Arbeitertum

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Autonome Nationalisten in der Sackgasse

Das nationale Theorie- und Diskussionsorgan „Hier und Jetzt“ widmete sich in einem Beitrag von Johannes Nagel einer Kritik der Autonomen Nationalisten.

Siehe: http://www.sachsenpublizistik.de/inh…tail-22-1.html

Eine Kritik der Autonomen Nationalisten erscheint nun aus vielerlei Gründen durchaus geboten, nur ergeht sich der Autor in einem höchst kleinbürgerlichen Duktus, der sich nicht wirklich von der (schwankenden) Abgrenzungsstrategie des NPD- Parteivorstandes unterscheidet. Was dem Autor offenbar nicht sonderlich zusagt, ist eine angebliche „revolutionär- sozialistische“ Ausrichtung der Autonomen Nationalisten. Dies ist für ihn „Linksradikalismus“ bzw. die Kopie eben solcher Konzepte. Selbst die Forderung nach „sozialer Gerechtigkeit“ riecht für ihn offenbar nach Antifa. Womit der Autor jedoch recht hat, ist, dass eine „theoretische Basis“ bei den Autonomen Nationalisten weitgehend fehlt. Dies ist nun vor allem bei der neuesten Generation der ANs zu beobachten.

Die ANs in NRW orientieren sich weitgehend an einer kruden Mischung aus einem Regierungs-Nationalsozialismus und dem bürgerlich-reaktionären Flügel des spanischen Faschismus (Franco), ohne aber zu wissen, wovon man da wirklich schreibt oder spricht. So bekennt sich etwa eine AN-Gruppe aus Ostfriesland zum „faschistischen Widerstand“. Sie stehen also faktisch „rechts“ von Hitler. Hier verkommt das Credo „nationaler Sozialismus“ vollends zu einer nichtssagenden Phrase, die einen Huggenberg- und Göring- Kurs nur schwer kaschieren kann. Unter Kapitalismuskritik wird von den NRW- ANs, die beherrschend sind für das Spektrum in der Bundesrepublik, offenbar Antisemitismus verstanden. Hinter dem Kapitalismus und dem Kommunismus glaubt man stets die jüdische Weltverschwörung am Werke zu sehen.

Von daher zielt der Autor vollends in die falsche Richtung mit seiner Kritik. Es lässt sich eher die Frage stellen, inwiefern der Verfasser die Autonomen Nationalisten noch weiter „rechts“ sehen möchte – viel mehr geht es nämlich bei einigen kaum noch. Der im Grunde bürgerlich-antisozialistische Kurs der AN soll nicht verallgemeinert werden, nur gilt dies für die Mehrheit des heutigen AN Spektrums. Hierbei gilt dies inbesondere für NRW, wo die Hochburg dieses Spektrums liegt.

Was dem Verfasser nun gar nicht zusagt, ist, dass die ANs sich angeblich nicht an „Autoritäten“ halten wollen. Wer denn nun diese „Autorität“ sein soll, sagt er nicht, nun meint er wahrscheinlich Udo Voigt oder einen traditionellen Führer der „Freien“. Die Wahrheit ist aber eine ganz andere: Die meisten „Rechtsautonomen“ sind nicht „autonom“ sondern befinden sich entweder im Umfeld von NPD und JN oder sind in Wahrheit in traditionelle Kameradschaftsstrukturen eingebunden. Schreibt der Verfasser aber: “Ein politischer Ansatz fehlt jedoch augenfällig oder wird bestenfalls nur verkürzt wiedergegeben, worüber auch vorgebliche Prädikate wie „nationalrevolutionär“ und „sozialistisch“ nicht hinwegtäuschen“, so ist ihm leider im Ansatz beizupflichten.

Nicht wenige ANs besitzen heute kaum über etwas, was man wirklich als „Ideologie“ bezeichnen könnte. Hier ist tatsächlich zu kritsieren, dass sich hinter dem Black Block Outfit kaum andere politische Ansätze verbergen als dies bei dem alten Typus „Krakenskin“ der Fall war. Dies konnte man sehr gut im nun vom Netz genommenen Forum der „Autonomen Nationalisten – Bundesweite Aktion“ beobachten. Nahezu erschreckend war dort der Mangel an politischer Ideologie und Unfähigkeit der argumentativen Auseinandersetzung. Konzepte schien es keine zu geben, auch das historische Wissen kann getrost als völlig unzureichend bezeichnet werden. (Dies ist nun noch sehr freundlich und zurückhaltend ausgedrückt.)

Der Verfasser beschwert sich desweiteren, dass orthodoxe Nationalsozialisten, Konservative und Nationalliberale als „reaktionär“ bezeichnet würden und somit auch die NPD in Ihrer Gesamtheit. Nun ließe sich hierzu anmerken das die Mehrheit der AN selber tendenzeill einem orthodoxen „nationalen Sozialismus“ verhaftet ist oder in letzter Zeit sich darauf einlässt. Aus Kreisen der AN geht vor allem die Tendenz hervor, den historischen Nationalsozialismus gegen „Erneuerungversuche“ zu verteidigen. Kritiker des pseudo-faschistischen Kurses werden konsequent diffamiert und ausgeschlossen. Der Verfasser Nagel weiß wohl kaum, wovon er redet. Nicht umsonst gerieren sich nun Wullff und der verstorbene Jügen Rieger als die großen Freunde des AN- Blocks. Nun handelt es sich bei den beschriebenen Flügeln tatsächlich um „Reaktionäre“ – da sie sich alle an die bürgerlich- kapitalistische Ordnung klammern und sie verteidigen, wenn man etwa Kapitalimuskritik auf eine Kritik des Zinses minimieren will und Bekleidung mit Ideologie verwechselt.

