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Für die D-Mark – der Euro muss weg!

In Deutschland und anderen Staaten der EU wird in den nächsten Monaten und Jahren ein Thema ganz groß auf der Agenda stehen und zwar die Rückkehr zu einer nationalen Währung. Die Krise der „Einheitswährung“ der Staaten des imperialistischen Gebildes EU – der Euro – befindet sich wie man nun selbst etablierten Meinungsmedien entnehmen kann in einer existenziellen Krise. Die Rückkehr zur D-Mark als nationale Währung in Deutschland würde dabei von einer großen Mehrheit der Deutschen befürwortet. Zahlreiche Experten sind sich sicher das der „Tag X“, also die Rückkehr zur D-Mark eigentlich nur noch eine Frage der Zeit sei. Auch Vertreter des deutschen Großkapitals und führende Ex-Politiker, die Jahrelang für den Euro getrommelt hatten, scheinen sich nun zusehends wieder für die D-Mark auszusprechen.

Die Schwäche und Krise des Euro ist auch eine Folge der Dominanz des Dollars auf den internationalen Märkten. Die Dominanz Washingtons auf den Finanzmärkten führt dazu das Obama bei Bedarf die Gelddruckmaschine anwerfen kann, während der Dollar aber in Wahrheit selbst eine höchst destabile und unsichere Währung ist. Auf lange Zeit gesehen wird Washington in der Wirtschafts- und Finanzkrise darauf aus sein den Euro crashen zu lassen, da sich der Konkurrenzkampf der beiden „befreundeten“ Blöcke – EU und USA – auf den kapitalistischen Weltmärkten zusehends verstärkt.

Die Euro-Krise hängt nun sehr eng mit der Finanz- und Wirtschaftskrise zusammen, deren enorme Auswirkungen erst noch spür- und greifbar werden. Die diversen Euro, Banken und Griechenland-Rettungspakete kommen dabei nicht den Arbeitern, Arbeitslosen und Mittelschichten zugute, sondern den Banken und Kreditinstituten, die jene Krise verursacht hatten. Die Auswirkungen der Krise werden dabei auf den sprichwörtlichen kleinen Mann abgewälzt, insbesondere die sogenannten „Unterschichten“ sollen nun die Lasten der Krise durch ein neues „Sparpaket“ bezahlen. Die Krise könnte aber gar in einen Zusammenbruch des Geldsystems der betroffenen westlichen Staaten münden. Betroffene würden große Teile ihrer Ersparnisse verlieren; Betroffen wären Sparbücher, Konten, Bausparverträge, aber auch Renten und Aktienfonds.

Die Politiker der Bundestagsparteien versprachen, dass die Einführung des Euro nur Vorteile bringen würde: Das Volk selbst, wurde nicht im Rahmen einer Volksabstimmung gefragt, ob man die Einführung des „Teuro“ und die Abschaffung der nationalen deutschen Währung wünsche. Zu klar war wohl, dass dies im Volk auf breite Ablehnung treffen würde. Die Währungspolitik wurde damit unter Brüsseler Kuratel gestellt. Dabei war es Kritikern von Anfang an klar, dass der Euro wirtschafts- und währungspolitisch zum Scheitern verurteilt sein müsse, da in den verschiedensten Mitgliedsstaaten der EU völlig unterschiedliche ökonomische Rahmenbedingungen vorherrschen, die sich miteinander allesamt kaum in Einklang bringen lassen.

Ob aber alleine eine Wiederherstellung der Währungssouveränität die Krise lösen würde ist mehr als zweifelhaft. Nötig ist viel mehr eine Überwindung des kapitalistischen Wirtschaftssystems und ein Austritt aus dem imperialistischen Bündnis EU. Derzeit gibt es unter den Euro-Kritikern in Deutschland zwei Ansätze: NPD und das Bündnis um die „Volksinitiative“ von Jürgen Elsässer bevorzugen zwar eine Rückkehr zur D-Mark, aber ohne den Kapitalismus an sich in Frage zu stellen. So glaubt etwa Jürgen Elsässer an ein gutes europäisches Industriekapital, welches sich nun angeblich gegen das böse amerikanische Finanzkapital positioniere. Bei der NPD glaubt man an ein gutes „völkisches Unternehmertum“, welches es wieder im Rahmen der Volksgemeinschaft herzustellen gelte.

