Arbeitertum

Für eine klassenlose Gesellschaft | Gegen die imperiale Weltordnung | Für Volkstümlichkeit und Tradition

Iss, trink und liebe – ein paar Worte gegen die Frustration

Individualismus ist unter Nationalisten gemeinhin verpönt, gilt er doch als tiefster Ausdruck gemeinschaftsferner Gesinnung. Es ist das Individuum, dass sich für das Ganze aufopfern soll. Der Nationalist bekennt sich zu einer Nation, d.h. zu einer Gemeinschaft. Er will zusammenfassen, einen, die Kraft der Vielen in eine Kraft umwandeln. Frei flottierenden Seelen mit bedingter Loyalität steht die Nation skeptisch gegenüber. Gleichzeitig befindet sich der deutsche Nationalist seit Jahrzehnten in die Rolle eines äußersten Individualisten gedrängt, denn gegenüber der Mehrheit seines Volkes schlägt er Wege ein, die nur die Wenigsten mit ihm zu gehen bereit wären. Er bekennt sich zu einem Volk, dass das Nicht-Bekenntnis zu sich selbst als wichtigstes Kriterium der Zugehörigkeit zu sich selbst definiert. Das ist das große Paradoxon des deutschen Nationalismus, dass der deutsche Nationalist in seinem Einsatz für eine Volksgemeinschaft selber zum absolut Ausgestoßenen aus der realexistierenden Gemeinschaft der Deutschen wird.

Tatsächlich ist die antifaschistische Volksgemeinschaft eine Gemeinschaft die dem Idealbild der nationalsozialistischen Volksgemeinschaft, als letztem bedeutenden deutschen Nationalismus, an vielen Stellen frappierend zu ähneln scheint. Wie die NS-Volksgemeinschaft eint sie alle Klassen und Stämme. Der Bayer ist so gegen Rechts, wie der Bremer, in NRW gilt Nazis zerschlagen genauso wie in Brandenburg. Wenn in Gegenden des Ostens oder Südens ganze Dörfer nach Rechts kippen, wie es die zuständigen Stellen für Demokratieerziehung wohl formulieren würden, dann wirken sie wie die Vorposten von Invasionstruppen oder die Landeplätze von Außerirdischen. Die antifaschistische Volksgemeinschaft bietet jedem einen Platz, an dem er nach seinen Fähigkeiten Anerkennung erwerben kann. Der aufstrebende Jungunternehmer, oder im Regelfall eher der Erbe eines solchen, schmückt sich mit Diversity Management und freut sich auf viele lächelnde, ausländische Fachkräfte. Der Intellektuelle darf sich an der Universität einrichten und dort Studien über die Konstruktion von Nation und Rasse zusammenflicken, alternativ sitzt er in der Redaktionsstube oder im Lehrerzimmer und schneidet dort in mundgerechte Happen, was seine Standesgenossen zubereiteten. Auch für die Jungs fürs Grobe hat die neue Volksgemeinschaft viele Stellen frei, hier verlagert sich das Engagement jedoch bereits in den Freizeitbereich, wird freiwillig geleisteter Dienst an der Volksgemeinschaft. Abgesehen von den Ausübenden des sogenannten Polizeiberufes gibt es eigentlich keine Menschen die hauptberuflich, körperlich antifaschistisch gegen Rechts tätig sind. Gerne aber verstärken, vom Handwerker bis zum „Arbeitssuchenden“, freiwillige Helfer, selbsteingeordnet unter obskuren Bezeichnungen wie Punk, RedSkin oder Autonomer, die grünen Batallione. Unter Umständen treten dabei zwischen den verschiedenen Kampfverbänden Meinungsverschiedenheit über das richtige Vorgehen gegen den Nationalistischen Feind auf, welche auch körperlich werden können. Die große antifaschistische Volksgemeinschaft gegen Rechts absorbiert diese jedoch problemlos. Eine starke und vitale Volksgemeinschaft kann den Konflikt nicht nur verkraften, sie lebt sogar von ihm. Auch für all diejenigen, die große Masse, die keine wesentlichen Funktionsträgerposten innerhalb der Volkgemeinschaft gegen Rechts erlangt haben, bietet sich regelmäßig die Gelegenheit ihr inbrünstiges Ja zur Volksgemeinschaft zu bekräftigen, ob nun im evangelischen Kirchenkreis, beim Besuch einer Ausstellung einmal als entartet klassifizierter Kunst oder einfach indem man in der Kleinstadt-Disko, in der man jedes Wochenende versumpft, einen harmlosen Wicht als Scheissnazi ausmacht und ihn im Suff zusammenprügelt. Über alles was die Menschen in diesem Land trennen kann hinweg, eint sie der große Gedanke, gegen Nazis!

