Arbeitertum

Für eine klassenlose Gesellschaft | Gegen die imperiale Weltordnung | Für Volkstümlichkeit und Tradition

Das Ende der Normalität

Der Kapitalismus kann nicht weiter verbergen, daß die von ihm kreierte Gesellschaft eben nicht der selbstverständliche Normalzustand menschlichen Daseins ist, sondern, im Gegenteil, ein höchst spezieller Zustand, der den Facettenreichtum des Lebens auf einige wenige Minimalpunkte beschränkt: Arbeit und Konsum.

Damit sich der arbeitende Konsument oder konsumierende Arbeiter auch genügend wohlfühlt, bringt der Kapitalismus selbst in der Regel schleierhafte Bedürfnisse hervor, die dann dem Konsumenten aufgeschwatzt werden. Der Staat unterstützt diese Entwicklung wo er nur kann. Das Prinzip „Brot und Spiele“ baut zum einen auf Vergnügen, zum anderen aber auch auf Beständigkeit und Sicherheit auf. Welcher Mensch würde schon daran denken, sich in einer Gesellschaft dem Vergnügungsrausch hinzugeben, wenn er im nächsten Augenblick schon tot sein könnte?

Daher geht eine Gesellschaft, was das angeht, mehrere Stufen durch: Einmal die große Blütezeit, in der der Staat sich dem „Phoenix“-Effekt zunutze macht und sich als Wiedergeburt der reinen Vernunft stilisiert, d.h. nur wenig Mittel benötigt, das Volk zu belügen; dann die Zeit des Niedergangs, die jeder Staat verdammt ist, irgendwann durchzugehen. Der Kapitalismus ist gegenüber anderen politischen Systemen vermutlich noch schneller an der Reihe. Denn seine angebliche Stärke – die Eigendynamik – wird ihm schnell zum Verhängnis, denn dieses unkontrollierte Überproduzieren unter gleichzeitiger vampirischer Ausweidung der Arbeitskräfte zwingt die Wachstumsspirale in immer entferntere Höhen. Die letzte Stufe ist dann erreicht, wenn der Staat seinen wichtigsten Befürworter verloren hat: das Volk.

Augenblicklich befinden wir uns auf Stufe 2. Wir können noch nicht von Untergang o.ä. reden, dafür ist der Kapitalismus insgesamt – obwohl global – nach wie vor zu stabil. Es wird aber von Jahr zu Jahr deutlicher, wie insbesondere die mediale Propaganda mittlerweile Töne anschlägt, die, reich genährt mit despotischem Moralismus, direkt auf die Meinungsbildung des Konsumenten einwirken soll. Daß es sich bei den herrschenden Schichten um eine zusammenarbeitende Kaste handelt, ist eine Tatsache. Tatsache ist demgegenüber auch, daß diese Kaste immer mehr Lügen und Verdrehungen bringen muss, um die Illusion der demokratischen Gesellschaft aufrecht zu erhalten.

Nun beginnt dieser Zustand langsam aufzubröckeln. Wenn bereits gesagt, benötigen „Brot und Spiele“ nicht nur den Drang nach Vergnügen, sondern auch Sicherheit. Diese sehen wir in letzter Zeit zunehmend erschüttert. Doch nicht jene Gefahr, die die westlichen Mächte gern gesehen hätten – den Terror -, ist schuld daran, sondern Mutter Natur höchst selbst. Erdbeben und Tsunami machten das wirtschaftsstarke, hochtechnisierte Japan von einem Tag zum anderen quasi handlungsunfähig. Ein drohender Gau des Kraftwerkes Fukushima und eine wohl bereits eingetretene Kernschmelze versetzen selbst das stoische Volk der Japaner so langsam in Unruhe.

Unterfüttert ist diese Katastrophe außerdem mit einem revolutionären Arabien, einer globalen Wirtschaftskrise und den ganzen zahlreichen weiteren eigentlich künstlichen Ängsten, die die Regierung im Voraus für ihre hinterlistigen Sicherheitsprogramme ins Volk streute. Der eigentlich so arrogante und selbstgefällige westliche Bürger sieht – wenn auch nur televisual – dem industriellen Tod ins Auge. Denn auch Deutschland besitzt Atom-Meiler – und nicht umsonst versuchen die Herrscher nun, jene so schnell und früh wie möglich loszuwerden. Inwieweit das der Stromlobby in den Kram passt, kann jetzt natürlich noch nicht genau gesagt werden, allerdings kann von „leichten Differenzen“ ausgegangen werden. Und das, nachdem die Laufzeit der Meiler erst letztens von der Administration Merkel bei Kaffee, Kuchen und guter Laune in einer Berliner Großkanzlei verlängert wurde. Da herrscht sicher Klärungsbedarf.

Die Normalität hat ein Ende. Sicherheit und Ordnung sind keine gottgegebenen Tatsachen, waren es nie und werden es niemals sein. Auch dieser Staat ist nicht von Gottes Hand geformt und nicht perfekt, auch nicht in seinem Grundgedanken, so verbissen dies auch immer wieder behauptet werden mag. Personen, die sich einen Dreck um ihre Mitmenschen scheren gefällt dieses System auch dann noch, wenn alles um uns herum in die Brüche geht. Die Landsleute jedoch, die, geblendet von den Lügen dieses Staats, tatsächlich glauben, sie stünden für das Richtige und Menschliche ein, werden in Anbetracht der Vorkommnisse in Japan zum Nachdenken angeregt werden müssen.

Und damit es sich am Ende alle hinter die Ohren schreiben: Sicher ist nur der Tod. Das eigene Leben bleibt immer nur das, was man selbst daraus macht. Wer das anders sieht, sollte sich ernsthafte Gedanken machen.

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