Arbeitertum

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Die Metasprache der Volksbeseitigung

„Wer „Kultur“ sagt und „Gene“ und noch lieber „Rasse“ gesagt hätte, der muss mit Vorwürfen rechnen.“
Welt am Sonntag, in einem Interview mit Thilo Sarrazin bezüglich seines neu erschienenen Buches „Deutschland schafft sich ab“.

In den letzten Wochen, insbesondere in den letzten Tagen geschah in den Medien, aber auch im Volk und in der Politik, wieder etwas, was in unserer Gesellschaft grob geschätzt vielleicht alle 5 Jahre passiert: Aus der weichgespühlten, eintönigen Masse von müden Verwaltern und Verzockern, die gut und gerne ins gleiche verrostete Rohr blasen, wenn es um wichtige Themen geht, sticht plötzlich ein Individuum hervor, welches dies Spielchen selbst mitgespielt hat, sich aus Langeweile, Profilierung oder gar Erkenntis dem Schutz des Biotops entzogen hat und nun durch allzu große Selbstdenkerei in das Fadenkreuz der meinungsverwaltenden Mumien gerät. Die Rede ist dieses mal nicht von der ehemaligen ARD-Nachrichtensprecherin Eva Hermann, die zu ihrer großen Stunde aufgrund ihrer Plädoyers für die traditionelle Familie u.a. bei Kerner wie am Pranger zur Schau gestellt wurde – dieses mal geht es um Thilo Sarrazin, SPD-Politiker und Bundesbankier fortgeschrittenen Alters. Jener Thilo Sarrazin hat also ebenso wie andere vor ihm den Schritt aus der molligen Elitennische gewagt und sein Gehirn zur Abwechslung alternativer Arbeit ausgesetzt – und heraus kam eine recht solide Analyse unserer Gesellschaftsstruktur- und Entwicklung, die auch vor den Statistiken unserer Ausländer nicht Halt macht.

Sie benennt nicht nur vermeintliche Aufwärtstrends bei Ausländern in Sachen (Aus-)Bildung, Arbeit, etc., sondern ganz genauso die eindeutigen Abwärtstrends, die sich gerade in Großstädten bei ganz bestimmten Volksgruppen abzeichnen. Ebenfalls genannt sind die demografischen Gefahren, die sich für deutsche Volksangehörige durch deutschen Geburtenschwund auf der einen Seite und ausländischen Geburtenzwachs auf der anderen Seite ergeben könnten, auch sie basieren auf trockener Statistik, sind also rein objektiv nachzuweisen. Genauso, wie es sich für eine vernünftige, auf statistischen Daten basierende Analyse gehört, wird kein Aspekt ausgelassen, so negativ und frustierend er auch sein mag. Das ist zunächst mal eine Argumentationsgrundlage, die es vernünftig zu diskutieren gilt, will man meinen. Nachdem man sich aber die zu diesem Zeitpunkt bisher zwei Sarrazin-Gesprächsrunden – einmal Beckmann, einmal Hart aber Fair – angeschaut hat, wird man feststellen, daß es den Herrschaften gegen Sarrazin gar nicht darum geht, sich auf argumentativer Basis mit ihm und seinen Ergebnissen auseinanderzusetzen. Wir sahen in beiden öffentlichen Diskussionsrunden, daß es gerade die Kontra-Sarrazin-Fraktion ist, die ein wissenschaftliches Thema mit politischer Polemik niederzureden versucht. Dabei werden schulmädchenhafte Fehler des Diskutierens, aber auch des richtigen Verstehens, begangen, die ein gewisses Fremdschämen auslösen könnten, viel mehr aber dem Zorn Antrieb verleihen, wenn man ganz genau weiß, daß diese Zerredung einer knallharten Kalkulation mit System entspringt. Der Großteil der politischen und medialen Elite hat sich verschworen auf die „multikulturelle Gesellschaft“ – und benutzt, um ihre Thesen vermeintlich zu untermauern, eine antideutsch-polemische Argumentation. Sie nutzt eine „Metasprache der Volksbeseitigung“, die wir im folgenden nur Metasprache nennen werden.

