Arbeitertum

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Jugend ohne Perspektive!

Ein Bund-Länder-Bericht zeigt auf, wie dramatisch die Lage für Jugendliche auf dem Lehrstellenmarkt ist. 17 Prozent der Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 20 und 30 Jahren können in der Bundesrepublik keinen Berufsabschluß vorweisen. In dem offiziellen Bildungsbericht von Bund und Ländern unter de Titel „Bildung in Deutschland 2010“ weisen die Autoren darauf hin, dass von dieser verhängnisvollen Entwicklung vor allem Hauptschüler und Zuwanderer betroffen sind. Dabei sei die Zahl der Jugendlichen ohne Berufsausbildung in der Bundesrepublik noch nie derart hoch gewesen. 2007 –so die letzte Erhebung – hatte die Quote noch bei 15 Prozent gelegen.

Besonders schwer betroffen sind nicht nur die Kinder türkischer Einwanderer (47,5 Prozent), sondern ebenso deutsche Hauptschüler. 75 Prozent der Hauptschüler ohne Abschluß gelten als chancenlos auf dem Arbeitsmarkt. Dieser Trend würde sich in den nächsten Jahren noch drastisch verstärken, so die Autoren der Studie. Jugendliche ohne Schulabschluss seien auf dem Arbeitsmarkt faktisch ohne jede Chance. Auch die Anzahl der Schulabbrecher bleibt sehr hoch. Im Osten der Republik ist die Quote hierbei deutlich höher als im Westen. Über 30 Prozent der Jugendlichen würden in einer prekären sozialen Lage aufwachsen, bis zu 25 Prozent stammen aus Familien die von einem hohen Armutsrisiko betroffen sind.

Diese Entwicklung ist ein Armutszeugnis für die schwarz-gelbe Bundesregierung, hatte sie doch die Bildung zu einem Hauptthema der Koalitionsvereinbarungen erklärt. Man wolle die Jugendarbeitslosigkeit bekämpfen, so die ewige Versprechung, die man so ja auch von den Vorgängerregierungen kennt. Die Bundesregierung hatte versprochen bis zum Jahr 2015 über 10 Prozent des Bundeshaushaltes in Bildung und Weiterbildung zu investieren. Auf dem Bildungsgipfel im Jahr 2008 hatten Bund und Länder einen Mehrvolumen von 60 Milliarden Euro zugesagt. Das aber nichts für die Bildung unternommen wurde und die Milliarden-Verprechungen, eben nur leeres Getöse waren, hätte eigentlich schon damals jedem klar sein müssen.

Dabei geht es gar nicht einmal nur um die Schulbildung, sondern auch um die desolate Lage der Kindergärten und der individuellen Förderungsmaßnahmen, sowie um den längst bekannten Lehrermangel. Die Verwahrlosung ganzer Schulen in Problembezirken ist zwar ebenso wohl nahezu jedem Bundestagsabgeordneten bekannt, nur wird dieses Thema in der politischen Realität tabuisiert. Jugendtreffpunkte, kulturelle Einrichtungen und Freizeitmöglichkeiten werden wegrationalisiert, während jede Partei vor den Wahlen das Thema Bildung und Jugend stets aufs Neue für sich entdeckt. Zudem verdienen gerade Jugendliche, die noch eine Ausbildungsstelle oder einen Arbeitsplatz finden können, immer schlechter. Das Armutsrisiko ist gerade unter den jüngeren Deutschen besonders hoch.

Gerade diese Perspektivlosigkeit der deutschen Jugend auf dem Lehrstellenmarkt zeigt die dringende Notwendigkeit auf, das kapitalistische System zu überwinden. Die jüngere Generation erkennt immer mehr, dass eine sozialistische Systemalternative zum Kapitalismus nur im Nationalstaat geschaffen werden kann.

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