Arbeitertum

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„Schnellstraße zur Vollbeschäftigung“?

ROTE FAHNE | In den letzten beiden Tagen liefen die bürgerlichen Medien an Meldungen über, dass die Arbeitslosigkeit auf den niedrigsten Stand seit 1992 gesunken und weiter rückläufig sei. Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) sieht gar „Deutschland auf einer Schnellstraße zur Vollbeschäftigung“. Tatsächlich beruht der Anstieg der Beschäftigung allerdings auf einer weitgehenden Umstrukturierung des Arbeitsmarkts. Das so genannte „Jobwunder“ ist überwiegend eine Zunahme von 400-Euro-Jobs, geringfügiger Beschäftigung oder im Niedriglohnbereich.

Fast 5 Millionen Menschen haben nur einen 400-Euro-Job, 2,2 Millionen verdienen sich mit einem Minijob etwas dazu und fast 900.000 wurden von den Arbeitsagenturen in schlecht bezahlte Leiharbeit gepresst. Dazu kommt, dass durch das Krisenmanagement der Regierung mit aus Steuergeldern finanzierter Kurzarbeit vor allem Massenentlassungen in Großbetrieben vermieden wurden. Neben der zunehmenden Verdrängung regulärer Vollzeitarbeitsplätze durch schlecht bezahlte Teilzeit- oder Leiharbeit tragen auch statistische Tricks zum geschönten Bild bei: Fast 1,5 Millionen Menschen befinden sich in „staatlicher Beschäftigungstherapie“.

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Das marxistisch-leninistische Blättchen bringt es diesmal wohl auf den Punkt. Die statistischen Fakten sprechen derartig für sich, daß eine Verflüchtigung in die Traumwelt der 3 Millionen Arbeitslosen wie blanker Wahnsinn erscheint. Mitunter sind wir ohnehin der Meinung, daß die zahlreichen und teils grob offensichtlichen Fälschungen unter den Bundesstatistiken viel mehr beleuchtet werden sollten – doch Worte ohne Taten sind Blech, so wollen wir uns bei zeitlichem Polster dieser kleinen Aufgabe widmen.

Darüber hinaus können wir uns abermals einen gewissen Zynismus nicht verkneifen. Vielleicht muss – und es schmerzt in unseren teutonischen Herzen – der deutsche Arbeiter erst so richtig Dreck fressen, bevor er begreift, was für ein widernatürlicher Kraken ihn Tag ein Tag aus im automatisierten Klammergriff auspresst. Vielleicht muss er erst am eigenen Leibe erfahren, daß dieser „Staat“ ihm nichts gibt, wenn er nicht mehr benötigt wird.

Noch werden die wachsenden Arbeitslosenzahlen mit schmierigen Geldern an der Stange gehalten, gleichzeitig als effektives Druckmittel gegenüber jenen benutzt, die bereits in Lohn und Brot sind. Doch sobald der Nutzen gegenüber der Last an Gewicht verliert, wird  der Arbeiter fallen gelassen, wie eine heiße Kartoffel. Es mag sein, daß dies perfide klingt, doch vielleicht ist genau das die Ausgangslage, die das Volk für sein Erwachen benötigt.

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Eine Antwort zu “„Schnellstraße zur Vollbeschäftigung“?

  1. sozrev Oktober 31, 2010 um 5:53 pm

    Selbst die ARD rechnete vor einigen Tagen vor das man von mindestens 4,5 Millionen Arbeitslosen auszugehen hätte.

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