Die AN befindet sich längst in der Gefahr, zu einer reinen Moderscheinungen zu verkommen, deren Aktionismsmus keine grundsätzliche weltanschauliche Unterfütterung eines Antikapitalismus erfährt. Anglizismen und markige Spürche auf Transparenten sind noch kein Antikapitalismus, wenn sich dahinter keine inhaltliche Neuerung verbirgt. Ein Palästinenser-Tuch macht noch keinen Antiimperialisten und ein flotter Antikap-Spruch leider auch noch keinen echten Antikapitalisten. Vor allem sollte man ein Militanzgebahren nicht mit Politik verwechseln.

Peinlich wird es wenn die selbsternannten Gralshütter des einzig wahren Nationalsozialismus auf ihren Webseiten einen Geert Wilders – wie im Fall der AG Ruhr Mitte – zum Bündnispartner erkühren. Dieser „führe den gleichen Kampf“ wie sie, trotz seiner „fatalen Fehleinschätzung des Faschismus“. Dass man sich nun ausgerechnet für die rechtspopulistische Truppe von Pro NRW einsetzt, rundet das ganze Bild ab.

Siehe: http://de.altermedia.info/general/aktionsgruppe-ruhr-mitte-nrw-landtagswahlen-die-npd-am-abgrund-10-05-10_44864.html

Der eursobirische grundierte NW aus Marl begreift nicht etwa den US-Imperialismus als „imperialistische Hauptgefahr“ sondern „den“ Islam.

Siehe: http://nw-marl.info/?p=720

Scheinbar findet man bei manchen Kreisen der Autonomen Nationalisten unter der phrasenhaften Decke von „nationalen Sozialismus“, „Glaube“ und „Sitte“ nur eine krude Mischung aus Rechtsopoulismus, eurosibirischen Rassentheorien und einem Antibolschewismus der darauf ausgerichtet ist, sich von jeder ernsthaften Kritik des Kapitalismus zu distanzieren.  Zwar ist eine Bezugnahme auf die Schriften eines Karl Marx Blaspehmie, mit Erzzionisten wie Geert Wilders haben jene Hobbyantisemiten aber scheinbar kein Problem.

Man sollte sich auch einmal überlegen, warum gerade die Übernahme bestimmter Aktionskonzepte der Antifa besonders erfolgsverprechend sein sollte. Zwar ist es für den Verfasser verständlich, wenn der Schwarze Block gegen den staatlichen Repressionsapparat enpstrechend reagiert, schließlich ist bekannt das insbesondere nationale Demonstrationen einen unglaublichen Willkür ausgesetzt sind, Demonstrationsteilehmer werden schikaniert und von Mitgliedern der Antifa tätlich angegriffen. Aber mit den Aktionsformen werden zwangsläufig auch ideologische Krankheiten der atomisierten deutschen Linken übernommen. Das Konzept „revolutionärer Antifaschismus“ bedeute den faktischen Tot der Kapitalismuskritik in der „radikalen Linken“.

Übriggeblieben ist eine „Bewegung“ aus in der Wolle eingefärbten Liberalen die sich am liebsten nicht mit dem Klassenkampf, sondern mit Gender Mainstreaming, Pinguinretterei oder den Kampf gegen einen eingebildeten „Faschismus“ befassen. Die Antifa, war verküzt, gesagt die Bankrotterklärung der deutschen Linken und dient grundsätzlich der Aufrechterhaltung der neoliberalen Hegemonie im bürgerlich-kapitalistischen Staat. Bei den ANs werden bestimmte weltanschauliche Krankheiten übernommen- so etwa Tierrechte oder die Anglizismenflut. Also: Der Klassenkampf wird zwar als „bolschewistisch“ veurteilt, während man sich gegen Tiernerze einsetzt und einige das Thema „Antisexismus“ aufgreifen. Gleichzeitig vermischt sich dies mit einem Hang zu rechtspopulistischen Phrasendreschereien, Eurosibirismus und einer dogmatischen Bezugnahme auf den reaktionären Kurs der Hitler-Regierung.

Es fällt auf, dass sich die ANs in ihrer Mehrheit gar nicht von ihren Gegnern im Nationalen Widerstand unterscheiden. Diese stören sich vor allem an der Bekleidung, der Muskikgewohnheiten und am Auftreten der ANs. Dahinter verbigt sich aber kaum eine weltanschauliche Kritik, höchstens wirft man ihnen vor, eine Kopie der Antifa zu sein, was aber nicht an konkreten inhaltlichen Punkten festgemacht wird. Konzeptionell gibt es aber so gut wie keine Unterschiede zwischen dem „nationalen Sozialismus“ der ANs und demjenigen der orthodoxen AN-Gegner im NW. Das hier geäußerte sollte aber bitte nicht auf alle ANs angwandt werden; es handelt sich um eine Kritik der Mehrheitsströmung der ANs. Jedenfalls scheinen viele zwar den Begriff des Sozialismus im Munde und auf Buttons und Transparenten zu führen, jedoch ohne dies zu untermauern. Weltanschaulich gibt es also gerade auch bei den ANs einigen Klärungsbedarf.

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