militärische und politische Einmischung vieler relevanter Weststaaten erneut angefeuert wird. So hört man von dort unterschiedlichste Meldungen – ob Rebellen oder Loyalisten die Überhand gewinnen, ob der Westen miliärische Erfolge oder gar Verluste zu vermelden hat, all dies ist im Moment absolut unklar. Es wird noch eine Zeit dauern, bis sich der „Nebel des Krieges“ gelöst hat. Erst dann kann man sich ein klares Bild über die Lage Liybens machen.

Doch auch die Klarheit bezüglich der anderen arabischen Nationen lässt zu wünschen übrig. Hier und dort hört und liest man Meldungen, die meisten davon reißerischer Art: Es geht um den Islam, um Menschenrechte, um Israel, um den Westen – und es wird spekuliert. Viele sind der Ansicht – und auch wir schließen uns dem an -, daß die Revolten in Arabien nicht für „Demokratie und Freiheit“ vom Zaune gebrochen wurden. Auslöser der Ausschreitungen war kein westlicher Prediger, der den Menschen die Idee der liberalen Demokratie brachte, sondern der demonstrative Selbstmord eines hungerleidenden syrischen Kleinhändlers, dem von Staatswegen untersagt wurde, seinen Lebensunterhalt zu bestreiten.

Kann es sein, daß die Medien – auch Al Jazeera hält sich seltsamerweise bedeckt, wobei hier angemerkt sei, daß jener Sender stets eine Anti-Gadaffi-Position einnahm – sich so kleinlaut geben, weil der anfängliche Freudentaumel sich nun der bitterernsten Realität stellen muss? Wir sollten nicht vergessen, daß die abgesetzten Diktatoren allesamt eingesetzte westliche Marionetten, gesteuert in Washington, waren, die sich nun aufgrund ihrer antivölkischen Politik und verräterischen Prioritätensetzung verabschieden mussten. Das haben die Westmächte so vermutlich nicht vorausgeahnt.

Darüber hinaus gibt es in diesen Staaten, obschon die Dikatoren auf Geheiß ihrer Herren den Islam systemtatisch klein und politisch unbedeutsam hielten, nach wie vor ein ausgeprägtes islamisches Leben, das sich auch in der Politik breitschlägt. So sieht im Augenblick auch alles danach aus, als würde die Muslimbruderschaft in Ägypten das politische Ruder an sich reißen. Erst kürzlich gab es Demonstrationen vor der israelischen Botschaft in Kairo, die antizionistische Positionen zum Besten gab.

Es ist davon auszugehen, daß die Westmächte selbst nicht so genau wissen, was in Arabien derweil eigentlich passiert. Somit wartet man ab – und solange die Meldungen, die man theoretisch bringen könnte, um uns objektiv zu informieren, absolut nicht in das propagandistische Schema der „demokratischen und freiheitlichen Revolutionen“ passt, hält man sie zurück. Das wird der Grund sein, warum es so dunkel um die Geschichte ist.

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