Arbeitertum

Für eine klassenlose Gesellschaft | Gegen die imperiale Weltordnung | Für Volkstümlichkeit und Tradition

Gute Zeiten für die Öl-Mafia

Das schwarze Gold – Wie kein anderes Produkt bestimmt Öl die kapitalistische Weltordnung. Es ist das Schmiermittel, das die Globalisierung zusammenhält, mit ihm fliegen die Flugzeuge, mit ihm rollen die LKWs, aus ihm sind die bunten Verpackungsmaterieelen, die uns Konsumenten anlocken sollen. Die immense Wichtigkeit des Öls kommt besonders in seinen Preisschwankungen zur Geltung. Täglich ändert das Barrel Rohöl seinen Preis, ein paar Tage später können wir Konsumenten die Entwicklung dann an der Zapfsäule nachvollziehen und meist kräftig draufzahlen.

Die unglaubliche Bedeutung des Öls macht den Rohstoff auch zum Opfer für Krisengewinnler aller Art. Und das können wir tagtäglich nachvollziehen, jüngst etwa durch die Krise in Libyen. Der Laie wird denken, die jüngsten Preiserhöhungen an heimischen Tankstellen (1,57 Euro der Liter Super) sei direkt an den Unruhen verschuldet. Doch weit gefehlt!

Hier ein paar Zahlen: Mit den Unruhen in Libyen ist erstmals ein bedeutenderer Ölförderstaat von der Revolution betroffen. Dabei ist Libyen für Europa recht wichtig, weil das Land über die größten Ölvorkommen in Afrika verfügt und jeden Tag rund 1,6 Millionen Barrel Rohöl produziert. Rund eine Million Barrel wurden vor der Krise täglich exportiert. Zu den wichtigsten Abnehmern in Europa gehören Italien und Frankreich. Auch Deutschland hat seit einem halben Jahrhundert enge Lieferbeziehungen zu Libyen.

Dennoch: Libyen alleine sorgt jeden Tag für nur etwa 2 Prozent des Ölangebots auf der Welt. Zum Vergleich: Saudi-Arabien ist für 12 Prozent verantwortlich. Libyen ist auch bei weitem nicht der Hauptlieferant Europas, das ist immer noch Russland. Selbst wenn Libyen vollständig als Lieferant ausfallen sollte, ginge der Welt so schnell nicht das Rohöl aus. In der westlichen Welt stehen genügend Ölreserven für mehrere Monate zur Verfügung.

Alles in allem kann die Krise nicht als Grund für den Preisanstieg gesehen werden, es hat ihn nur beschleunigt. Man fragt sich natürlich berechtigt: Qui bono?

Libyen ist eins der zwölf Förderländer, die zur Organisation der Erdöl exportierenden Länder (Opec) gehören. Das Ölkartell sorgt für rund 40 Prozent des Weltölangebots und verfügt über 80 Prozent der nachgewiesenen Reserven. Für diese kapitalistischen Monopolisten ist nun Weinachten. Für sie ist jetzt die Zeit, viel Geld zu verdienen. Wenn die Nachrichten für Verbraucher und die Gesamtökonomie schlecht seien, ist das Musik in den Ohren der Ölhändler. Die hohen Ölpreise von weit über 100 Dollar spült reichlich Geld in die Taschen der Ölproduzenten. Es gibt Regionen im Nahen Osten, in denen die Förderkosten weit niedriger sind als in Libyen. Die reinen Förderkosten liegen vielerorts nur bei 10 Dollar und die Gesamtkosten durchschnittlich bei 30 Dollar je Barrel. Hält sich der Preis also deutlich über der 100-Dollar-Marke, zeigt das die hohen Gewinnmöglichkeiten besonders für die Opec-Länder. Das Ölkartell hat 2010 mit seinen Ölexporten einen Gewinn in Höhe von 750 Milliarden Dollar erzielt. 2009 waren es noch 571 Milliarden Dollar. Das amerikanische Energieministerium schätzt, dass es 2011 ein Gewinn von 847 Milliarden Dollar wird.
Die Opec-Mitglieder könnten in kurzer Zeit die Lage beruhigen. Der größte Opec-Produzent, Saudi-Arabien, verfügt über Reservekapazitäten von 4 Millionen Barrel Öl am Tag. Damit wäre ein Ausfall von Libyen schnell überbrückt, auch wenn das saudische Öl nicht ganz dem libyschen Öl entspricht. Die Opec hält sich aber zurück und erhöhte die Ölförderung nur leicht. Zwar werde Saudi-Arabien einspringen, wenn es zu Lieferengpässen komme, melden Opec-Vertreter. Doch bisher hat das Kartell dafür keinen Anlass gesehen und oft Spekulanten für den Preisanstieg im Ölmarkt verantwortlich gemacht.

Letzten Endes sind aber ausschließlich sie die Schuldigen. Bleibt zu hoffen, dass diese mammonistischen Tyrannen von der Revolution hinfort gespült werden und ihre gerechte Strafe erhalten werden!

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: