Arbeitertum

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Sozialismus und Luxus

Für jeden Sozialisten stellt sich – früher oder später – die stechende Frage, insofern sie nicht bereits ein Antisozialist oder zumindest ein Sozialismuskritiker im persönlichen Diskurs ins Feld führte, wie und inbesondere ob Luxus im Sozialismus möglich ist. Kann es in einer klassenlosen Gesellschaft, oder zumindest in einer revolutionären Gesellschaft, die auf dieses Ziel hinarbeitet, Luxus geben? Kann Luxus überhaupt neu geschaffen werden, sind die kapitalistischen Denkmuster, wie unnatürlicher, teils selbstverschuldeter Leistungszwang und insbesondere Geldgier, ersteinmal ausgehoben? Könnte eine Gemeinschaft, die nicht dem Leistungsprinzip, sondern dem Solidaritätsprinzip folgt, aus freien Stücken Luxus erarbeiten? Nicht nur das antisozialistische Lager sieht den Luxus als Rechtfertigung jeglicher Kapitalismen, auch die sogenannte radikale Linke glaubt, durch den Sozialismus Luxus erlangen zu können und zwar nicht in geistiger oder soziokultureller Hinsicht, sondern in materieller Hinsicht. Diese scheinbar grundsätzliche Fragestellung gilt es im folgenden Versuch zu beantworten. Bevor wir uns aber dem eigentlichen Kern unseres Anliegens widmen, sollten wir zunächst darlegen, was wir überhaupt meinen, reden wir von Luxus.

Was ist Luxus?

Das Wort Luxus ist eine Entlehnung aus dem Lateinischen (lat. luxus = Verschwendung, Liederlichkeit) und bedeutete dort ursprünglich „üppige Ernte“. Offenbar hat sich der Luxusbegriff rein aus dem vorhandenen Überfluss einer oder gleich mehrerer Waren herausgebildet und in seinem Gebrauch können sowohl negativ als auch positiv gemeinte Intentionen stecken. Heute spricht man in der Regel dann von Luxus, wenn eine Handlung, das Maß an Eigentum bzw. Besitz oder ein bestimmter Aufwand klar den gängigen, im Volke verbreiteten Standard überschreitet. Wir sehen also, Luxus kann nur Luxus sein, steht er in einem Verhältnis zu etwas anderem; d.h. die Bedeutung von Luxus verliert dann seine Wirkung, kann sie mit keiner anderen Sache – bspw. einem sozialen Stand – nicht mehr direkt verglichen werden.

Wir sprechen dann negativ von Luxus, wenn wir annehmen, daß das überschwengliche Leben, welches von Wohlhabenden und Reichen geführt wird, vom Volksganzen niemals geführt werden kann. Luxus erscheint hier als ungerecht und die Frage, wie man ihn als Sinnbild von Klassengesgensätzen aufheben kann, ist in jedem Fall berechtigt. Positiv sprechen wir dann von Luxus, wenn er uns als ein zu erstrebendes Ideal erscheint. Man weiß zwar, daß er niemals von allen erreicht werden kann – schließlich ist Luxus nichtig, gäbe es keine sozialen Gegensätze -, dennoch versucht man nach Kräften, zumindest zu den wenigen zu gehören, die Luxus genießen können. Letzteres ist wohl der allgemeien Wunsch des Arbeiters im kapitalistischen Produktionsprozess – mit dem „American Dream“ der Vereinigten Staaten quasi philosophisch untermauert -, doch nur die wenigsten erreichen dieses Ziel.

Von erstrebenswertem und nicht erstrebenswertem Luxus

Niemand wird ernsthaft behaupten können, daß ihm der Genuß von Luxus nicht gefällt. Es ist daher kaum eine moralische Frage, ob es berechtigt ist, Luxus zu genießen, während die klar überwiegende Mehrheit in schlichteren Verhältnissen leben muss. Viel mehr ist es eine Frage, die viel tiefer greifen muss, die nicht nur das Symptom Luxus untersuchen soll, sondern das gesamte gesellschaftliche Konstrukt, welches Luxus überhaupt erst ermöglicht: Das Klassenkonstrukt des Kapitalismus. Stellt man also die Frage nach Luxus, stellt man gleichzeitig auch die Frage nach den Produktionsverhältnissen. Daher ist es notwendig – möchten wir Sozialismus und Luxus in Einklang bringen -, den Luxusbegriff aus unserer antikapitalistischen Sicht neu zu definieren. Im Klartext: Als Sozialisten haben wir zwischen zwei Arten von Luxus zu unterscheiden: Zwischen erstrebenswertem und nicht erstrebenswertem Luxus.

