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Japan – Das Erdbeben und die Börse

Die globalisierte Wirtschaft durchdringt heutzutage alle Bereiche. Jüngst wurde diese bei dem Erdbeben in Japan ersichtlich. Noch sind nicht einmal alle Folgen des schweren Erbebens bekannt, noch kennt keiner das wahre Ausmaß der sich anbahnenden menschlichen Tragödie, da gehen die Spekulationen der Hochfinanz, schon los. Kaum einige Minuten nach dem tragischen Edbeben, als noch keiner die Folgen ermessen konnte, wurde als Reaktion auf den Märkten inner- und außerhalb Japans fleißig gekauft und verkauft. Man will ja Geld verdienen.

Das starke Erdbeben in Japan hat sofort nach Ausbruch die Kurse an der Tokioter Aktienbörse ins Minus gedrückt. Das Beben im Nordosten des Landes ließ rund eine Viertelstunde vor Handelsschluss auch in Tokio die Häuser wanken. Der Betrieb an der Börse lief zwar weiter, aber die Anleger wollten wegen des Bebens ihr Risiko reduzieren: Als sicher geltende Staatsanleihen verbuchten einen Kurssprung. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index beendete den Handel mit einem Abschlag von 1,7 Prozent auf einem Fünf-Monats-Tief von 10.254 Punkten. In Singapur gehandelte Futures auf den Nikkei fielen allerdings nach dem Handelsschluss in Tokio unter 10.000 Punkte. Der breiter gefasste Topix-Index gab ebenfalls 1,7 Prozent auf 915 Stellen nach. Menschenleben scheinen da egal, wenn die Anleger ihr Geld ins Trockene bringen wollen.

Dass manchen Anlegern die Katastrophe dennoch egal ist, zeigt der Kurs des Yen. Er geriet zunächst unter Druck, konnte sich aber im weiteren Handelsverlauf gegenüber Dollar und Euro erholen. „Der nur kurzzeitige Rückgang des japanischen Yen zeigt, dass die Märkte die wirtschaftlichen Folgen nicht so skeptisch beurteilen“, sagte Wolfgang Leim, Japan-Experte der Commerzbank.
Grundsätzlich liefern beide Extrema, der Verlust des Nikkei und die Stabilität des Yen ein klares Bild mammonisischer Finanzpolitik: Egal was in der Welt auch passiert, egal welche menschlichen Tragödien sich ereignen, einer kommt auf jeden Fall damit zurecht: Der Kapitalist. Und nicht wenige von ihnen profitieren von solchen Krisen…

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Eine Antwort zu “Japan – Das Erdbeben und die Börse

  1. Vanessa März 14, 2011 um 12:22 pm

    Das tragische ist echt, dass man hiermit aus der Notlage anderer Geld machen kann. JEder durch diese Gewinne gekaufter Porsche sollte mit einem klar sichtbaren Neoaufkleber versehen werden: Ich bin aus Tragödien finanziert!
    VG Vanessa

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