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Ferdinand von Schill – ein deutscher Freiheitskämpfer

Am 31. Mai, verstarb vor 201 Jahren der deutsche Freiheitskämpfer und leider mittlerweile in Vergessenheit geratene Nationalheld Ferdinand von Schill. Der 1776 in Wilsmdorf bei Dresden geborene von Schill sollte vor allem als Befreiungskämpfer gegen die Fremdherrschaft Napoleons bekannt werden. 1806 sollte Schill bei der Schlacht um Auerstedt durch mehrere Säbelhiebe schwerstens verletzt werden und gelangte über mehrere Stationen schließlich bis nach Kolberg. In Kolberg sollte Schill dann unter seinem Oberbefehl einen Freikorps begründen. Bei Gefechten mit der französischen Armee, welcher er zahlenmäßig weit unterlegen war, wurde er schon bald erneut schwer verletzt. Schill sollte schon bald mehrmals befördert werden und war im Volk vor allem für seinen Heldenmut gegen einen weit überlegenen Feind bekannt. Nach dem Abzug der französischen Besatzungstruppen sollte Schill in Berlin die Siegesparade der preußischen Truppen anführen.

Der deutsche Patriot Schill wollte in der Folge in ganz Deutschland den Aufstand gegen die Fremdherrschaft Napoleons entfachen und handelte hier zum Teil in eigener Regie und ohne weitere Absprachen mit dem preußischen König. Die Freikorpstruppe um Schill sollte aber auf bis zu 2000 Mann ansteigen. Eine für damalige Verhältnisse durchaus sehr hohe Zahl. Bekannt sollte vor allem sein flammender patriotischer Aufruf „an die Deutschen“ werden. Dort hieß es: „An die Deutschen. Meine in den Ketten eines fremden Volkes schmachtenden Brüder! Der Augenblick ist erschienen, wo Ihr die Fesseln abwerfen und eine Verfassung wiedererhalten könnt, unter welcher ihr seit Jahrhunderten glücklich lebtet, bis der unbegrenzte Ehrgeiz eines kühnen Eroberers unermeßliches Elend über das Vaterland verbreitete. Ermannt Euch, folgt meinem Winke, und wir sind was wir ehemals waren! Ziehet die Sturmglocken! Dieses schreckliche Zeichen des Brandes fache in Euren Herzen die reine Flamme der Vaterlandsliebe an und sey für Eure Unterdrücker das Zeichen des Unterganges. Alles greife zu den Waffen; – Sensen und Piken mögen die Stelle der Gewehre vertreten. Bald werden englische Waffen sie ersetzen, die schon angekommen sind. Mit kräftiger Hand geführt, wird auch die friedliche Sense zur tödtenden  Waffe. Jeder greife zu den Waffen, nehme Theil an dem Ruhme der Befreier des Vaterlandes, erkämpfe für sich und seine Enkel Ruhe und Zufriedenheit! Wer feige genug ist, sich der ehrenvollen Aufforderung zu entziehen, den treffe Schmach und Verachtung, der sey zeitlebens gebrandmarkt! Ein edles deutsches Mädchen reiche nie die Hand einem solchen Verräther! Fasset Mut! Gott ist mit uns und unserer gerechten Sache. Das Gebet der Greise möge Segen für uns erflehen. Siegreich rücken Österreichs Heere vor, trotz den großprahlerischen Versicherungen Frankreichs; die Tiroler haben schon rühmlich die Fesseln zerbrochen; die braven Hessen haben sich gesammelt; an der Spitze geprüfter, im Kampfe geübter Krieger eile ich zu Euch. Bald wird die gerechte Sache siegen, der alte Ruhm des Vaterlandes wiederhergestellt seyn. Auf zu den Waffen!“

Schill sollte im Mai 1809 in Stralsund fallen, als eine Übermacht von 6000 Dänen, Niederländer und Franzosen in die Stadt einfielen. Davor hatte Schill bereits die französischen Besatzungstruppen vertreiben können. Schill selbst sollte von einer Kugel tödlich getroffen werden. Bis heute ist nicht bekannt wo der Leichnam Schills begraben ist. Zwar erinnern nach wie vor Denk- und Ehrenmäler an den deutschen Patrioten Schill, allerdings ist sein Erbe und Andenken längst der Vergessenheit anheim gefallen. Dabei mahnt gerade der Name von Schill uns Deutsche an den Freiheitskampf gegen nationale Unterdrückung und Fremdbestimmung.

Literatur: Veit Veltzke (Hrsg.): Für die Freiheit – gegen Napoleon. Ferdinand von Schill, Preußen und die deutsche Nation. Böhlau Verlag, Köln 2009, gebunden, 440 Seiten, Abbildungen, 29,90 Euro

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Eine Antwort zu “Ferdinand von Schill – ein deutscher Freiheitskämpfer

  1. Karl Eduard Juni 8, 2010 um 2:46 pm

    Immer heisst es „sollte, sollte“, ja, ist er denn nicht? Gefallen, befördert , Kommandeur eines Freikorps geworden? Er war einfach nur frankophob und hat das Wunderbare darin nicht erkannt, daß Deutsche nun für Frankreichs Größe Steuern zahlten, statt für das eigene Wohl.

    Unsere Regierungen haben zum Glück aus der Geschichte gelernt. Da werden solche Rechten wie Schill gleich aus den Streitkräften verstoßen.

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