Arbeitertum

Für eine klassenlose Gesellschaft | Gegen die imperiale Weltordnung | Für Volkstümlichkeit und Tradition

Von der klassenbedingten Verderbung eines Volkes

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Der Kapitalismus ist nicht bloß ökonomischer Natur. Wie viele antikapitalistische Theoretiker, unter ihnen der Wegbereiter Karl Marx, bereits feststellten, ist der gegenwärtige ökonomische Zustand immer mit einer bestimmten Mentalität der Produzenten verbunden. Während beispielsweise im Feudalismus die selbstzweckmäßige Anhäufung von Kapital nicht üblich war und man lieber das ausgebeutete Kapital gleich in prestigebehaftete Dinge investierte – wie Anwesen, Kleidung, etc. -, ist die Mentalität des kapitalistischen Unternehmers eine völlig andere. Zu beachten ist allerdings, daß sie seit der Industrialisierungsperiode durchgängig die selbe geblieben ist, was sich bis heute nicht geändert hat.

Doch nicht nur die Kapitalisten passen ihre Mentalität dem Produktionsprozess an. Der Arbeiter selbst nämlich trägt den gesamten Komplex allein mit seiner freiwilligen Unterwürfigkeit. Er ist das entrechtete Subjekt, welches in einem gut ausgeschmücktem Käfig ohne Pause das Hamsterrad in Betrieb halten muss. Auch, wenn der Arbeiter unzufrieden ist mit seiner Situation, so bemüht er sich nicht um ein gemeinsames Bewusstsein – er scheint robotisch und ohne Seele. Die wohl auffälligste Mentaliät, die der Arbeiter im Kapitalismus entwickelt, ist Angst.

Dadurch, daß er stets seinen Arbeitsplatz – und somit die Voraussetzung, um ein bestimmtes Leben führen zu können – verlieren könnte, verhält er sich dem Unternehmer, oder wie er zu sagen pflegt, „Chef“ gegenüber unterwürfig. Er weiß, daß er zu den Verlierern der Gesellschaft gehört und daß er am unteren Ende der Nahrungskette steht. Obwohl er also alle Gründe der Welt hätte, etwas gegen diesen Zustand zu tun, bleibt er seelenruhig im Betrieb und nur wenige versuchen, dieses Verhalten umzukehren. Mittlerweile umgreift dieser Mentalitätszustand auch die Klasse der Angestellten, die dem Arbeiter in Sachen maximaler Ausbeutung der Arbeitskraft in keiner Sache nachstehen, aber auch vermehrte Beamtenschichten gehen mit immer weniger erhöhtem Haupt durch die Weltgeschichte.

Je mehr sich die Schlinge des liberalistisch-kapitalistischen Wahnsinns enger zieht, desto mehr beginnen die Menschen zu verderben. Sie werden ignorant, gehässig und frustriert. Sie beginnen, sich gegenseitig die Schuld in die Schuhe zu schieben – ganz so, wie es die Parlamentaristen, dessen ganzes System auf der Zersplitterung der Interessen aufbaut, haben möchten. Der Arbeiter glaubt, der Unternehmer würde ihn aus Boshaftigkeit – und in der Tat, dies mag nicht selten die Sache deutlich verschlimmern! – ausbeuten wollen und hofft, daß die Gewerkschaft den fiesen Lumpen zur Vernunft bringen kann. Er erkennt nicht, daß das System selbst keine wirkliche Verbesserung des Zustands zulässt, denn er ist im Klassendümpel gefangen, wie so viele unserer Volksgenossen auch. Denn nicht nur der Arbeiter oder der Angestellte verdirbt im Einfluss des Klassenirrsinns, sondern auch alle anderen Klassen. In den oberen Schichten ist man darum bemüht, die Schuld mal hier und mal dort zu suchen, wobei der „faule Arbeitslose“ und der „fette Bonze“ meist Hand in Hand in der argumentativen Einbahnstraße spazieren. Am schlimmsten jedoch versuchen die wohlhabenden Schichten, unsere Probleme zu erklären. Sie sehen in der gegenwärtigen Finanzkrise insbesondere eine Gefahr, ihren Stand und ihr Eigentum zu verlieren. (Siehe auch: Streifzüge.org) Nicht selten wird dabei gegen ärmere Volksgenossen torpediert, denen man vermutlich vorwirft, den „Sozialstaat“ auszusaugen, was an und für sich gesehen schon völliger Unsinn ist, im entfernstesten weitergedacht auch immer noch bleibt.

Sobald ein Volk anfängt, sich gegenseitig zu zerstückeln, während andere profitieren, dann haben wir einen äußerst kritischen Zustand erreicht. Augenblicklich scheint es, als sei jeder deutsche Einheitswille völlig unmöglich und die Zersplitterung so groß wie nie zuvor. Während der Kapitalismus selbst die einzige Ursache für die Klassengesellschaft darstellt, zerfleischen die Klassen sich selbst und schieben sich gegenseitig die Schuld und Verantwortung zu, in der Hoffnung, durch ihr wildes aber stupides Strampeln das System in ihrem Interesse verbessern zu können. Die Klassen – und somit das ganze Volk, welches dieses Korsett ertragen muss – beginnen, im Kapitalismus zu verderben. Wollen wir hoffen, daß ihre Macht niemals groß genug sein kann, die Volkszugehörigkeit zu übertrumpfen, denn dann haben wir nichts mehr, worauf wir aufbauen können. Nichts als leere Hüllen.

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