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Die Dauerkrise der Autoindustrie

Seit Ausbruch der →Finanz- und Wirtschaftskrise befindet sich der ehemalige Motor der deutschen Wirtschaft – die Autoindustrie – in einer nicht mehr vergehenden Krise. Diese Krise folgte auf enorme Produktions- und Wachstumsraten Anfang des neuen Jahrtausends. Die Krise in der Automobilindustrie bedroht nun nicht nur die Arbeitsplätze Zigtausender Arbeiter, sondern auch den sogenannten Wirtschaftsstandort Deutschland.

Die Krise der Autoindustrie ist vor allem durch ein Ansteigen von Überkapazität gekennzeichnet und dies trotz des Umstandes, dass insbesondere in den USA die Produktionskapazitäten drastisch heruntergefahren wurden. So wurden im abgelaufenen Jahr 2009 weltweit nur noch ca. 56 Millionen Autos produziert, 2007 waren es noch 73 Millionen. Zwar versprechen bürgerliche Annalisten einen erneuten Boom für die nächsten Jahre, allerdings sind solche Prognosen mit Vorsicht zu genießen.

Wie inzwischen ja bekannt sein dürfte, verschärft sich die kapitalistische Krise rasant und dies vor allem in den Hochländern des Kapitalismus. Es wird darauf einzugehen sein, dass es sich bei der Krise der Autoindustrie um eine Strukturelle und keineswegs um eine Konjunkturelle handelt.

Am schlimmsten betroffen von der Automobilkrise waren die USA. Auch in den Jahren des Booms konnte die US-Wirtschaft ihre Produktions- und Gewinnraten nicht steigern, es kam gar in diesen fetten Jahren zu einem deutlichen Einbruch. Gerade die großen Automobilhersteller wie General Motors waren von den immensen Einbrüchen infolge der Krise betroffen. Durch staatliche Interventionen konnte vorerst – wenn auch nur mehr gerade so – deren Bankrott verhindert werden. Folge waren die Vernichtung von Arbeitsplätzen und erhebliche finanzielle Einbußen für die Arbeiter.

Dementgegen konnte der Weltmarktkonkurrent der USA – China – die Produktionsrate entscheidend stärken. Statistiken gehen davon aus, dass China die Produktion im Vergleich von vor 10 Jahren um bis zu 80 Prozent erhöhen konnte. Dies konnte im Grunde auch nicht durch die Finanz- und Wirtschaftskrise zum stoppen gebracht werden. Auch hier konnte in China immerhin noch eine deutliche Mehrproduktion verzeichnet werden. Hierbei konnten sich aber Konzerne aus den USA, der EU, Japan und vor allem aber auch aus Deutschland eine deutliche Scheibe abschneiden. Allerdings gelang es China bislang noch nicht, auf den Weltmärkten die europäischen und US-amerikanischen Produkte zu verdrängen, gilt aber mittlerweile als der weltgrößte Markt für Automobile. Der Wert der Automobile liegt aber noch relativ weit hinter den amerikanischen- und europäischen Produkten. Hier tut sich gerade für die deutschen Automobilhersteller ein riesiger Markt auf, der nach dem Willen der deutschen Wirtschaft schnellstens erobert werden soll.

In Deutschland befindet sich vor allem Daimler in einer dauerhaften Krise. Dies hängt auch mit der Ankopellung an den Krisenkonzern General Motors ursächlich zusammen. So kam es bei Daimler zu Umsatzeinbußen von bis zu 25 Prozent. Wobei vor allem die Umsatzeinbußen in Europa als noch höher als in den USA zu benennen sind. Die Produktion sank ebenfalls um 25 Prozent ab. Auch BMW hatte riesige Verluste mit bis zu 20 Prozent hinnehmen müssen, wobei vor allem das Geschäft auf dem US-Markt deutlich einbrach. Man konnte aber auf den asiatischen Märkten zunehmend Tritt fassen. VW hingegen konnte als einziger namenhafter deutscher Autokonzern sein Umsatzergebnis steigern. Auffällig ist, dass die benannten „deutschen“ Automobilunternehmen in der Krise vor allem darauf aus sind, Unternehmensteile ins billigere Ausland auszulagern und dort Produktionsstätten aufzubauen – so etwa in China, Indien und anderen asiatischen Staaten. Damit wird der Druck, immer billiger zu produzieren, erhöht. Insbesondere deutsche Arbeiter werden hiervon im zunehmenden Ausmaße betroffen sein. Lohnkürzungen sind die logische Folge.

Dabei setzen die „deutschen“ Autokonzerne auf eine Rationalisierung infolge der Globalisierung. Vermehrt kommen immer mehr Zeit- und Leiharbeiter zum Einsatz, die für die Konzernleitung wesentlich billiger sind. Hierdurch kann auch Druck auf die Belegschaft aufgebaut werden. Lohn- und Gehaltskürzungen können im großen Umfang durchgesetzt werden. Es fällt auf das sich gerade die Gewerkschaften als willfähriger Komplize dieser Kürzungspolitik erweisen. Die IG Metall rief ihre Mitglieder ausdrücklich zum Stillhalten auf. Die kapitalistische Krise würde jede Arbeitskampfmaßnahmen ausschließen, so vor allem der Merkel-Freund Berthold Huber. Die Sprache von Huber und anderen unterscheiden sich kaum mehr von dem BDI oder der schwarz-gelben Bundesregierung. Die Arbeiter werden zu Lohn- und Gehaltsverzicht angehalten, ja gar zur Hinnahme der Vernichtung ihrer Arbeitsexistenz.

Die Dauerkrise hängt ursächlich damit zusammen, dass insbesondere in der Bundesrepublik seit 25 Jahren die Reallöhne der Arbeiter und Beschäftigten sinken. Hieraus ergibt sich eine sinkende Kaufkraft der Arbeitnehmer. Steigende Massenarbeitslosigkeit, Prekarisierung und Hartz IV tun ihres sonstiges dazu. Deutsche Großunternehmen verschieben zudem Arbeitsplätze in das für sie billigere Ausland. Im Inland müssen die deutschen Arbeitnehmer mit ausländischen Lohndrückern konkurrieren. Dies alles führt zu einer geringeren Kaufkraft und einer sinkenden Nachfrage. Die Waren (Automobile) können nicht mehr an den Endverbraucher abgesetzt werden. Diese an sich eigentlich simplen Zusammenhänge werden aber von dem neoliberalen Mainstream seit Jahren nicht zur Kenntnis genommen.

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Eine Antwort zu “Die Dauerkrise der Autoindustrie

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