Arbeitertum

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Mehr Geld für die Bundeswehr – mehr Geld für was eigentlich?!

Von Lex Luger.

Betrefflich der letzt bekannt gewordenen deutschen Verluste bei Kämpfen in Kundus in Afghanistan (Arbeitertum kommentierte) wurde so langsam mal eine politische Stellungnahme fällig. Verteidigungsminister Guttenberg – übrigens stolzer Absolvent des Grundwehrdienstes – fordert nun mehr Geld für seine Bundeswehr. Für den Schutz der Truppen, sagt Guttenberg. „Auslandseinsätze sind Realität. Dieser Realität haben wir uns zu stellen und das haben die Strukturen widerzuspiegeln. Das ist nicht in allen Fällen gegeben“ – so die Argumenation. Klingt nicht unbedingt einleuchtend, so sehe ich immer noch keinen wirklichen Anlass für die Bundeswehr oder für überhaupt irgendeinen Deutschen, sich in Afghanistan aufzuhalten, aber so sind wir es ja mittlerweile von der Politik gewohnt und echauffieren wir uns nicht weiter darüber.

Nun fragen wir uns natürlich, wie Guttenberg sich denn die von ihm angestrebte Bundeswehr-Verbesserung vorstellt. Jeder normale Mensch denkt bei einem solchen Thema natürlich zunächst an Waffen – am besten an starke Waffen, wenn man sich die militärischen Defizite der Bundeswehr im Ausland einmal anschaut. Nicht aber unser Verteidiungsminister Karl-Theodor. Der weigert sich nach wie vor, schweres Kriegsgerät nach Afghanistan zu befördern, sondern fährt weiterhin in gutmenschlicher Art und Weise eine defensive Schiene, die vermutlich noch weit mehr Leben kosten wird, als wir es bisher nur erahnen können. In Zuständen, die an Guerilla-Kriege erinnern, ist eben Angriff oftmals die beste Verteidigung – oder Guttenberg soll endlich sein Panzerwagenmodell vorführen, welches den gezielten Beschuss schwerer Waffen ohne weiteres wegstecken oder sogar den Beschuss direkt auf den Schützen zurückreflektieren kann. Wie  soll man denn eine Schlacht im Jahre 2010 sonst gewinnen?

Nicht, daß man uns da falsch versteht. Wir können es nicht oft genug sagen: Wir haben keinerlei Interesse an einem „Sieg“ der Bundeswehr in Afghanistan. Im Gegenteil, die Taliban müssen aus objektiver Sicht als Befreiungsarmee angesehen werden, die Bundeswehr als Besatzertruppe. Trotzdem sind und bleiben es unsere Jungs, die da draußen für Nichts und Wiedernichts in der Wüste verpulvert werden und Figuren wie Guttenberg wollen immernoch nicht einsehen, daß sich die Bundeswehr im Krieg befindet. Es ist wirklich zum lachen, wenn es nicht so traurig wäre.

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4 Antworten zu “Mehr Geld für die Bundeswehr – mehr Geld für was eigentlich?!

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  3. Lars Juni 20, 2010 um 9:18 pm

    Ihr seid doch nicht mehr ganz Beisammen die Taliban eine Befreiungsarmee zu nennen.
    Die Taliban sind radikal Fundamentalistische Islamisten die Frauen hingerichtet haben weil sie keinen Burka getragen haben.

    • Lex Luger Juni 20, 2010 um 9:23 pm

      Wie du willst. Dann ist es eben eine radikal-fundamentalistische, islamistische und Frauen hinrichtende Befreiungsarmee. Manchmal steckt man einfach nicht drin. Unsereiner jedenfalls muss sich nicht Schwachsinnigkeit vorwerfen lassen, bloß weil wir nicht die nötige eurozentristische Arroganz besitzen, eigene Moralvorstellungen auf jedes Menschenwesen zu übertragen.

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