Warum Metasprache?

Allgemein spricht die Metasprache über eine andere Sprache, die sogenannte Objektsprache. In wissenschaftlichen Disziplinen wie der Germanistik ist die Metasprache von enormer Wichtigkeit, geht es darum, die Sprache zu klassifizieren und zu kategorisieren, Regeln und Gesetze aufzustellen, Zusammenhänge und Unterschiede zu erkennen. Ein solches Vorgehen, grundsätzlich wie alle „Meta-Disziplinen“, kann in der Wissenschaft, wie wir gesehen haben, durchaus gebraucht werden, doch eignet es sich in der Politik?
Kurioserweise bedienen sich Medien, Politiker und auch Wirtschaftsleute eben einer solcher Metasprache, wenn es um wichtige Themen wie etwa der Migration geht. Noch kurioser ist dabei, daß sie durch ihre Metasprachlichkeit zwar kategorisieren und – wichtig! – werten, das Objekt, welches es zu beschreiben gilt, aber oftmals gar nicht kennen oder es im schlimmsten Fall einfach verleugnen und zerreden. Wie sollte dies in der Germanistik ablaufen, wenn der Metasprecher sich weigert, die Objektsprache als solche anzuerkennen, dennoch darauf picht, eine Kategorisierung vorzunehmen?

Wissenschaftliche Metasprache und polemische Metasprache

„Die einzig sichere Gegenregel ist daher die, welche schon Aristoteles im letzten Kapitel der Topica gibt: Nicht mit dem Ersten dem Besten zu disputieren; sondern allein mit solchen, die man kennt, und von denen man weiß, daß sie Verstand
genug haben, nicht gar zu Absurdes vorzubringen und dadurch beschämt werden zu müssen ; und um mit Gründen zu
disputieren und nicht mit Machtsprüchen, und um auf Gründe zu hören und darauf einzugehn ; und endlich, daß sie die
Wahrheit schätzen, gute Gründe gern hören, auch aus dem Munde des Gegners, und Billigkeit genug haben, um es ertragen
zu können, Unrecht zu behalten, wenn die Wahrheit auf der andern Seite liegt. Daraus folgt, daß unter Hundert kaum Einer
ist, der wert ist, daß man mit ihm disputiert.

– Arthur Schopenhauer, Die Kunst Recht zu behalten

Um zu veranschaulichen, was wir mit Metasprache genau meinen, wollen wir einmal die Metasprache der Germanistik mit der Metasprache der herrschenden Eliten – bzw. der Political Correctness – vergleichen.
Wie bereits erwähnt, möchte die germanistische Metasprache versuchen, die Objektsprache – Symbole, Laute, ein ganzes sprachliches System, etc. – mit einer Sprache über die Sprache zu beschreiben. Wenn wir also das Wort Baum untersuchen, können wir Feststellungen verschiedenster Art treffen, die sich alle metasprachlich ausdrücken. Wie sich dies äußert, können wir am leicht verständlichen Beispiel des Minimalpaars deutlich machen: Möchten wir das Wort Baum hinsichtlich auf seine phonologischen (lautlichen) Eigenschaften untersuchen, stellen wir ein sogenanntes Minimalpaar auf, welches zwei fast gleich klingende Wörter, d.h. Wörter mit einer bedeutungsunterscheidenen lautlichen Einheit, nebeneinanderstellt. Ein mögliches Minimalpaar wäre also Baum – Raum. Wir stellen bei der Gegenüberstellung fest, daß es die Phone (unkategorisierte Laute) [b] und [r] sind, die den entscheidenen Bedeutungsunterschied der Worte tragen. Metasprachlich werden aus den einfachen Lauten [b] und [r] sogenannte Phone, aus den Phonen werden, insofern ein Bedeutungsunterschied wie zuvor aufgezeigt feststeht, sogenannte Phoneme, also zu klassifizierten und kategorisierten Lauten. Aus den Phonen [b] und [r] werden die Phoneme /b/ und /r/. Nach diesem Muster gehen alle Wissenschaften vor: Sie entwickeln eine Metasprache. Eine Sprache über die Dinge an sich.

