Arbeitertum

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Joseph Goebbels: Kapitalismus

Joseph GoebbelsDr. Joseph Goebbels, in „Der Angriff“ vom 15. Juli 1929.

Kapitalismus ist nicht ein Ding, sondern ein Verhältnis zum Ding. Nicht Bergwerke, Fabriken, Haus- und Grundbesitz, Eisenbahnanlagen, Geld und Aktienpakete sind die Ursache unserer sozialen Not, sondern der Missbrauch mit diesen Gütern des Volkes. Der Kapitalismus ist also nichts anderes als Missbrauch mit Volkskapital, und zwar findet diese Definition durchaus nicht ihre Begrenzung im rein Wirtschaftlichen. Sie hat allgemeine Gültigkeit auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens. Sie stellt ein Prinzip dar. Kapitalismus ist missbräuchliche Verwendung von Volksgut überhaupt, und der Mensch, der diesen Missbrauch betreibt, ist ein Kapitalist.

Ein Bergwerk ist dazu da, dem Volk Kohle zu geben, damit es Licht und Wärme habe. Fabriken, Häuser, Grund und Boden, Geld und Aktienpakete sind zum Dienst am Volk bestimmt und nicht dazu, ein Volk zum Sklaven zu machen. Der Besitz dieser Güter vermittelt nicht so sehr Rechte wie Pflichten. Eigentum bedeutet Verantwortung, und zwar nicht vor dem eigenen Geldbeutel, sondern vor dem Volk und seinem Gesamtwohl. Zuerst waren die Bergwerke da, der Produktion zu dienen, und die Produktion ist dazu da, dem Volk zu dienen. Nicht das Geld hat die Menschen erfunden, sondern die Menschen haben das Geld erfunden, und zwar damit es ihnen dienstbar sei und nicht, damit es sie unterjoche.

Missbrauche ich wirtschaftliche Güter, um mein Volk damit zu quälen und zu peinigen, dann bin ich des Besitzes dieser Güter nicht wert. Dann kehre ich den Sinn des Lebens in sein Gegenteil um, ich bin ein Kapitalist der Wirtschaft. Treibe ich Missbrauch mit Kulturgütern, z.B. nutze ich die Religion zu wirtschaftlichen oder politischen Zwecken aus, dann bin ich ein schlechter Verwalter des mir anvertrauten Gutes, ein Kulturkapitalist. Der Kapitalismus nimmt in dem Augenblick unerträgliche Formen an, in dem die persönlichen Zwecke, denen er dient, den Interessen des Volksganzen zuwiderlaufen. Er geht dann von den Dingen aus und nicht von den Menschen. Das Geld ist dann die Achse, um die sich alles dreht.

Umgekehrt ist es beim Sozialismus. Die sozialistische Weltanschauung fängt beim Volk an und geht dann über zu den Dingen. Die Dinge werden dem Volk untertan gemacht; der Sozialist stellt das Volk über alles, und die Dinge sind nur Mittel zum Zweck.

Wenden wir diese Grundsätze auf das Wirtschaftsleben an, dann ergibt sich folgendes Bild:

In einem kapitalistischen System dient das Volk der Produktion, und diese ihrerseits ist abhängig von den Mächten des Geldes. Das Phantom Geld triumphiert über der lebendigen Wesenheit Volk. In einem sozialistischen System dient das Geld der Produktion, und die Produktion dient dem Volk. Das Phantom Geld wird der blutvoll-organischen Gemeinschaft Volk untergeordnet. Der Staat kann in all diesen Dingen nur eine regulierende Aufgabe haben. Er entkleidet die ewigen Auseinandersetzungen zwischen Kapital und Arbeit ihres volkszerstörenden Charakters. Er ist der Schiedsrichter zwischen beiden, der aber dann unerbittlich eingreift, wenn das Volk bedroht ist. Da gibt es für ihn nur eine klare Entscheidung, so oder so. Stellt er sich bei Wirtschaftskämpfen auf die Seite der Volksfeindlichkeit – sie mag sich dabei so national geben wie auch immer – dann ist er kapitalistisch. Dient er dagegen der Gerechtigkeit, und was damit gleichzusetzen ist, der staatlichen Notwendigkeit, dann ist er sozialistisch.

So einfach und durchsichtig diese Grundsätze in der Theorie erscheinen mögen, so schwierig und kompliziert sind sie in der politischen Praxis. Da werden sie abhängig gemacht von tausend Einzelfragen, von technischen und geschäftlichen Erwägungen, von weltwirtschaftlichen Bedingnissen und weltpolitischen Hemmungen. Unlösbar aber sind all diese Probleme in einem Volk, das nach innen charakterlos und nach außen versklavt ist. Das ist heute bei Deutschland der Fall. Bei uns steht die Frage, ob Sozialismus oder Kapitalismus gar nicht zur Debatte. Wir müssen für unsere Unterdrücker schuften und fronen und haben keine Zeit, an Sozialismus zu denken, ganz zu schweigen davon, dass wie dir, wenn auch nur bescheidene Möglichkeit hätten, ihn in die Praxis zu übersetzen.

Das war der verhängnisvolle Irrtum des deutschen Proletariats an jenem unglücklichen 9. November 1918: man dürfe einen Krieg verlieren, sich um eine Revolution prellen lassen, und trotzdem könne man einen kapitalistischen Staat stürzen und einen sozialistischen an seine Stelle setzen. Das war nur möglich mit den Waffen. Niemals in der Geschichte hat sich eine neue Weltanschauung – und der Sozialismus ist eine solche – in der Kapitulation durchgesetzt, immer nur im Widerstand und im Angriff. 1918 gab es für den deutschen Sozialisten nur eine Aufgabe: die Waffen zu behalten und den deutschen Sozialismus des Westens zu verteidigen. Das hat man nicht getan. Man redete und fasste Resolutionen, und der deutsche Arbeiter merkte gar nicht, dass er dabei nur seinem erbittertsten Feind, dem Weltgeld, die Steigbügel hielt.

Das Ergebnis dieser Torheit ist der Unstaat von heute. In der Phrase eine soziale Demokratie, in der Praxis eine Plantage des Weltkapitals. Dagegen setzen wir uns zur Wehr. Weil wir Sozialisten sind, die wollen, dass das Geld dem Volke diene, deshalb rebellieren wir gegen diesen Zustand, bereiten den Willen vor, ein unerträgliches System zu brechen, auf dass aus den Trümmern der demokratischen Geldprovinz einmal der sozialistische deutsche Nationalstaat auferstehe.

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