Arbeitertum

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Die selbsternannten Feinde des deutschen Nationalismus. Teil 2

Das Bürgertum

Natürlich beherbergt ein bürgerliches System wie die Bundesrepublik auch ein ausgedehntes Bürgertum mit einem ebenso ausgeprägten bürgerlichen Bewusstsein. Dies bürgerliche Bewusstsein ist insbesondere im Mittelstand präsent, beginnt aber im Grunde genommen schon beim Kleinbürgertum. Letzteres scheint jedoch ein wenig zerrüttet und der deutsche Kleinbürger scheint sich im Gesamten sowohl zum „Sozialismus“ als auch zum Liberalismus hingezogen zu fühlen, was dem Antinationalismus in beiden Fällen aber keinen Abbruch tut.

Das deutsche Bürgertum folgt dem gleichen Prinzip, wie es auch das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland tut. Man fühlt sich als „Deutscher“, allerdings nur aufgrund der deutschen Staatsangehörigkeit. Der Staat ist hier der entscheidende Faktor, nicht die Nation.

Das deutsche Bürgertum verteilt sich auf die gesamte etablierte politische Landschaft. Die sogenannte „bürgerliche Mitte“ findet sich in der CDU und der SPD am allermeisten wieder, das Großbürgertum findet in der FDP seinen Platz und das Kleinbürgertum sollte in der Regel im Umfeld der LINKEN als auch der SPD auffindbar sein. Das Bündnis 90 / Die Grünen, ursprünglich eine eher antibürgerliche Partei, bildete sich nach den anfänglichen Erfolgen nach und nach wohl zu einem Sammelbecken für das Bildungsbürgertum, ist heute nur noch ein Schatten ihrer selbst und hoffnungslos im bürgerlichen Sumpf der Parlamente versunken.

Diese grobe Einordnung soll nur der Orientierung dienen – etwa wie das Parteienspektrum die gesellschaftliche Realität auf schon fast absurde Weise widerspiegelt -, für eine tiefer greifende Analyse ist sie viel zu oberflächlich. So ist ein beachtlicher Anteil der deutschen Arbeiterschaft nicht etwa Mitglied der LINKEN, sondern der in den letzten Jahren liberal agierenden SPD, ebenso wie es den ein oder anderen Großbürger geben wird, der in der LINKEN seine politische Heimat findet, usw.

Herausstechen soll letztendlich nur folgendes: Unter den genannten Parteien findet sich keine einzige nationale Partei wieder. Zu nennen wären da u.a. die Nationaldemokraten (NPD), die Deutsche Volksunion (DVU), die Republikaner (REP) und seit neuestem in Westfalen auch Pro NRW (Pro). Während die Nationaldemokraten in ihrem Auftreten sowie überwiegend in der inhaltlichen Ausrichtung – mit einer starken Anlehnung an den historischen Nationalsozialismus – dem Bürgertum von Natur aus nicht zusagen dürften, haben aber auch stark biedere Rechtsparteien wie die Republikaner, nach ihren bemerkenswerten Wahlerfolgen in den spätigen 80ern und in den 90ern, stark an Einfluss verloren und sich, bis auf einige Kommunalmandate, weitestgehend aus der Politik verabschiedet. Ein neuer „patriotischer Versuch“ bürgerlicher Coleur auf Seiten Pro NRWs scheint auch fehlzuschlagen: Bei der letzten →Landtagswahl in NRW erreichte die Partei nur mit Müh‘ und Not die Wahlkampfkostenerstattung.

Daran können wir erkennen, daß auch ein bürgerlicher, verfassungstreuer und biederer Anstrich das eigentliche Bürgertum nicht mit nationalen – oder selbst nur patriotischen – Inhalten hinter dem Kamin hervorlocken kann. Das kann mehrere Gründe haben.

Zum einen haben wir das „linke Bürgertum“ aus dem Umfeld der Gewerkschaften, SPD, LINKEN und Grünen. Ihre innere Konzeption ist in der Regel so oder so antinational und – teils bewusst, teils unbewusst – volksfeindlich, sodaß es nicht verwundert, daß linksbürgerliche Deutsche dem deutschen Nationalismus feindselig gegenüberstehen. Diese Feindseligkeit ist dabei nicht selten emotionaler Natur und zieht ihre Motivation insbesondere aus den Ereignissen unter der Regierung Hitler im Dritten Reich: Da damals unter nationalistischem Vorzeichen Verbrechen an Minderheiten begangen wurden, soll dies angeblich programmatischer Bestandteil aller Nationalismen sein.

Zum anderen haben wir jene Deutschen, die in politischer Hinsicht sehnlichst die Mitte suchen. Nun verschiebt sich diese Mitte mal eher zum Sozialen und mal mehr zum Liberalen hin, dennoch bleibt ihr Kern bezüglich der nationalen Frage konstant antideutsch. Einige „Mittler“, die auch per Wahl versuchen, im Parlament „mittlere Verhältnisse“ herzustellen, mögen vielleicht national denkend sein, doch setzen sie – und das zeigt ihr politisches Handeln – völlig falsche Prioritäten. Auch hier scheint eine ausgeprägte Phobie vor nationalistischen Ideen zu bestehen, dessen Grund ebenfalls der oben Genannte sein dürfte.

