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Wirtschaftsfaktor Krieg – Die Milliardengeschäfte mit dem Tod

Der Kapitalismus vermag seinen Wachstum oft nur dann zu erreichen, indem er destruktive Energie entfallet. Der Krieg ist damit ein wichtiger Wirtschaftszweig der imperialistisch-westlichen Industriestaaten. In der Waffen- und Rüstungsindustrie werden Milliardenbeträge erwirtschaftet. Panzer, Kampfbomber und U-Boote haben besonders in letzter Zeit Hochkonjunktur: Die internationalen Rüstungskonzerne steigern ihre Umsätze auf ein neues Rekordniveau. Das Stockholm International Peace Research Institute (Sipri) hat jüngst eine Liste der zehntgrößte Rüstungsproduzent der ganzen Welt erstellt.

Auf Platz 10: der amerikanische Technologiekonzern „United Technologies“. Der Konzern kam 2009 bei einem Umsatz von 52,9 Milliarden US-Dollar (38,7 Milliarden Euro) auf einen Gewinn von 3,8 Milliarden US-Dollar (2,8 Milliarden Euro).

Die Nummer 9: Der US-Konzern L-3 Communications. Das Unternehmen entstand 1997 aus einem Zusammenschluss von 10 Geschäftseinheiten der Lockheed Corporation. Der Name geht zurück auf die Namen der Gründer Frank Lanza, Robert LaPenta und Lehman Brothers. L-3 bietet Produkte und Dienstleistungen für die militärische Aufklärung sowie Telemetrie- und Navigationsgeräte für Raumfahrt und Flugwesen an. Der Konzern setzte 2009 mit 64.000 Mitarbeitern 15,6 Milliarden Dollar (11,4 Milliarden Euro) um. L-3 stellt auch die umstrittenen Körperscanner her und steht im Verdacht, Projektile und Zünder für international geächtete Streubomben herzustellen.

Nummer 8 kommt aus Europa: Der ehemalige italienische Staatsholding Finmeccanica entstand in den neunziger Jahren durch die Eingliederung nahezu aller italienischen Rüstungs-, Luft- und Raumfahrtunternehmen. Die zweitgrößte Industriegruppe Italiens beschäftigt heute 73.000 Mitarbeiter, davon circa 43.000 im Mutterland des Konzerns. Finmeccanica setzte 2009 mit 73.000 Mitarbeitern 18,2 Milliarden Euro um. Neben der reinen Rüstung (Panzer, Torpedos, Lenkflugkörper) ist der Konzern auch in den Bereichen Luft- und Raumfahrt, Informationstechnik sowie Maschinenbau aktiv.

Der Platz 7 wird ebenfalls europäisch besetzt: Der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern EADS erzielt seine größten Umsätze in der zivilen Luftfahrt, doch auch die Rüstungsproduktion ist beträchtlich. Zu den militärischen Flugmaschinen zählen etwa die Hubschrauber der Konzerntochter Eurocopter, das Tankflugzeug A330 MRTT oder der Militärtransporter Airbus A400M EADS setzte 2009 mit 119.000 Mitarbeitern 42,8 Milliarden Euro um.

Auf Rang 6 findet sich wieder ein US Konzern: der US-Rüstungs- und Elektronikkonzern Raytheon. Er ist heute der weltgrößte Hersteller von Lenkflugkörpern, zu denen etwa das Flugabwehrsystem Patriot und Raketen wie die AIM-9 Sidewinder, Torpedos, Marschflugkörper und unbemannte Zeppeline zählen. Raytheon setzte 2009 mit 72.000 Mitarbeitern 25,2 Milliarden Dollar (18,4 Milliarden Euro) um und kam dabei auf einen Nettogewinn von 1,8 Milliarden Dollar.

Eine Position höher auf Position fünf rangiert auf der Sipri-Liste General Dynamics. Der Konzern verfügt über eine breite Palette von Rüstungsgütern: Von Panzern (M1 Abrams) über Kampfjets (F-16), nuklearbetriebene U-Boote (Seawolf) und Kriegsschiffe bis hin zu Militärsatelliten und Granatwerfern bietet General Dynamics nahezu jedes Waffensystem an. General Dynamics setzte 2009 mit 91.200 Mitarbeitern knapp 32 Milliarden US-Dollar (23,4 Milliarden Euro) um.

Die Nummer vier kommt aus Kalfornien: Der kalifornische Rüstungskonzern Northrop Grumman versorgt die US-Streitkräfte in nahezu allen Bereichen, ob auf dem Land, zu Luft oder im Wasser. Zu den Verkaufsschlagern des Unternehmens zählen der Tarnkappenbomber B-2 Spirit, die unbemannte Aufklärungsdrohne RQ-4A Global Hawk sowie die atomgetriebenen Flugzeugträger der Nimitz-Klasse. Das legendäre Kampfflugzeug F-14 Tomcat wurde auch von (Northrop) Grumman gebaut. Northrop Grumman beschäftigte 2009 knapp 121.000 Mitarbeiter und kam dabei auf einen Umsatz von 33,8 Milliarden Dollar (24,7 Milliarden Euro).

Platz drei geht an einen echten Riesen: Alle Geschäftsbereiche von Boeing zusammengenommen, ist der US-Konzern der weltweit größte Hersteller von zivilen und militärischen und Hubschraubern sowie von Militär- und Weltraumtechnik. Auf die Rüstungsbereiche beschränkt, stellt der Konzern mit Sitz im US-Bundesstaat Illinois laut der Sipri-Liste immer noch das weltweit drittgrößte Unternehmen dieser Branche. Wie wichtig der Rüstungszweig für Boeing ist, illustriert die erbitterte Bieterschlacht mit dem europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern EADS um einen Auftrag der US-Luftwaffe für Tankflugzeuge. Im Jahr 2008 setzte Boeing mit 160.000 Mitarbeitern 60,9 Milliarden Dollar (44,5 Milliarden Euro) um.

Der größte europäische Rüstungskonzern belegt nur Rang zwei: BAE Systems. Die britische Rüstungsschmiede mit Sitz in London stellt Kampf- und Aufklärungsflugzeuge, Panzer, Raketensysteme, gepanzerte Fahrzeuge, Feuerwaffen, Sprengköpfe, U-Boote, Flugzeugträger und Torpedos her. Im Jahr 2009 setzte das Unternehmen mit knapp 107.000 Mitarbeitern 22,4 Milliarden britische Pfund um.

Den Spitzenreiter auf der Sipri-Liste der weltweit größten Rüstungskonzerne stellt der US-Konzern Lockheed Martin. Das Unternehmen mit Sitz im US-Bundesstaat Maryland ist vor allem in der Luft- und Raumfahrt aktiv, zu den Produkten zählen Jagdbomber, Aufklärungsflugzeuge, Militärtransporter, Drohnen und Raketen. Lockheed Martin kam im Jahr 2009 auf einen Umsatz von 45,2 Milliarden Dollar (33,0 Milliarden Euro) und beschäftigte 133.000 Mitarbeiter. Der Nettogewinn betrug drei Milliarden Dollar (2,2 Milliarden Euro).

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