Viele Nationalisten versuchen sich aus diesem absurden Dilemma, in dem sie sich als Nationalisten für ein antinationales Volk zwangsläufig befinden, zu befreien, indem sie sich einreden, dass sei ja gar nicht Deutschland. Vielmehr sei dass ja die BRD und das sei eine Provinz der USA oder Israels und die Menschen die hier leben, die wissen ja gar nicht was sie tun. Das ist Augenwischerei! Die Lebenslüge macht die Frustration erträglich. Kein System kann lange bestehen, wenn nicht die Mehrheit der Menschen dahinter steht. Letztendlich herrscht überall Demokratie in ihrem schlimmsten, ihrem negativen Sinne, nicht dass der Andersmeinende toleriert würde, sondern dass die Mehrheit alles niederwalzt. Wenn in Deutschland die BR „herrscht“, dann tut sie das weil das deutsche Volk dieses will und es will es aus tiefstem Herzen, denn auch das ist ein Faktum: keine Lüge und kein Trug kann den Menschen dazu bringen dauerhaft gegen seine Lust zu leben. Diese BRD ist das Land, was die Deutschen momentan in der Mehrheit einfach wollen. Die Partei der Nichtwähler ist kein Gegenargument, denn wer nicht wählt, der ist erst recht zufrieden mit seiner Welt. Ebenso sind genozidale Ereignisse im zweiten Weltkrieg, welche den Deutschen angeblich von seinem Nationalismus entfremdet haben sollen, kein Gegenargument. Menschen die zu abartigsten Entartungen in Sitte, Kunst, Kultur und Verhalten fähig sind und das ist das deutsche Volk im Jahre 2011 praktisch durchweg, würden sich durch ein paar Berichte über ausgelöschte jüdische Dörfer von nichts abhalten lassen. Jede Videothek und jeder Pornokanal im Internet bietet mehr Menschenverachtung dar, als das Geschichtsbuch. Man muss sich also wohl damit arrangieren, dass dieses Volk tatsächlich unser Volk ist und dieses Land unser Land. Die Frage ist, was machen wir daraus?

Max Stirner, ein deutscher Philosoph, begründete die Idee des Egoismus, ein Wort was zu seiner Zeit im frühen neunzehnten Jahrhundert noch nicht den banalen Klang hatte den es heute hat, wo jeder den Egoismus in der Gesellschaft beklagt, an der er doch selbst eifrig mitformt. In seinem Hauptwerk „Der Einzige und sein Eigentum“ schrieb Stirner auch einige treffende Sätze über das Verhältnis der Nationalisten, er sprach von Patrioten, zu ihrem Volke: „Betrachtet einmal das Volk, das von ergebenen Patrioten geschützt wird. Die Patrioten fallen im blutigen Kampfe oder im Kampfe mit Hunger und Not; was fragt das Volk darnach? Das Volk wird durch den Dünger ihrer Leichen ein »blühendes Volk«! Die Individuen sind »für die große Sache des Volkes« gestorben, und das Volk schickt ihnen einige Worte des Dankes nach und – hat den Profit davon. Das nenn‘ Ich Mir einen einträglichen Egoismus.“ Am Egoismus des Volkes hat sich seitdem sicher nichts geändert, nur undankbarer ist es geworden. Schickte es dem Patrioten von einst noch Dankesworte nach, so erwarten den Nationalisten von Heute nur Hass und Verachtung.

