Arbeitertum

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Sozialismus, Arbeit und Leistung. Teil 2

Sozialistische Perspektive

Sozialistische Arbeit als lebensnotwendige Arbeit

Gemäß der philosophischen Charakterisierung der Arbeit als lebensnotwendige Handlung aller Lebewesen, muss sich auch der Sozialist darüber im Klaren sein, daß eine antikapitalistische Wirtschaftsform ohne körperliche und gedankliche Arbeit nicht funktionieren kann. Wie unterscheidet sich also das Verständnis von Arbeit im Kapitalismus von jenem im Sozialismus?
Die Frage ist relativ einfach zu beantworten: Der Sozialismus setzt absolutes Augenmerk auf den grundlegenden Bedarf des Volkes, während der Kapitalismus aus diesen Grundbedürfnissen Ding des Wettbewerbs macht und darüber hinaus stetig bestrebt ist, neue „Bedürfnisse“ künstlich zu erschaffen. Daher fällt der Schluss nicht schwer, daß Arbeit im Sozialismus primär darauf ausgelegt sein muss, sinnvolle und notwendige Bedürfnisse effektiv zu decken. Unnötige Produktion von Gütern, die ohnehin nur eine kleinen, wohlhabenden Klasse vorbehalten sind, gilt es nach und nach abzubauen und durch gemeinnützige Arbeit zu ersetzen; der Reichtum, der von für den Volksbedarf irrelevanten Produktionszweigen angehäuft wurde, muss in Form von Fördermitteln für die gemeinnützige Wirtschaft eingesetzt werden.

Es geht also darum, eine starke bedarfsdeckende, volkswirtschaftliche Basis aufzubauen. Jegliche Form von materiellem Luxus ist nicht grundsätzlich abzulehnen, kann jedoch erst dann befürwortet werden, wenn alle grundlegenden Dinge in geregelten Bahnen verlaufen. Natürlich muss an dieser Stelle aber auch immer die Möglichkeit beachtet werden, daß die „Luxus-Maschinerie“ zu weit in wirtschaftliche Gesamtprozesse, darunter auch der Export, verstrickt ist, sodaß eine prompte Umstrukturierung eher Schlechtes als Gutes mit sich bringen könnte – ein gründliches Abwiegen der Verhältnisse ist also notwendig.

Zusammenfassend kann man also sagen: Bedarfsdeckende und somit lebensnotwendige Arbeit zuerst, alles andere hat anzustehen.

Freiwillige Arbeit und notwendige Arbeit

Notwendige Arbeit.

Notwendige Arbeit.

Entgegen dem gängigen Argument vieler Antisozialisten, der Sozialismus würde „Faulheit“ begünstigen, gilt es in diesem Abschnitt kurz zu erläutern, weshalb das nicht der Fall ist und warum – im Gegenteil – es gerade der Sozialismus ist, der die allgemeine Aktivität des Volkes enorm steigern würde.

Wir müssen zunächst zwischen zwei Formen der Arbeit unterscheiden: Freiwillige Arbeit und Arbeit, die für die Produktion von Gütern sowie für die allumfassende Versorgung des Volkes notwendig ist.
Widmen wir uns also zunächst der Produktionsarbeit. Diese Form der Arbeitskraft sollte in einer sozialistischen Produktionsweise insofern reduziert bzw. gesteigert werden, als daß nicht mehr oder weniger als der erfasste Bedarf des Volkes gedeckt wird. In der Praxis würde dies bedeuten, daß man mittel umfassender Umfragen, Statistiken und demokratischer Erwägungen die möglichst genaue Menge an Gütern und Arbeitszeit feststellt, die für die Bedarfsdeckung des Volkes nötig ist, und diese nach und nach realisiert, sodaß dem Arbeiter genügend freie Zeit außerhalb der Produktionsarbeit bleibt. Dies Vorhaben muss stets von einem technologischen Fortschritt begleitet werden, welcher den Arbeiter insbesondere von unangenehmen und nicht erfüllenden Arbeiten erlösen sollte.  Produktionsarbeit ist also notwendige Pflichtarbeit; dem Sozialismus geht es nicht darum, Verantwortungslosigkeit zu schüren, sondern den natürlichen gemeinschaftlichen Zwang möglichst gering zu halten.
Anders verhält es sich bei Arbeit, die einem sozialen Zweck dient. Dieser Sektor sollte stets auf genossenschaftlicher Basis ausgebaut werden.

Freizeit als Ideal.

Freizeit als Ideal.

Ferner hätten wir als zweiten Aspekt die freiewillige Arbeit. Darunter sind alle körperlichen und geistigen Ertüchtigungen wie Sport, Heimwerkerei, Musik, Kunst, Selbstbildung, etc. zu subsimieren. Darüber hinaus bliebe insbesondere auf Deutschland bezogen das Ehrenamt zu nennen, welches in weiteren unbedingt notwendigen Arbeitszweigen wie der Kranken- und Altenpflege oder Kindererziehung gefördert werden sollte. Wenn es selbst in der spätkapitalistischen Gesellschaft von 2010 eine beachtliche Anzahl an ehrenamtlichen Helfern in Kirchengemeinden, Kindergärten, Altenheimen und weiteren sozialen Einrichtungen in der BRD aufzuweisen ist, so werden es im Sozialismus ganz gewiss nicht weniger werden. Als deutsche Sozialisten setzen wir vor allem auf die rein natürliche Schaffenskraft unseres Volkes.
Diese Schaffenskraft gilt es zu fördern, indem wir den Zwang so gering wie möglich halten. Wer hier im Faulheit argumentiert, ist bereits so in der kapitalistischen Verwertungslogik befangen, daß er nur noch Lohnarbeit als wirkliche Arbeit und Beschäftigung ansieht. So würde in unserer Gesellschaft ein Handwerker, der in seiner Freizeit als Arbeitsloser kostenlos unzählige Gartenhütten gezimmert hätte, als Faulpelz und Schnorrer gelten. Diese Logik gilt es im sozialistischen Sinne aufzuheben.

Leistungsbewertung im Sozialismus

Nun, da geklärt wurde, wie das sozialistische Ideal von Arbeit im Groben aussieht, sollten wir noch kurz auf die Frage eingehen, wie Leistung im Sozialismus bewertet werden müsste, sodaß wir für das gesamte Volk gerechte Lösungsvorschläge vorlegen können. Grundsatz einer jeden sozialistischen Gesellschaft ist, daß das gesamte Volk am gesellschaftlichen Reichtum teilhaben muss. Das bedeutet im Klartext: Ein Grundeinkommen für jeden Volksgenossen ab einem bestimmten Alter muss nach und nach realisiert werden. Dieses Grundeinkommen sollte möglichst ausgeglichen sein, sodaß der Bezieher des Einkommens gut davon leben kann.
Individuelle Leistung soll aber nicht undankbar in Anspruch genommen werden: So sollte jeder Arbeiter, gemäß seiner Funktion, arbeitstechnischen Umstände und Umgebung einen Aufschlag auf das Grundeinkommen bekommen. Dies ist während der eigentlichen Arbeitsperiode auszuhalten; nachhaltig ist eine angemessene Anhebung des Grundeinkommens in Erwägung zu ziehen, insofern andere Arbeiter nicht darunter leiden müssen. Wie immer, sind auch hier alle Maßstäbe über komplexe Untersuchungen nach wissenschaftlichen Kriterien sowie durch Abstimmungen zu setzen.

Siehe auch:
→Sozialismus, Arbeit und Leistung. Teil 1

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8 Antworten zu “Sozialismus, Arbeit und Leistung. Teil 2

  1. Pingback: Sozialismus, Arbeit und Leistung. Teil 1 « Arbeitertum

  2. blacksun87 August 14, 2010 um 3:31 pm

    Habt ihr schon mal was vom Solidarismus in der NPD gehört?

  3. Lex Luger August 14, 2010 um 10:20 pm

    Solidarismus in der NPD? Wir wissen wohl, daß es hier und dort einige „linke“ Individuen dort gibt, aber nichts von was Größerem.

  4. blacksun87 August 16, 2010 um 7:40 pm

    http://www.npd.de/html/1526/artikel/detail/1502/

  5. blacksun87 August 16, 2010 um 7:44 pm

    Achja meldet euch doch auch mal hier

    http://bunzelrepublik.wordpress.com/2010/08/15/umfrage-sozialismus/

    und schreibt eure Meinung.

    • Lex Luger August 17, 2010 um 10:27 am

      da habe ich bereits meinen senf zu abgegeben. 😛

      • blacksun87 August 17, 2010 um 6:04 pm

        Joa.. habs gesehn da war aber das Kommentar schon abeschickt 😉

  6. sozrev August 18, 2010 um 6:49 am

    blachsun87:

    An dieser Stelle wird auch über den Solidarismus diskutiert. Wäre gut wenn du dich auch beteiligen würdest.

    http://www.nwsn.info/vbulletin/showthread.php?t=2594

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