Arbeitertum

Für eine klassenlose Gesellschaft | Gegen die imperiale Weltordnung | Für Volkstümlichkeit und Tradition

Kinderarmut in Deutschland

Armut kennt viele Geschichten – Idee/Regie: Isabel Prahl (KHM), Kamera/Schnitt: Maximilian Kaiser (FH Dortmund)

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Angesichts solcher Streifen kommt an der ein oder anderen Stelle dann doch noch Hoffnung auf, daß auch wir vielleicht noch einmal begreifen, daß es Kinderarmut und lebensfeindliche Umstände für Menschen nicht nur in Afrika, Lateinamerika oder Asien gibt, sondern auch in Europa und Deutschland. Über 2.000.000 Kinder leiden in der Bundesrepublik unter lebensfeindlichen Bedingungen, können keine weitergehenden Dienstleistungen wie Nachhilfe, etc. in Anspruch nehmen, sich nicht einmal gesund und ausgewogen ernähren.

Hinzu kommt, daß gerade Kinder die sogenannte „soziale Kälte“ spüren und von ihr geprägt werden, sie ist ein harter Lehrmeister und härtet den Menschen, der unter diesen Bedingungen leben muss, natürlicherweise ab. Kinder, deutsche Kinder, die unter diesen Bedingungen zu leben haben, sind oftmals verlorene Kinder. Sie werden jegliches Vertrauen in die Gesellschaft und Gemeinschaft verlieren, zu Einzelgängern werden.

Wir müssen reagieren. In der BRD werden unzählige Euros für Hilfen im Ausland bezahlt, die vermutlich niemals ankommen, während hierzulande Kinder mit ihren Eltern auf dem Arbeitsamt sitzen und in ihrer Zeit des Heranwachsens nur graue Blocks, Asphalt, gespanntes Klima und verzweifelte Schicksale zu Gesicht bekommen.

Natürlich – man mag sagen, daß bspw. afrikanische Kinder weit mehr leiden. Das stimmt – doch sollten wir nicht endlich verstehen, daß es immer und grundsätzlich zunächst notwendig ist, sich selbst zu helfen, bevor man von seinem stabilen Stand aus bereit ist, anderen zu helfen?

Darüber kann sich jener Gutmensch, der glaubt, mit seinem Patensohn in Indien die Welt zu einem besserem Ort zu machen, einmal Gedanken machen, vielleicht auch darüber, ob er nicht vielleicht zu feige ist, das Leid, um welches er sich angeblich kümmern will, Tag für Tag aufs Neue zu erleben, oder ob er Indien nicht vielleicht seiner Heimat vorzieht, weil es nur ein Abenteuer ist und bleibt, ein Fenster, in welches er hin und wieder hineinschaut, jederzeit aber flüchten kann. So tun sich menschliche Abgründe selbst im gutgemeinten Handlen auf, Abgründe, unter denen unser Nachwuchs zu leiden hat.

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