Als vorletztes Beispiel soll das rechtsbürgerliche Lager genannt werden. Es bewegt sich in dem Umfeld von CDU/CSU und FDP, wobei letztere Partei eher eine Sonderstellung als Nische für die kapitalistische Klasse einnimmt. Hinzu kommen zahlreiche konservative Kleinparteien, die sich ausschließlich auf Lokalebene betätigen. Auch hier sei darauf verwiesen, daß die offizielle Parteilinie der Linie der Basis widersprechen kann – was auch etwa in der CDU der Fall ist. Einen bekannten „rechten Flügel“ konnte die CDU etwa nur in Hessen unter Roland Koch vorweisen. Dieser Flügel fiel zur hessischen Landtagswahl 2008 aber insbesondre durch recht billigen Rechtspopulismus auf, der wie gewohnt reißerisch, aber ohne Seele daherkam und letztlich scheiterte.

Ansonsten mag es in der parteilichen Basis der CDU und insbesondere in der konservativeren bayrischen Version, der CSU, einige „Rechte“, vielleicht gar Nationale geben. Wie aber bereits oben angedeutet, handelt es sich auch hier um falsche Prioritätensetzung. Die offizielle Linie der CDU ist strikt gegen den deutschen Nationalismus gewandt – und das wissen auch die Mitglieder. Daher verwundert es nicht, daß dann und wann versteckt gedrehte Videos von CDU-Mitgliedern auftauchen, die sich klar nationalistischer Rhetorik bedienen. Solange diese jedoch nur am Stammtisch bereit sind, national zu sein, kann man sie von den überzeugten Antinationalen kaum noch unterscheiden.

Zu allerletzt kommen wir noch zu der passiven Bürgerschaft, den „Biedermeiern“ und Nichtwählern. Ihr Antinationalismus resultierte nicht aus falschen Überzeugungen oder ist Steckenpferd für einen netten Posten in einer „Volkspartei“, ihr Antinationalismus resultiert gerade aus dem passiven Nichthandeln heraus: Diese traurige Fraktion des deutschen Volkes schaut seelenruhig zu, wie die eigene Heimat vor die Hunde geht. Resignation, Rückzug ins Privatleben und die verweigerte Anteilnahme am gesellschaftlich-politisch Prozess in der Bundesrepublik sind Symptome, die mehr und mehr Schule machen. Somit ist es nicht verwunderlich, daß die Gruppe des passiven Bürgertums von Wahl zu Wahl wächst. Auch hier mag es nationales Potential geben, in der Regel jedoch ist dies kaum ausgeprägt und nur oberflächlicher Natur. Mit Nationalisten, die für ihre Ziele auch öffentlich einstehen, möchten sie nichts gemein haben.

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3 Antworten zu “Die selbsternannten Feinde des deutschen Nationalismus. Teil 2

  1. sozrev Juli 24, 2010 um 7:47 am

    Der deutsche „Bürger“ hat das Bedürfnis nach Ruhe und Ordnung und dies vor allem mit Hinsicht auf seine eigene Lebensplanung. Der Bürger mag zwar durchaus am Stammtisch ein Patriot sein, nur möchte er mit einem erklärten Nationalisten vom Nachbarn nicht auf einer Straßenseite gesehen werden. Die „Bürgerehre“, verbietet dies, schließlich geht es um Ansehen und Reputation. Kritik an politischen Zuständen bleibt so dem Stammtisch und den eigenen vier Wänden vorbehalten. Das Bürgertum oder zumindest Teile des Bürgertums (Kleinbürgertum) sind aber trotzdem nicht Feind eines sozialrevolutionären Nationalismus, sondern Objekt zukünftiger Bündnisse, wenn sich die soziale Not in Deutschland, wie zu erwarten sein wird, weiter drastisch ausweitet.

    Schwer gewinnbar erscheint mir aber gerade das rechtsbürgerliche Lager; auch um deren Ausläufer in der CDU und CSU und dies obwohl die Zeiten eines F.J. Strauß („rechts von der Union darf es keine demokratisch legitimierte Partei geben“) oder Alfred Dregger vorbei sind und der konservative Flügel in der Union eher schwach ausgebildet ist. Die Bindung rechtsbürgerlicher Kreise an die Union ist relativ stark und zwar stärker als die Bindung anderer Wählerschichten die für den deutschen Nationalismus zu gewinnen sind. Rechtsbürgerliche haben scheinbar ein besonderes Verlagen danach zu betonen, dass man doch vollends auf der Grundlage des bürgerlichen Verfassungsordnung stehe. Darum wird auch die Verbürgerlichung der NPD scheitern. Rechte Unions- und FDP-Wähler werden kaum gewinnbar sein.

  2. Tbc Juli 24, 2010 um 9:59 am

    Gelungener Artikel.
    Ich möchte ergänzen: Die Grünen als parlamentarischer Arm der 68er waren immer eine bildungsbürgerliche Partei. So etwas wie eine antibürgerlicher Partei hat es in den Parlamenten der BRD nie gegeben.

  3. Lex Luger Juli 26, 2010 um 9:31 pm

    Ich für meinen Teil bewerte das erste Auftreten der Grünen im Bundestag (radikale Vergangenheit Fischers, Turnschuhe und Jeans, etc.) durchaus als antibürgerlichen Impuls, welcher allerdings bereits nach kurzer Zeit abflachte und durch die exponentielle Verbürgerlichung ausgetauscht wurde.

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