Arbeitertum

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Guttenberg – Ein deutscher Politker

Karl Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Franz Joseph Sylvester Freiherr von und zu Guttenberg – so viel Zeit muss sein.
Viel Zeit, die hat er ja ab jetzt. Er, der als Zukunftshoffnung der Christlichsozialen Bayerns galt, ja von manchem gar als zukünftiger Kanzler der Bundesrepublik gehandhabt wurde. Gefällt haben ihn die nicht die Unkenrufe linksliberaler Journalisten, nicht die Machpolitiker in eigenen Reihen, Karl Theodor wurde zum Opfer eigener Idiotie.
In seinem wahrlich dilettantisch durchgeführten Plagiatsbetrug hat der ehemalige Verteidigungsministier neben seiner eigenen Dummheit aber dem kritischen Betrachter noch ein weiteres Zeugnis menschlicher Verwerflichkeit geliefert: den Mustertypus eines deutschen, ja eines demokratischen Parteienpolitikers.

Herr Guttenberg repräsentiert in seinem Wesen, in seiner Art genau jenen Typus Politiker, den es ausmerzen gilt: Er ist glatt, geschniegelt, gutaussehend – der Traum aller Schwiegermütter. Er hat eine Frau, wie es einem Mann seines Standes nur gebühren kann. Mehr noch als alle anderen Politiker der deutschen Innenpolitik verstand er es, sich zu inszenieren. Ob als Retter der deutschen Wirtschaft oder als starker Verteidigungsminister, der mit Kaschmirpullover seinen Jungs im Hindukusch einen Besuch abstattet, man konnte dem fränkischen Adelssproß gewiß nicht vorwerfen, sein Handwerk nicht zu verstehen.

Doch das ist nur das Bild des Freiherren, das der Öffentlichkeit präsentiert wurde. Ein anderes Bild zeigt sich, betrachtet man den ehemaligen Verteidigungsminister genauer. Man erkennt das Profil eines eiskalten Machtpolitikers. Sein blitzartiger Aufstieg konnte nur durch den Einfluß und die Mitwirkung seiner Sippe geschehen, die schon seit Jahrhunderten in Deutschland Macht und Einfluss geltend macht. Gutenbergs Karriere war geprägt von purem Populismus. Man denke nur an die Abschaffung der Wehrpflicht, die Herr Gutenberg alleine und im Eiltempo über die Bühne brachte. Probleme und Konflikten ging er derweil hauptsächlich auf eine Art an: er delegierte die Schuld weiter nach unten. Ob die Gorch Fock oder die Kundus Affäre, am makellosen Freiherrn blieb nichts haften. In seinem Wesen unpersönlich wurde er von den Medien hofiert, niemand ahnte von seinem dunklen Geheimnis.

Als gemeiner Betrüger offenbart, mußte Guttenberg nun endlich seinen Hut nehmen. Damit verliert die Bundesregierung zwar ihre größte Lichtgestalt, doch dass sich was ändern wird, bleibt dennoch zu bezweifeln. Ein anderer Guttenberg wird an die Stelle des Freiherrn treten, vielleicht wird er nicht so glatt, so geschniegelt und so gutaussehend sein, dennoch wird er gewiß so kalt agierend seine Macht verteidigen zu wissen. Im Endeffekt kann damit dem deutschen Bürger egal sein, welcher miese Betrüger das Ruder in der Hand hält, während wir in den Abgrund steuern.
Die Medien im freiesten aller deutschen Staaten werden indessen wissen, wie sie die Affäre rasch unter den Tisch kehren können. Zu viel Wirbel um die deutsche Politik könnte den Menschen ja die Augen öffnen…

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4 Antworten zu “Guttenberg – Ein deutscher Politker

  1. Nationalbolschewist März 2, 2011 um 8:39 am

    Über 50 000 Bürger schlossen sich dem Protestbrief von Wissenschaftlern an oder formulierten eigene Protestbriefe wie dem untenstehenden vom 28. 2. 2011:

    —-Original-Nachricht—–
    Subject: Keine politische Bagatellisierung
    Date: Mon, 28 Feb 2011 08:43:00 +0100
    To: norbert.lammert@bundestag.de

    An das Büro des Präsidenten des Deutschen Bundestages:

    Herrn
    Norbert Lammert
    Platz der Republik 1
    11011 Berlin
    Tel.: 030 227 – 0
    Email: norbert.lammert@bundestag.de

    Sehr geehrter Herr Bundestagspräsident,
    Sie sind bekannt dafür, daß Sie gewissenhaft auf die Außendarstellung ihres Parlamentes achten und deshalb wende ich mich an Sie.

    Mit zunehmender Besorgnis verfolge ich das Verhalten der Politik und den Umgang mit den ehrlosen Plagiatsvorwürfen von Karl-Theodor zu Guttenberg in den Medien. Nach meiner Meinung gibt es durch die Debatte um die ehrlose Plagiatsaffäre von Selbstverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg nicht nur einen Ansehensverlust der Wissenschaft, sondern auch einen Ansehensverlust der Politik und ihres Parlamentes.

    Nach Volkes Meinung wird nirgendwo mehr gelogen als in der Politik und der Fall des Selbstverteidigungsministers zu Guttenberg scheint dieses wieder einmal zu bestätigen.
    Durch die ehrlose Plagiatsaffäre von zu Guttenberg gerät wichtiges aus dem Blickfeld der Politik. Ein Selbstverteidigungsminister, der möglicherweise mit weiteren Enthüllungen erpreßt werden kann, ist ein Sicherheitsrisiko und am Hindukusch sind vor einigen Tagen wieder drei deutsche Soldaten gefallen.

    Vor diesem Hintergrund sollte Karl-Theodor zu Guttenberg im Deutschen Bundestag einmal sagen, wieviel Geld, aufgebracht durch die Steuern der Arbeiter und Bürger, unter der direkten Verantwortung des Selbstverteidigungsministers jeden Tag in Afghanistan verschleudert werden.

    Auch deshalb, weil Frau Bundeskanzlerin Merkel behauptet, daß zu Guttenberg als Bundesverteidigungsminster hervorragende und anständige Arbeit leisten würde.
    Außerdem wende ich mich mit der Bitte an Sie, alles in ihrer Macht stehende zu tun, damit Karl-Theodor zu Guttenberg zurücktritt

    Das ist im Interesse unseres Landes, um Schaden von ihm abzuwenden.

    Mit freundlichen Grüßen

  2. Pingback: Nachgereicht: Video von Guttenbergs Rücktritt « Arbeitertum

  3. landvolk März 2, 2011 um 4:11 pm

    Warum genau glauben eigentlich alle, daß Guttenberg „gute Arbeit“ gemacht habe? Gibt es dafür auch nur einen einzigen konkreten Grund?

  4. noospheratu März 5, 2011 um 7:33 am

    Und warum wird der Mann – besonders von öffentlicher Seite – immer noch mit Samthandschuhen angefasst? „Ach, wir wissen noch nicht, ob es Vorsatz war?“ Wie das? (Mehr: http://wp.me/p4ZyI-1J)

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