Arbeitertum

Für eine klassenlose Gesellschaft | Gegen die imperiale Weltordnung | Für Volkstümlichkeit und Tradition

Die Kunst, nichts zu kapieren

Selbstbild des Feminismus: Der Kampf wird auch auf Schlachtfeldern geführt, auf dem beide Seiten die Verlierer sind.

„Damit endlich mehr Frauen in den deutschen Führungsetagen zu finden sind, benötigen wir eine gesetzlich verbindlich Regelung, deren Nichteinhaltung sanktioniert werden kann. 40 Prozent aller Führungskräfte sollten weiblich sein“, fordert der AWO Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler anlässlich des morgigen „Frauengipfels“ von Ministerin Schröder. Die Vergangenheit habe gezeigt, dass freiwillige Selbstverpflichtungen nichts bringen. „Nur eine gesetzliche Quote bringt die Unternehmen dazu, sich verstärkt um Frauen in Führungspositionen zu bemühen.“

Quelle

Eigentlich ist hier jeder Kommentar überflüssig, zeigen Forderungen wie diese doch nur, wie verquert die Sichtweise vieler Zeitgenossen heutzutage ist, wenn es um Sozialkritik geht. Man weiß gar nicht mehr, wo man anfangen soll, um diesem ganzen hanebüchenen Mist seine Substanz zu entziehen. Wie lange wird es wohl dauern, bis gewisse Damen und Herren verstehen, daß dieses ganze Herumgetue um die weibliche Emanzipation im Berufswesen wenn überhaupt nur dem Kapitalismus selbst nützt, der durch die Einreißung traditioneller Barrikaden neues Arbeitspotential zur Verfügung gestellt bekommt?

Und wie lange braucht es wohl, bis begriffen wird, daß der Kapitalismus selbst nicht sexistisch ist, als abstraktes System mit Mammon als einzigem Heiligen wäre dies auch äußerst seltsam. Viel mehr resultiert sogenannte „Ungerechtigkeit“ gegenüber Frauen wirtschaftlichen Kalkülen, die Frauen aufgrund einer jederzeit möglichen Schwangerschaft stets als potentiellen Ausfallfaktor betrachten. Sie sind rein rechnerisch als reine Arbeitskraft ganz einfach weniger wert als Männer in der gleichen Position. Die Behauptung, halb-intelligente Macho-Affen würden Frauen jeglichen Weg in die höheren Posten versperren, einfach weil diese Frauen seien, ist nicht haltbar und seit jeher nur eine leere Phrase gewesen, die in die gleiche Richtung geht, wie die Schwarzerschen Schaudergeschichten vom stets saufenden Heimdiktatoren, der nichts besseres zu tun hat, als seine Frau mit seinem Gürtel zu verprügeln. Die wahren Gründe dafür, warum Frauen – und zunehmend auch Männer – im Beruf Probleme haben, werden nicht beleuchtet. Der Grund wird nicht in einer völlig wahnwitzigen Produktionsweise gesucht, er wird (mal wieder) beim deutschen Mann pseudohaft ausgemacht und mit noch pseudohafteren Ansätzen gelöst.

Die Geschlechterfrage ist mittlerweile zu einer rein niveaulosen Politfolklore verkommen. Quoten und dergleichen mehr sind immer nur Werkzeuge von einzelnen Gehirnen, die ihr Weltbild in der Realität verwirklicht haben möchten, völlig gleichgültig, ob es der Natur entspricht, oder nicht. Wenn es im Laufe der Menschheitsgeschichte stets einen Typus gegeben hat, dann den Schwärmer, der vom „neuen Menschen“ geträumt hat.

Anstatt ein Umfeld zu schaffen, in dem der Mensch sich gemäß seiner Natur und Gesinnung frei entfalten kann, presst man die Menschen in Formen, um sich darauf hin einbilden zu können, man habe die Welt wieder ein Stück weit besser gemacht. In Männerkreisen wird diese feministische Politik selbstverständlich auf Ablehnung stoßen – die gesetztliche Festlegung von Führungspostionen für bestimmte Personen aufgrund ihres Geschlechts ist an despotischem Gehabe kaum noch zu übertrumpfen. Darüber hinaus führt ein solches Gesetz den Leistungsgrundsatz der Natur ad absurdum, eine paradoxe Angelegenheit, die uns nun zeigen wird, ob die explosive Mischung aus kapitalistischem Maximalverwertungszwang und frohnatürlicher und kunterbunter Feministenpolitik stabil bleibt. Wir wagen es zu bezweifeln. Denn mit der Praktizierung einer solchen Politik schafft man derartig gekünstelte Umfelder, daß diese kaum in der Lage sein werden, effektiv zu arbeiten. Der Kapitalismus vermag sich seine Führungsfiguren stets mit bedacht erwählen – die Geschichte vieler großer Konzerne beweist das. Ob also jene Karrieristinnen, die der Feminismus in Ausbeuterpositionen hiefen möchte, auch die allseits Erwünschten wären, bleibt die Frage.

Als großer Profiteur tritt der Kapitalismus dann auf den Plan, wenn er vermehrt auch Frauen für einfache, unangenehme oder härtere Arbeiten heranziehen kann. Alice Schwarzer hat neue Kriegerinnen an die Arbeitsfront geschickt, die der Kapitalismus derweil mit Kusshand aufnimmt. Die industrielle Reservearmee „emanzipiert“ sich immer größer und größer. Daß nun noch nachgetreten wird, indem man den gebeutelten Frauen einfach ein Stück vom Kuchen vorquotiert, um sie in der Illusion zu belassen, sie hätten reelle Chancen, mit eigener Leistung aufzusteigen, ist einmal mehr herrlichster Genuss unserer alltäglichen Portion BRD-Heuchelei.


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