Arbeitertum

Für eine klassenlose Gesellschaft | Gegen die imperiale Weltordnung | Für Volkstümlichkeit und Tradition

Zum Begriff der Klasse

„Die Klasse bezeichnet die Stellung, die jemand innerhalb des Produktionsprozesses inne hat. Besteht jemandes Aufgabe darin, Lohnarbeiter anzuheuern und den Profit zu mehren, gehört er zur Kapitalistenklasse. Arbeitet er hingegen im Dienst des Kapitals und erhält dafür einen Lohn, oder ist er als Selbstständiger (z.B. genossenschaftlich organisierter Handwerker) tätig, gehört er der Klasse der Werktätigen an. Mit Aufhebung der Profitwirtschaft verliert die Kapitalistenklasse ihre Legitimation, der Kapitalismus ist überwunden. Das Ergebnis ist die klassenlose Gesellschaft, wie sie untrennbar mit der Vision der sozialistischen Nation verbunden ist.“

Aus einer NWSN-Broschüre.

Lenin definierte die Klasse als eine Gruppe, die sich nach ihrem Anteil an den Produktionsmitteln definiert und nach der Art und dem Umfang, die diese Gruppe am gesellschaftlichen Reichtum inne hatte. Ernst Niekisch meinte:

„Der Begriff der „Klasse“ ist doppelsinnig. Auf der einen Seite formuliert er einfach die Feststellung gesellschaftlicher Tatsachen. Die Gesellschaft scheidet sich in zwei große Gruppen, die Gruppe der Besitzer von Produktionsmitteln und die Gruppe derer, die an den Produktionsmitteln keinen Anteil haben und infolgedessen in die Abhängigkeit der Besitzer geraten. Die erste Gruppe bildet die Klasse der Besitzenden, der Bürger, die zweite die Klasse der werktätigen Bevölkerung, der Proletarier insbesondere. Andererseits bedeutet die Klasse den politisch aktiv gewordenen, sich seiner Situation bewussten und zur Umwälzung dieser Situation entschlossenen Teil der Arbeiterschaft.“

(Ernst Niekisch: Europäische Bilanz, Potsdam 1951)

Hier sprach Niekisch eine sehr wichtige Frage an: das Klassenbewusstsein bzw. den Mangel an eines solchen. Das Problem bei der Frage nach der Klasse und insbesondere der Arbeiterklasse besteht heute in der BRD darin, dass sich der Arbeiter in der Regel kaum darüber bewusst ist, Teil der Arbeiterklasse zu sein. Die Arbeiterklasse ist zwar existent, aber derzeit handlungsunfähig aufgrund des mangelnden Bewusstseins seiner Träger. Die Arbeiterklasse war sich früher ihrer Situation bewusst, ihres Ausgebeutetseins, heute aber wird die „Unterschicht“ schlicht nicht mehr gebraucht, entsorgt und durch bestimmte Mechanismen (Verwahrlosung, Massenmedien) als politisch aktiver Faktor ausgeschaltet. Der noch politische Teil der Arbeiterklasse wird in reformistische und kapitalistische „Vertretungen“ integriert und muss sich auf den „demokratischen, antifaschistischen und reformkapitalistischen“ Konsens verständigen. Zudem wird ein Klassenbewusstsein durch die ständige Aufhetzung untereinander, durch das Ausspielen der Betriebsbelegschaften weiter erschwert. Die Finanzkrise soll von Seiten des deutschen Kapitals dazu genutzt werden, einen weiteren Sozialabbau – mit der Ausrede, dies sei gerade in Zeiten der kapitalistischen Systemkrise notwendig – voranzutreiben. Erleichtert wird dies durch ein fehlendes Klassenbewusstsein, eine resignative Haltung und einer allgemeinen Un- und Definformiertheit der Betriebsbelegschaft.

Klassengegensätze sind eine natürliche Entwicklung in der bürgerlichen Gesellschaft, die stets auf die Herausbildung von sichtbaren sozialen Gegensätzen hinauslaufen. In dieser Klassengesellschaft ergibt sich zwangsläufig die Verschärfung der sich herausbildenden Klassengegensätze im Klassenkampf. In diesem Klassenkampf verfolgt die Arbeiterklasse ihre Interessen – die sich in sozialer und wirtschaftlicher Hinsicht äußern. Die Interessen der Oberschichten, der Bourgeoisie und der sozial unterprivilegierten Schichten schließen sich in diesem Kontext grundsätzlich aus. Die Zielsetzung der Interessen der Bourgeoisie und derjenigen der Arbeiterklasse und der vom Abstieg bedrohten (noch) Mittelschichten stehen von daher nicht miteinander im Einklang. Der Ausgang des Klassenkampfes ist stets von den sich entwickelten realen und soziologischen Bedingungen abhängig, von den Faktoren der Zeit und vom Herausbilden eines Klassenbewusstseins. Klassenkämpfe erfahren historisch ihre Verschärfung vor allem in der Zuspitzung der inneren Widersprüche des kapitalistischen Systems. Klassen sind bemüht – ob bewusst oder unbewusst – die soziale Entwicklung in ihrem Sinne zu lenken, durch die Einwirkung auf gesamtgesellschaftliche Prozesse.

Die deutsche Linke tut ihr Übriges dazu, indem sie unentwegt einen Widerspruch zwischen Klasse und Nation kreiert, worin ihr im Übrigen das Lager der Neo-Nationalsozialisten auffallend ähnelt. Wer aber die Nation negiert, tut dies auch in Hinblick auf die Klasse. Schon Marx wußte, dass der Klassenkampf zwar international sei, in seiner Form aber natürlich national. Die Frontstellung gegen die Nation kommt einer Kollaboration mit dem Kapital gleich, da somit die neoliberale Hegemonie gefördert wird. Der Globalismus ist heute darauf aus, Nation und Nationalstaat aufzuheben und somit auch die Klassen in einen hedonistischen Einheitsbrei zu vermanschen. Die bürgerliche Rechte und die Neo-Nationalsozialisten behaupten nun, dass der Klassenkampf eine kommunistische Erfindung sei, was purer Unsinn ist, da man Klassenkämpfe seit der Antike kennt und der Klassenkampf von Oben nach Unten geführt wird. Der Klassenkampf wird von der Kapitalistenklasse gegen die Ausgebeuteten und nicht mehr gebrauchten Arbeitslosen, Arbeiter und zunehmend auch gegen die Mittelschichten geführt.

Will man aber eine revolutionäre Situation schaffen, muss man sich zum einem dem Klassenkampf stellen und zum anderen wieder ein Klassenbewusstsein entwickeln. Abzulehnen ist aber sehr strikt ein pseudorevolutionäres Sektierertum, wie man es etwa von den Trotzkisten und anderen Teilen der deutschen Linken kennt. Es wäre auch an ein Bündnis zu denken, das über die Arbeiterklasse hinaus geht, bzw. auch diejenigen integriert die zunächst erst einmal keine überzeugten Sozialisten sind, aber den Neoliberalismus bekämpfen möchten. Als Erfolgsbeispiel können hier die Bewegungen in Lateinamerika gelten, die durch ein solches Bündnis den Neoliberalismus politisch besiegt haben und nun nach und nach dabei sind, sich an den Aufbau einer sozialistischen Gesellschaft zu wagen und die Klassenkämpfe gegen die nach wie vor bestehenden kapitalistischen Oberschichten zu verschärfen.

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