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Jürgen Schwab: Schurkenstaaten

Mit Israel-, Juden- und Holocaust-Themen kann die nationale Opposition immer für öffentliches Aufsehen sorgen. Der Fraktionsvorsitzende der NPD im sächsischen Landtag, Holger Apfel, hatte heute für einen Eklat gesorgt, als er in einer von der NPD beantragten aktuellen Debatte für „Keine Zusammenarbeit mit Schurkenstaaten – sächsisch-israelische Partnerschaft beenden” plädierte.

Siehe: http://de.altermedia.info/general/npd-landtagsfraktionschef-holger-apfel-bis-dezember-aus-sachsischem-landtag-verbannt-17-06-10_47115.html#comments

Nun sollte man den Inhalt von Landtagsreden nicht wissenschaftlich bewerten. In ihnen geht es doch gerade aus nationaler Sicht mehr um Propaganda. Nationale Politiker, die sowieso von den Systemparteien ausgegrenzt werden, sollten eben Parlamente als Bühnen zur Veröffentlichung nationaler Positionen nutzen. Immerhin könnte man mit Nietzsche fragen, warum Apfel Israel einen „Schurkenstaat“ nennt? „Schurke“ klingt ja wie „Verbrecher“.

Friedrich Nietzsche meinte hierzu: „Der Verbrecher-Typus, das ist der Typus des starken Menschen unter ungünstigen Bedingungen, ein krank gemachter starker Mensch. Ihm fehlt die Wildnis, eine gewisse freiere und gefährlichere Natur und Daseinsform, in der alles, was Waffe und Wehr im Instinkt des starken Menschen ist, zu Recht besteht.“ (Friedrich Nietzsche: Götzen-Dämmerung oder wie man mit dem Hammer philosophiert. In: Friedrich Nietzsche. Werke in zwei Bänden, Bd. 2. Ausgewählt und eingeleitet von August Messer. 8. Auflage, Alfred Kröner Verlag, Leipzig 1930, S. 159-209, hier S. 200.)

„Verbrecher“ sind solche Personen und Personengruppen, die geltendes Recht brechen, um an ihre Ziele zu gelangen. Nun zeichnen sich machiavellistische Machtstaaten gerade darin aus, daß sie sich – je nach Interessenlage – an das sogenannte Völkerrecht halten oder auch nicht. Von Hitler lernen – heißt siegen lernen – mögen sich die Israelis gedacht haben, als sie immer wieder UN-Resolutionen gegen ihr offenkundiges Atomwaffenprogramm ignorierten, somit geltendes internationales „Recht“ brachen und nach wie vor brechen, wie auch unlängst bei der Kaperung der „Freiheitsflotte“ in internationalem Gewässer vor Gaza.

Auch Hitler hatte sich solange an geltendes Völkerrecht und internationale Absprachen gehalten, wie ihm dies sinnvoll erschien. Aber nach dem Münchner Abkommen von 1938 zerschlug seine Wehrmacht auch noch die „Resttschechei“, was seine internationalen Gegner als „Rechtsbruch“ auslegten. Nach Auffassung Hitlers war dies aber notwendig, um den „tschechischen Speer“ aus dem deutschen Staatsgebiet zu entfernen (wie er auch knapp zwei Jahre später die Neutralität der Beneluxstaaten beim Frankreichfeldzug mißachtete). Genauso sagen heute hohe israelische Militärs und Politiker, daß die beiden palästinensischen Siedlungsteile Gaza-Streifen und Westjordanland die „Wespentaille“ Israels zu sehr einschnürten. Deswegen könne man den Palästinensern keine echte Souveränität zugestehen.

Seit einiger Zeit gibt es immer wieder neue „Hitler“, irakische „Hitler“, persische „Hitler“, usw. Damit kennzeichnen die westlichen Gutmenschen die politischen Führer von „Schurkenstaaten“. Da stellt sich schon die Frage, warum beispielsweise die BRD-Gutmenschen den iranischen „Schurken“ Ahmadinedschad als solchen bezeichnen, dem man ein Atomwaffenprogramm unterstellt, die israelische Machtstaatspolitik, die bereits über Atomwaffen verfügt, hingegen unterstützen?

Dies hängt nicht zuletzt mit dem „Schuldkult“ zusammen, der politisch instrumentalisiert wird – das heißt bedingungslose Gefolgschaft der BRD mit Israel. Die Systempolitiker werden deshalb von deutschen Nationalisten so verachtet, weil sie sich seit 1945 in einer wirtschaftlichen Überlebensstrategie eingerichtet haben, die da lautet: „Wir wälzen uns wie Hunde auf dem Rücken und bellen zum Herrchen: bitte mach mir nix, ich bin ja auch so harmlos!“

Die Unterwürfigen in Berlin und Dresden wissen nur zu gut, daß man „Schurken“ nur dann zur Strecke bringen kann, wenn man die stärkeren Muckis hat. Denn die stärksten „Schurken“ (USA, Israel) schaffen sich immer ihr eigenes „Recht“. Deshalb zeigen die BRD-Schwächlinge heute nur „Stärke“ gegen Ahmadinedschad und andere „Schurken“, die man als noch schwächer eingruppiert als man es selbst ist.

Nun ist Deutschland heute erfolgreich im Singen und im Fußball, auch Exportweltmeister, aber politisch und militärisch spielt man eher in der Kreisliga. Atom-U-Boote liefert man kostenlose an Israel, bestückt sie aber nicht selbst für eigene politische Zwecke. Da Holger Apfel in absehbarer Zeit nicht Reichskanzler sein wird, wird das auch noch eine Weile so bleiben.

Jürgen Schwab

Bücher von Jürgen Schwab:
Angriff der neuen Linken – Herausforderung für die nationale Rechte. Hohenrain Verlag, Tübingen 2009, 19,80 Euro.
Die „Westliche Wertegemeinschaft“, Abrechnung, Alternativen. Hohenrain Verlag, Tübingen 2007, 19,50 Euro.
Volksstaat statt Weltherrschaft. Das Volk – Maß aller Dinge. Hohenrain Verlag, Tübingen 2002, 9,80 Euro.

http://sachedesvolkes.wordpress.com/

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Eine Antwort zu “Jürgen Schwab: Schurkenstaaten

  1. Pingback: Nationaldemokratische Waffen für Israel « Sache des Volkes

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