Die LINKE und vor allem das Spektrum der „radikalen Linken“ schweigt hingegen schändlicherweise zum großen Teil zu diesem Thema. Fast so als sei für sie der Euro gar nicht existent, was aber in Deutschland wohl damit zu tun hat das der postmoderne Antinationalismus dazu verleitet „populistische“ Themen zu meiden und den Antikapitalismus auf einen reinen Diskurs zu verschieben, der sich von der Realität abkoppelt. Sozialrevolutionäre Nationalisten setzen hingegen auf eine Rückkehr zur Währungssouveränität verbunden mit einer Kapitalismuskritik die darauf aus ist, dass gesamte System in Frage zu stellen: Also die Verbindung von Privateigentum, Monopolismus, Banken- und Kreditwesen und die Tendenz des Kapitalismus zur ständigen Profitsteigerung bei gleichzeitigen Ausschluß immer breiter Bevölkerungsschichten von gesellschaftlicher Teilhabe.

Es gilt darauf hinzuweisen, dass die Euro-Krise ursächlich auch auf die Handlungsweise der Industrie der BRD in Ost- und Mitteleuropa zurückzuführen ist. Die deutsche Großindustrie hatte ein beträchtliches Interesse an der Einführung des Euro, da man sich so bei der Eroberung der ost- und mitteleuropäischen Absatzmärkte einen wesentlichen Vorteil verschaffen konnte. Eine Abwertung der Währung war etwa für Staaten wie Griechenland und Portugal durch die Einführung des Euro nicht mehr möglich. In Deutschland sind desweiteren die Lohnstückkosten in den letzten 10 Jahren drastisch gefallen, während sie in fast allen Staaten der EU anstiegen. In Spanien und Griechenland betrug diese Steigerung der Lohnstückkosten gar deutlich über 20 Prozent. Dies hängt aber nun vor allem mit der negativen Entwicklung der Reallöhne in der Bundesrepublik zusammen: Deutschland ist hier Schlusslicht. Die Reallöhne fielen in den letzten Jahren kontinuierlich, während in allen Staaten der EU eine positive Entwicklung zu verzeichnen war. Folge ist auch der Ausbau des Leiharbeiter und Dumpinglohnsektors in der Bundesrepublik.

Ein weiterer Grund ist die Aufrechterhaltung der Konjunktur in den Krisenstaaten der EU auf Pump. Hinzu kommt das immer weniger Kapitalanleger der Wirtschaft Griechenlands oder Portugals noch vertrauen und diese Staaten bei ausländischen Banken in der Kreide stehen. Die Krisenstaaten verfügen nicht mehr über eigene Mittel um Konjunkturprogramme aufzulegen um somit die eigene Volkswirtschaft am Leben zu halten. Hinzu kamen die bewussten Angriffe diverser Spekulanten auf Griechenland – die auch zu einem nicht unerheblichen Teil von deutschen Kapitalisten ausgingen. Das aber nun für die Euro-Krise und die Krise des Kapitalismus insgesamt Griechenland verantwortlich gemacht wird, sollte doch eigentlich ein leicht zu durchschauendes Ablenkungsmanöver sein. So weist selbst die bürgerliche „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) darauf hin das der Regelbruch den Euro von Anfang an begleitete. Siehe: http://www.faz.net/s/Rub3ADB8A210E75…~Scontent.html

An einer Einführung der D-Mark wird also vor allem das Großkapital in der Bundesrepublik kein Interesse haben. Von der Einführung des Euro hatte die deutsche Exportwirtschaft profitiert, die Absatzmärkte in Osteuropa erobern konnte und in der Lage war auf stabiler Gundlage Geschäfte zu tätigen, während man Arbeitsplätze ins billigere osteuopäische Ausland verlagern konnte und die Löhne kontinuierlich sanken. Demgegenüber hatte der Großteil des deutschen Volkes nur Nachteile aus dieser Währung gezogen. Der Euro hat die Preise für Lebensmittel und Handelswaren verteuert und sich als instabil erwiesen. Die große Mehrheit der Deutschen wünscht sich daher zurecht die Rückkehr zu einer souveränen und stabilen nationalen Währung – der D-Mark. Dies erfordert aber auch einen Bruch mit Institutionen der EU, ein Ausscheiden aus dem europäischen „Superstaat“ und eine antikapitalistische Ausrichtung eines souveränen deutschen Nationalstaates.

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Eine Antwort zu “Für die D-Mark – der Euro muss weg!

  1. Frank August 22, 2010 um 6:31 am

    Hallo Sozrev,
    du irrst dich gewaltig in der Interpretation der Zustände.