Wer als junger Mensch gerade von den Wahrheiten des Nationalismus überzeugt wurde, hat oft einen großen Ehrgeiz nun auch die Anderen an seiner Erleuchtung teilhaben zu lassen. Bald schon stellt sich Verzweifelung ein, wenn er merkt, dass die Menschen die er ja befreien und deren Zukunft er zu sichern trachtet ihn genau dafür aus jeglicher menschlicher Gemeinschaft auszuschließen suchen. Sein wesentlicher Fehler ist der, dass er die Sache des Volkes, die er unbewusst zu seiner Sache machte, verwechselte mit der Sache des Volkes. Jetzt folgt der Frust. Man kämpft gegen Windmühlen, läuft gegen Wände, der Alkoholpegel steigt, die Verschwörungstheorien werden wirrer und wirrer. Viele wenden sich schließlich frustriert vom Nationalismus ab, verschwinden wieder in der Masse oder schließen sich einer der vielen Szenen an, die unsere moderne Welt als Identitätskrücken bereithält. Für manche war schon der Nationalismus selbst nur eine Szene gewesen. Diejenigen die aus welchen Gründen auch immer nicht mehr zurückkönnen, richten sich irgendwie in ihrer Paria-Existenz ein.

Die Ausgrenzung aus der Gesellschaft in mehr oder weniger konsequenter Form lässt sich bei unkluger Offenheit der Gesinnung kaum zu 100% vermeiden. Jedoch dem Frust, der aus dem Desinteresse des ja umworbenen Volkes erwächst, ließe sich begegnen, wenn man sich innerlich mit der Klarsicht wappnet, dass die Sache des Volkes nur als meine Sache ihre Bedeutung hat und dass dieses Volk keinen Anspruch auf meinen Einsatz hat, dass ich frei und mir eigen bin um Nationalist zu sein und um trotzdem mein Leben zu leben. Die Dumpfheit des Volkes ist ihm zum Hohn, nicht mir!

Nun gibt es begründete Hoffnung, dass dieses deutsche Volk sich bald nach einer Volksgemeinschaft sehnen wird, die etwas mehr Substanz aufweisen kann, als die antifaschistische Volksgemeinschaft gegen Rechts. Die Weltfinanzkrise wird sich unzweifelhaft zu einer globalen Wirtschaftskrise ausweiten. Um unsere Insel der Geistig-Arm-Seligen brandet bereits des Sturm und überspült Land für land. Wer weiß ob der Kampf gegen Rechts dem Deutschen bei leerem Bauch und Kühlschrank immer noch so eine Herzensangelegenheit sein wird. Auch unsere lieben ausländischen Mitbürger tun uns ja weitestgehend weiterhin den Gefallen sich möglichst asozial und arrogant aufzuführen. Doch Vorsicht, die Geschichte vergibt keine Freifahrtsscheine. Auch der letzte Aufstand kann scheitern. Das legt uns eine Last auf, doch es nimmt uns auch eine ab, denn es befreit uns davon unser Leben, als unser liebendes und genießendes Leben ganz in eine Zukunft zu verlagern, die vielleicht nie kommen wird. Für den deutsche Nationalisten ergibt sich eine Lebensweisung, die zugleich apolitisch und hochpolitisch ist, hochpolitisch in dem Sinne, dass sie das Endziel der antinationalistischen Politik in diesem Lande unterläuft, nämlich uns Nationalisten das Leben madig zu machen. Wir alle sind Eigner unsere Selbst und haben aus freien Stücken die Sache des Volkes zu unserer Sache gemacht. Aber wir sind diesem Volke, dass seine Sache selbst nicht führen will, dabei nichts schuldig. Wir alle leben dieses Leben bewusst nur einmal und darum sollten wir es so leben, dass wir wenn es zu Ende geht nicht nur sagen können: „wir haben es geschafft“ oder: „es ist nicht an mir gescheitert“, sondern auch und vor allem mit gleichem Rang: „ich habe es genossen“. Es ist dieser Satz der ein Leben nicht umsonst macht und kein anderer.

Unter Antifas kursiert der kindische Spruch: Mein Skateboard ist wichtiger als Deutschland. Sie haben Recht. Mein Skateboard, sofern ich eines hätte, wäre mir tatsächlich wichtiger als dieses Deutschland und dieses deutsche Volk, dass solche Sprüche ersinnt und keinen Anstoß daran findet. Du sollst an Deutschlands Zukunft glauben, heißt es. Ja, an seine Zukunft will ich glauben, doch das volle Leben in seiner Gegenwart, das lasse ich mir auch nicht nehmen. Opferbereitschaft für die Opferbereiten. Verantwortung gegenüber den Verantwortungsbewussten und Freude am Leben statt Hassgegröhl.

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