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Fukushima – Gesellschaft und Medien im Blickpunkt der Atomkatastrophe

Fukushima – ein Wort, das bewegt. Doch wie kann eine vernünftige Betrachtung der Ereignisse in Japan erfolgen? Wie kann ein aufgeklärter Bürger über die Angelegenheit denken?
Selten war sich die Zivilgesellschaft bei etwas so einig, wie beim Thema Atomkraft. Von der Kindergärtnerin bis zum Theaterintendanten – die komplette bürgerliche Zivilgesellschaft plädiert für die Abschaffung der Kernkraft, am besten sofort und ohne Kompromiss. Dass diese Betrachtung völlig an der Realität vorbeigeht, ist den gutmenschlichen Phantasten natürlich egal. Wen interessiert es schon, dass wir auf die Kernkraft angewiesen sind, dass sie (noch) ein elementarer Bestandteil unserer Energieversorgung ist.

Natürlich kann und sollte dies geändert werden, jedoch kann und wird dies nur längerfristig geschehen, alles andere ist unrealistischer Populismus. Wie damit indess politisches Kleingeld gemacht werden kann, beweist übrigens die gute Frau Merkel. Auch wenn jetzt der Ausstieg aus dem Atomausstiegsausstieg verkündet wird, spätestens in ein paar Monaten werden die Kollegen von der Atomlobby dafür sorgen, dass ihre Meiler wieder ans Netz gehen.
Einen weiteren Beweis, den die bedauerliche Krise in Japan offengelegt hat, ist jener für die Widerlichkeit der Medienwelt: Der Hype, der rund um den kolportierten Super-GAU gemacht wurde, ist nichts anderes als pure Sensationsgeilheit. Stundenlang konnte man die Naturkatastrophe in all ihren Facetten auf den Fernsehkanälen rund um den Globus betrachten: den Schock des Erdbebens, die Wucht des Tsunamis, die Angst vor der Radioaktivität – alles flimmerte live und in Farbe über die Bildschirmen rund um die Welt.

Besonders auf die schlimmsten Szenen menschlichen Leides wurde mit der Kamera draufgehalten – ein hoch auf die Quote! Für jene, die mit den horriblen Bildern nicht genug hatten, ließen die Nachrichtenkanäle noch angebliche Spezialisten auftreten, die sich über Strahlenkrankheit, radioaktiven Niederschlag und Tschernobyl ausließen. Mit der Angst läßt sich halt am besten Geld machen, dass es dabei um echte Menschen mit einem echten Leben handelt, scheint jeder vergessen zu haben. Am Ende braucht unsere Betroffenheitsgesellschaft nichts weiter als eine Katastrophe um sich aufzugeilen und alles andere scheint vergessen.

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