Dies Prinzip kann auch in politischen Diskussionen Einzug halten. Am krassesten ausgeprägt finden wir dies in der politischen und vor allem öffentlichen Diskussion vor. Rhetorische Tricks, Verdrehungen, Verleugnungen und Unterstellungen sind allesamt metasprachliche Instrumente in einer Diskussion. Sobald man sich unfairer Mittel in der Diskussion bedient, möchte man nicht zum eigentlich Kern der Sache vorstoßen, sondern insbesondere das Drumherum fixieren. Dies Drumherum ist aber nicht real, sondern nur gedanklich konstruiert, weshalb ein Metasprachler in der Diskussion vermeintlich immer der Sieger bleiben wird, weil er in der Lage ist, seinen Gegenüber auf seine Diskussionsebene zu zwingen, eine Parallelwahrheit zu konstruieren.
Dies wird mal mehr, mal weniger getan. Schon Schopenhauer wusste um dieses Problem des mitmenschlichen Umgangs und verfasste gleich ein ganzes Werk über all die schmutzigen Tricks, die man in Diskussionen so anwenden kann. Im Gegensatz zu Schopenhauer möchten wir aber keinen Leitfaden entwerfen, sondern konkret auf die politisch korrekte Metasprache hinweisen.

Die Sprache der politisch Korrekten

Wenn wir von politisch korrekter Metasprache reden, so meinen wir genau jene kommunikative Vorgehensweise, wie sie in unserem obigen Beispiel gepflegt wird. Wir haben einen Ausgangspunkt, über den geredet wird. Metasprache ist es deswegen, weil sie über die bloße Beschreibung hinausgeht (Wenn ich also sage: „Das ist ein Baum!“, dann ist das sprachlich, aber nicht metasprachlich) und sich in Kategoriesierung und Bewertung versucht.
Somit können wir direkt auf das Zitat am Textanfang hinweisen, welches die bloße Benennung von „Volk“ und „Kultur“ als Vorwurfsvorlage betrachtet: Wörter, die eigentlich eine beschreibende Funktion haben – wie Volk und Kultur – werden sinnentfremdet und politisch aufgeblasen, mit einem neuen Inhalt ausgefüllt, neu umkategorisiert. Der Begriff Volk beschreibt seit der Neuzeit eingänglich ein Menschenkollektiv gleicher Kultur und Herkunft, die politisch korrekte Metasprache sieht bereits diese bloße Beschreibung als einen Angriff auf die Menschheit an sich, kategorisiert das selbstverständliche Wort in eine bestimmte politische Ecke um es dort abzubrennen und auszuloten. Ohne den Begriff Volk könnten menschenkundliche Wissenschaften nicht arbeiten, ebensowenig ernstzunehmende politische Theorien – doch in der System-Politik möchte man ihn abschaffen, weil er gegen die neuheilige Staatsdoktrin verstößt.
Das ist auch der Grund, weshalb es sich hier um Metasprache und nicht um Sprache handelt. Die Bedeutung von Volk wird metasprachlich negativ umgedeutet, ohne daß die Realität in irgendeiner Art und Weise Grundlage dafür sein könnte. Denn man kann den Sinngehalt eines Wortes verzerren, wohl aber kann man nicht das reale zu beschreibende Ding verändern. Wie also kommt die Welt am Sonntag auf die Idee, daß Begriffe wie Volk und Kultur – Rasse wird als Beschreibung von Sarrazin nicht genutzt – zu Anfeindungen führen könnten? Dies ist letztlich nur jenen bewusst, die diese Metasprache selbst benutzen oder mit ihr vertraut sind.

Der postmoderne Zeitgeist, inbesondere die Eliten und herrschenden Klassen, pochen darauf, die traditionellen Völker aufzulösen. Nationen werden zu Standorten, Völker zu Bevölkerungen, Deutsche und Türken zu Staatsbürgern der Bundesrepublik Deutschland. Beschreibende Worte wie Rasse oder Volk gelten als zu statisch, nicht formbar genug. Sie können nicht dienlich sein auf dem Weg zum Einheitsmenschen, jenem wurzellosen Individuum, welches in den Augen vieler radikaler Individualisten den perfekten und freien Menschen darstellt und im Weltbürgertum seinen Platz findet. Rasse, Kultur, Volksangehörigkeit: Sie alle haben als Begrifflichkeiten die Gemeinsamkeit, Realitäten zu beschreiben, die der Utopie der gutmenschlichen Clique grundlegend widersprechen. Somit konstruiert sie eine Metasprache, um eine pseudohafte Gegenrealität zu schaffen, in der jene Beschreibungen nutzlos geworden sind.

Wer stört, wird niedergetrampelt

So verwundert es nicht, daß Personen wie Sarrazin – aber auch Hermann, denn auch die „traditionelle Familie“ wie auch die ganze NS-Zeit sind metasprachlich verklärt – in illustren Diskussionsrunden der gutmenschlichen Visagen als der rassistische Buhmann darsteht, weil er mit dem metasprachlichen System seiner Mitdiskutanten rein gar nichts zu tun haben möchte. Die Metasprache geht so weit, daß allein die trockene Erwähnung eines Aspekts, der den Menschen in irgendeiner Art und Weise an eine naturhafte Sache bindet, zu starken Widerrufen führt, die in etwa alle den gleichen Tenor einschlagen: Alles, was den Menschen bindet, ist gegen ihn. So, wie die Germanistik ein Wort auf phonologischer Ebene hin untersucht und klassifiziert, pickt sich die politisch korrekte Metasprache ein Wort heraus und verdirbt es mit ihren Verdrehungen und Halbwahrheiten, bis es völlig umklassifizert wurde. Während also Begriffe wie Rasse zu früheren Zeiten völlig normal waren und auch heute noch im asiatischen und orientalischen Kulturraum nach wie vor sind, gelten sie heute als Kampfbegriffe, gar als Beleidigungen und anstößige Ausdrücke, die Menschen in irgendeiner Art und Weise diskredieren würden.

Demnach wäre die menschliche Natur selbst – sodann man sich möglichst nüchtern auf empirische und statistische Nachweise stützt – gegen den Menschen. Schließlich sind wir zunächst schicksalshaft in bestimmte Kollektive hineingeboren, hinzu kommt unsere geschlechtliche Idenität sowie das Erbmaterial, welches uns übertragen wurde und uns als Menschen zwar einzigartig, aber nicht absolut frei macht. All jene Bindungen sind durch die Metasprache, die, wie bereis beschrieben haben, innerhalb einer Art Pseudorealität argumentiert, abzuschaffen. Die Metasprache der politisch Korrekten möchte mit faschistoidem Eifer die Anerkennung ihrer Deutungshoheit erzwingen und vergrault dabei alles, was ihr nicht in den Kram passt. Somit ist in naher Zukunft auch davon auszugehen, daß Sarrazin seinen Posten bei der Bundesbank abgeben muss.

Durch nichts aus der Ruhe bringen lassen

Nun stellt sich natürlich die Frage, wie man als „politisch Unkorrekter“ auf derartige Tricks reagieren sollte. Die beste Antwort darauf ist: Gar nicht! Schließlich sind wir nicht Teil ihres geschlossenen Systems, sondern wir stehen ganz bestimmt außerhalb und haben kein Interesse an ihrer Wortumdeuterei. Wir werden unsere deutsche Sprache sprechen, wie sie im Volksmunde mit Inhalt befüllt wurde und nicht wie sie von einer abgehobenen Polit- und Medienkaste zu eigennützigen Zwecken umgedeutet wird.
Daher muss man das Gekeife einer aufgebrachten Künast oder das weltfremde Geschwätz einer arrogant daherredenden Özcan nur mit dem nötigen Humor auffassen und sich stets darüber im Klaren sein, daß ihre Worte tatsächlich nur eines sind: Schall und Rauch.

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Eine Antwort zu “Die Metasprache der Volksbeseitigung

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