    „Die Einheitswährung der Staaten des imperialistischen Gebildes EU – der Euro – befindet sich, wie man nun selbst etablierten Meinungsmedien entnehmen kann, in einer existenziellen Krise.“

    Wenn bürgerliche Schreiberlinge von einer „existentiellen“ Krise sprechen, dann hat das weniger Wert als heiße Luft. Hier nochmal grundsätzlich: Erstens ist der Zustand der Währung immer nur das Spiegelbild der privaten Wirtschaft, die ohne eine sozialistische Revolution der Arbeiterklasse noch den jüngsten Tag überstehen wird; zweitens gehören Krisen zum Wesensbestandteil des Kapitalismus, der privatkapitalistischen Wirtschaft. Auf diese systembedingten – und regelmäßig auch das ganze System durchschüttelnden – Krisen nun zu reagieren, indem man einzelne Bestandteile austauscht, ist aus vielen Gründen völlig sinnlos. Wenn du mit dem Auto – nur mal als Veranschaulichung – z.B. zum Mond fahren willst – und so ähnlich ist es in der Tat, wenn du aus dem Kapitalismus ein soziales und krisenfreies System machen willst – dann nützt dir der Wechsel der Kupplung doch herzlich wenig, oder? Und zu allem Unglück willst du auch noch die Hightec-Edelstahlkupplung durch ein morsches Holzgestänge ersetzen.

    „Die Rückkehr zur D-Mark als nationale Währung in Deutschland würde dabei von einer großen Mehrheit der Deutschen befürwortet.“

    Na und? Der Kapitalismus ist prinzipiell der Kampf jeder gegen Jeden, Firma gegen Firma, Klasse gegen Klasse. Zu allen Zeiten verlangten die Verlierer, also diejenigen, die infolge der Einführung neuer und besserer Methoden in diesem allgemeinen Hauen und Stechen ins Hintertreffen geraten sind, die Wiederaufrichtung der alten Zuständen. Als der Freihandel sich im 19.Jahrhundert durchsetzte, riefen die Verlierer, die ihre nun zu teuren Waren nicht mehr los wurden, sofort nach Zöllen.

    Ich wies bereits an anderer Stelle darauf hin, dass die heutige „Globalisierung“, zu der auch der Euro gehört, letztlich nur die Globalisierung des Arbeitsmarktes ist. Und natürlich stellen diejenigen Proleten die Masse der Verlierer dar, die für ihre Ware bisher mehr Lohn bekamen, als andere. Also fordern sie nun einen „Schutzzoll“ für ihre Ware – ihre Arbeitskraft. Das sogenannte „Entsendegesetz“ war der erste Versuch eines Schutzzolles für überteuerte Arbeitskraft. Es hat nichts genützt, so wie noch niemals der Ruf nach Schutzzöllen den Verlierern auf dem Markt genützt hat.

    Bereits Marx hat beschrieben, wie und warum das Kapital alle Schranken niederreißt, sobald sie vor ihm auftauchen. Und die Kleinstaaterei, zu der du mit deiner Forderung nach der D-Mark zurück willst, ist nicht nur für das Kapital unerträglich. Eigentlich hat Marx doch die Arbeiter aufgefordert, sich über Ländergrenzen hinweg zu vereinigen, um dann, nachdem sie das Kapital vom Sockel gestoßen haben, eine sozial gerechte Gesellschaft aufzubauen. Und nun – Ironie der Geschichte – werden sie tatsächlich vereinigt – von den Kapitalisten mithilfe des Euros.

    Die angebliche Krise des Euros ist – wenn überhaupt – alleine eine Krise der Arbeiterklasse. Sie – die Arbeiter – müssen endlich begreifen, dass das Schicksal der Griechen, also der unaufhaltsame und drastische Lohnabbau, sie alle treffen wird, egal wo sie gerade in Europa schufften. Solange ihre Arbeitskraft eine Ware ist und nach den objektiven Marktgesetzen gehandelt wird, legen diese Gesetze auch den Wert der Arbeitskraft fest – mit dem Minimum des zum Leben notwendigen. Einen Schutzzoll für deutsche Löhne zu fordern, ist noch zweckloser, als ein Kamel durch ein Nadelöhr bekommen zu wollen.

    Die D-Mark gehört der Geschichte an wie der Taler oder der Gulden. Sie zurückzufordern ist antiquiert. Erstens verstößt dieser Versuch gegen die Grundlagen der menschlichen Entwicklung (Produktivitätssteigerung, Vereinheitlichung etc.); zweitens wird es die herrschende Klasse, das Kapital, niemals zulassen; drittens löst die Revitalisierung der D-Mark kein einziges Problem, weil das Kapital so oder so in Billigländer flüchtet, ob dort die Arbeitskraft nun Drachmen, Lire oder Euro bezahlt werden muss; und viertens ist es gegen die Interessen der Arbeiter gerichtet. Die Arbeiter aller Länder müssen sich vereinigen, um díe Herrschaft des Kapitals zu stürzen, indem sie die Produktionsmittel in gesellschaftliches Eigentum überführen.

    viele Grüße,
    Frank

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