Widmen wir uns zunächst dem nicht erstrebenswertem Luxus. Im Großen und Ganzen ist damit jeglicher materieller Luxus gemeint. In liberalistischen und kapitalistischen Gesellschaften gilt es allgemein als Luxus, hat man bspw. einen dicken Geldbeutel, ein großes Haus, ein teures Auto, etc. Wir sind an dieser Stelle der Abstrahierung wegen gezwungen, stark zu verallgemeinern. Luxus an sich ist neben seiner recht klaren Bedeutung auch immer eine Sache der Sicht auf die Dinge. So würde einem Sträfling, der seine Nächte auf der Platte verbringt, ein gepolstertes Bett durchaus luxuriös vorkommen, ebenso wie einem Arbeiter ein Einfamilienhaus oder einem Mehrverdiener eine große Villa, usw. Wir sehen anhand der Beispiele: Alle – selbst der Häftling – haben ihre Bedürfnisse, ein Dach über dem Kopf, erfüllt. Dennoch sind die Unterschiede, wie dieser Bedarf gedeckt ist, enorm. Es liegt aus sozialistischer Sicht auf der Hand, daß ein solches Luxusstreben nichts mit bedarfsdeckender Volkswirtschaft zu tun haben kann. Daher liegt es uns fern, materiellen Luxus einzufordern, sondern es ist uns tiefstes sozialistisches Anliegen, die irrwitzigen und in keinem Verhältnis stehenden Klassengegensätze aufzuheben. Wir wollen weder arm noch reich, sondern wir wollen die dringenden Bedürfnisse aller Volksgenossen bedriedigen; solange jedoch wenige auf dem Rücken vieler der Überschwenglichkeit fröhnen, würde dies unerreichbare Utopie bleiben.

Luxus ist dann erstrebenswert, wenn man ihn aus sozialistischer und volkstümlicher Sicht heraus umdeutet. Die Irrlehre, die da besagt,  materielle Dinge könnten die tiefsten Wünsche des Menschen befriedigen, gilt es – nicht nur aus unserem sozialistischen Wollen, sondern gerade auch aus unserem nationalistischen Wollen – aufzuheben und durch eine neue, sozialistische Lehre zu ersetzen. Unserem Verständnis nach ist des Deutschen wahrer Luxus seine Gemeinschaft und sein Land. Kein Gegenstand, keine Geldsumme und kein falscher Reichtum kann das menschliche Bedürfnis nach Gemeinschaft und das deutsche Bedürfnis nach Deutschland ersetzen. Wird der Wert der Gegenständlichkeit entmystifiziert, so würde das deutsche Volk erkennen, daß der wahre Wert des Luxus im Zwischenmenschlichen liegt: Denn wer kann größeren Luxus sein Eigen nennen, wenn nicht das feste Mitglied einer Gemeinschaft? Anstand, Treue und Fleiß sind jene Tugenden, die den „materiellen“ Wert des Luxus ersetzen werden durch den wahren Wert, nämlich das Ansehen. In jeder menschlichen Gemeinschaft – insbesondere in unserem deutschen Volke – wird Arbeit belohnt; nicht immer mit Geld oder sonstigen vergänglichen Dingen, sondern mit Dankbarkeit und Respekt. Während ersterer Lohn bei zu großen Mengen verdirbt und korrumpiert – das haben bisher alle Gesellschaftsstufen gezeigt -, hält zweiterer für ewig. Einzig und allein der Luxus, der aus diesen positiven Gefühlen entspringt, wäre wahrlich erstrebenswerter Luxus.

Zur Frage, ob Luxus im Sozialismus denkbar ist, bliebe also ganz einfach zu sagen: Das kommt ganz darauf an, aus welcher Perspektive man das betrachten möchte. Sicher ist, daß es sich bei sogenannten Sozialisten, die auf der Straße „das schöne Leben“ fordern, um nichts weiter als Rattenfänger handelt, deren Parolen zwar schön klingen, mit der Realität aber nichts zu tun haben. Wer materiellen Wohlstand will, der sollte sich vielleicht eher auf dem Arbeitsmarkt, aber nicht in der Linken umsehen. Sozialismus heißt nicht „Wohlstand für alle“, sondern „Leben für alle“. Diesem Leitsatz bleiben wir jedenfalls treu.

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Eine Antwort zu “Sozialismus und Luxus

  1. Pingback: Sozialismus und Luxus « Sache des Volkes

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