Arbeitertum

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Anmerkungen zu Libyen

Wie seit einigen Tagen weltweit berichtet wird, ist es nach den Revolten in Tunesien und Ägypten nun auch zu Erhebungen in Libyen gekommen. Im Volk hat sich eine regimefeindliche Opposition herausgebildet, die den Sturz des Noch-Diktators Muammar al-Gaddafi erzwingen möchte. Seit Tagen tobt es nun in verschiedenen Städten Libyen, selbst das Militär hat sich mittlerweile auf die Seite des Volkes geschlagen. Gadaffi selbst machte als Reaktion mit einer obskuren Rede, in der er bekannt gab, das Land nicht zu verlassen und als Märtyrer zu sterben, abermals deutlich, wie fatal eine staatliche Struktur mit nur einer Spitze entarten kann. Während in Europa insbesondere die Zuströme zahlreicher Flüchtlinge insbesondere nach Italien thematisiert werden, beleuchtet der weitaus verlässlichere und authentischere arabische Nachrichtenkolloss Al-Jazeera die genaueren Hintergründe der Begebenheiten und macht nicht Halt vor den Details.

Livestram von Al-Jazeera

So soll es sich bei den Söldnern, die hier und dort in den West-Medien ebenfalls genannt wurden, um größenteils französisch sprechende Schwarze handeln, die nun mit Gadaffis Geld in den Taschen auf das protestierende Volk einprügeln, einzelne Oppositionelle gar bis in ihre Häuser verfolgen, um sie dort samt ihren Familien zu überwältigen. Diese sogenannten Milizen kennzeichnen sich mit gelben Sicherheitshelmen und tragen in erster Linie stumpfe Bewaffnung bei sich. Daß jedoch auch scharf geschossen wurde und wird, beweisen unter anderem das folgende Video aber auch schlicht die hohen Opferzahlen, die die Revolution bisher forderte. Gadaffi entpuppt sich als Schlächter, der auf das eigene Volk schießen lässt – und wenn es nicht die Armee oder Polizei ist, weil selbst diese Institutionen sich losgesagt haben, dann müssen es eben bezahlte Söldner tun. Zwar soll es auch Gadaffi-Anhänger geben, doch dies ist so selbstverständlich wie die Tatsache, daß es immer Profiteure und Verlierer in einem diktatorischen System gibt.

Die libyschen Truppen unterstützen die Opposition derweil bei dem Kampf auf der Straße. Daher ist davon auszugehen, daß die ungezügelten Söldnertrupps schon bald aus den Städten vertrieben sein werden. Diverse Städte sollen bereits unter der Kontrolle der Protestanten sein, diese Meldungen machen momentan über Twitter und Facebook die Runde, sind somit nicht verifiziert. Es bleibt also abzuwarten – die Karten sind gemischt, jetzt kommt es auf das Blatt an.

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2 Antworten zu “Anmerkungen zu Libyen

  1. Zim Februar 23, 2011 um 7:33 pm

    Wenn noch änderbar, „zu Erhebungen in Libyen gekommen“ statt „zu Erhebungen in Tunesien gekommen“
    Weiter so!

    • landvolk Februar 23, 2011 um 7:46 pm

      Editiert.

      Grüße

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