Arbeitertum

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Gastbeitrag: Was ist Faschismus?

Von Max Brüm.

Nachdem immer wieder die Frage gestellt wird, was denn der inflationär benutzte Begriff „Faschismus“ wirklich bedeutet, versuche ich hier drei Versionen kurz zu beschreiben (wobei ich mich aus naheliegenden Gründen auf den „deutschen Faschismus“ beziehe):

Die „klassische“ Definition wurde von Dimitroff auf dem 7. Kongress der Komintern 1935 verkündet:
„Faschismus an der Macht … ist die offene, terroristische Diktatur der reaktionärsten, chauvinistischen, am meisten imperialistischen Elemente des Finanzkapitals.“

Beziehungsweise der Versuch dieser Kräfte eine solche Form der Diktatur anzustreben, sollte man heute hinzufügen.

Eine Definition, die bereits damals weitgehend unsinnig war, denn es gab nie eine „Steuerung“ der Faschisten durch das Finanzkapital (warum auch nur durch dieses??), sondern die Faschisten versuchten im Gegenteil, sich vom Grosskapital zu emanzipieren (vgl. u.a. die staatlichen Hermann-Göring-Werke) und Politik auf eigene Faust zu machen. Richtig daran ist nur, dass Teile des deutschen Grosskapitals kurz vor der Machtübernahme durch die NS Hitlers NSDAP finanziell unterstützten. Aus den maximal 2 Jahren, während denen die NS finanzielle Hilfe erhielten, gleich eine Gesetzmässigkeit zu machen, wie es Dimitroff tat, ist absurd und zeigt deutlich die propagandistische und agitatorische Absicht, die dahinter steckte. Was aus damaliger Sicht noch in diesem Sinne verständlich war, da damals der Faschismus tatsächlich eine Massenbewegung war, ist heute kindischer Unfug, da von faschistischen Massenparteien weit und breit nichts zu sehen ist und eine angebliche Finanzierung derselben durch das Monopolkapital nur Halluzinationen antifaschistischer Wirrköpfe sind.

Der von der SPD und ihren politisch-ideologischen Trabanten PDS/Linke, Grüne, Antifa, MLPD/DKP als Totschlagargument benutzte Begriff „Faschismus“ hat ausschliesslich das Motiv, Andersdenkende zu kriminalisieren. Menschen, die sich der ideologischen Hegemonie der SPD etc. bewusst entziehen, werden von dieser als „Faschisten“ beschimpft. Wobei der Begriff Faschisten für die SPD nur ein Synonym für politische Verbrecher ist. Die SPD benutzt den Begriff also nicht aus einer wenigstens ansatzweise sachlichen, politisch motivierten Überlegung heraus, sondern er dient dieser Partei und ihren Ablegern dazu, Menschen anderer politischer Überzeugungen pauschal zu diffamieren, einzuschüchtern und in letzter Konsequenz in ihrer Existenz zu vernichten. Er ist also ein politischer Kampfbegriff ohne politisch-ideologischen Inhalt. Und die Antifaschisten sind diejenigen, die diesen totalitären Anspruch von SPD und Umfeld mit Gewalt durchzusetzen versuchen.

Hier nun mein Versuch einer sachlichen Definition des Begriffes „Faschismus“: Der Faschismus war bzw. ist eine kleinbürgerlich-bäuerliche (das „bäuerlich“ sollte man in Klammern setzten, weil die Bauern zahlenmässig völlig unbedeutend geworden sind) Massenbewegung (wobei man das Wort „Masse“ auch heute getrost streichen kann), die sich zum Schutz der Kleinproduktion gegen die Moderne richtet(e). Gegner waren/sind die alten Eliten, der Liberalismus und die organisierte Arbeiterbewegung. Unterstützung finden die Faschisten heute zudem bei der Arbeiteraristokratie (ein marxistischer Begriff für Leute, die man als „besserverdienende“ Arbeiter bezeichnen könnte bzw. die auf dem „Sprung“ von der Arbeiterklasse ins Kleinbürgertum sind) und bei den Globalisierungsverlierern.

In dem von mir genannten Sinne kann man ohne Zweifel bei Parteien wie den REP, der DVU und den PRO-Gruppen Tendenzen erkennen, die eindeutig an faschistische Traditionen erinnern. Nur besitzen diese Parteien noch nicht einmal im Kleinbürgertum eine Massenbasis, werden aber, was ihre Mitgliederzusammensetzung betrifft, von diesem dominiert. Auch eine Finanzierung durch die Monopole ist nirgends gegeben. Im Gegenteil, die heutigen Faschisten werden vom Grosskapital massiv bekämpft, da sie z.B. gegen die von den Kapitalisten erwünschte Masseneinwanderung agitieren.

Die NPD würde ich nicht als eine faschistische Partei bezeichnen. Das wäre zu plump argumentiert. Soweit ich es beobachten kann, existieren dort hauptseitig zwei Flügel, die sich eigentlich völlig widersprechen:

Ein Flügel, der offen NS-Nostalgie betreibt. Entweder sind diese Leute Provokateure und/oder politisch-ideologische Geisterfahrer, die in jeder Hinsicht in die falsche Richtung unterwegs sind.

Einen zweiten Flügel könnte man allerdings mit viel Wohlwollen als sozial und national bezeichnen. Dort wird gelegentlich wenigstens der Versuch gemacht, den unseligen, typisch deutschen Widerspruch zwischen links/sozial und national aufzuheben. Einen Widerspruch, den es in dieser Schärfe nirgendwo sonst auf der Welt gibt. In vielen Ländern der Erde, vor allen Dingen außerhalb von Europa gilt der Begriff sozial/links und national sogar als Synonym.

Die NPD könnte sich auf dem Weg in eine linsnationalistische Richtung befinden* (wobei ich mir schon klar bin, dass das noch ein langer Weg sein wird). Sollte ihr das freilich wider Erwarten gelingen und sie damit an die „antikapitalistische Sehnsucht“ des Deutschen Volkes andocken können, dann sehe ich gute Zukunftschancen für diese Partei. Und gerade die Arbeiterverräterpartei SPD darf sich dann sehr warm anziehen.

*Wir glauben nicht, daß dies zutrifft. Linksnationalistische Inhalte sind dort – wenn überhaupt – nur rudimentär auffindbar und würden wenn überhaupt nur von Einzelpersonen, nicht von Parteizusammenhängen gepflegt werden. Da wir auch in Zukunft nicht davon ausgehen, daß alle führenden Kader der NPD sich plötzlich dem Linksnationalismus eines Paetel oder Niekisch hingezogen fühlen, erklärt sich unsere Meinung zu einem vermeintlichen Kurswechsel der NPD von selbst. -arbeitertum

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