Arbeitertum

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Gastbeitrag: IG Metall verkauft die Interessen der Arbeiter

Von Sozialrevolutionär.

In kaum gekannter Weise hat die IG Metall die Interessen der lohnabhängig Beschäftigten in der Metallbranche verraten. Für die Monate Mai 2010 bis März 2011 müssen sich über 3,4 Millionen Werktätige mit einer Einmalzahlung von gerade einmal 320 Euro begnügen. Im April 2011 gibt es dann eine Lohnerhöhung von 2,7 Prozent. Im Jahresdurchschnitt soll sich so der Lohn um lächerliche 1,4 Prozent erhöhen. Dies wird aber von der zu erwartenden Inflation mehr als nur aufgezehrt werden. Einmalig in der bisherigen Gewerkschaftsgeschichte war die IG Metall ohne jede konkretisierte Lohnforderung in die Tarifverhandlungen eingestiegen und hatte von Anfang an klar gemacht, dass man auf eine schnelle und gütliche Einigung aus sei.

Der nun unterschriebene Tarifvertrag läuft also faktisch auf eine Senkung des Reallohnes der Beschäftigten hinaus und ermöglicht es den Unternehmensführungen, die Arbeitszeiten der abhängig Beschäftigten ohne jeden Lohnausgleich beliebig zu erhöhen. Die IG Metall hatte bei den letzten Tarifverhandlungen im Übrigen immerhin noch eine Lohnsteigerung von 4,2 Prozent durchsetzen können. Die Metallergewerkschaft bedient sich eines orwellschen Neusprech, wenn sie den Abschluss scheinheilig und lügenhaft als „Beschäftigungssicherung“ verkaufen möchte. „Zukunft in Arbeit“, so heißt der von den Arbeitgebern und der IG Metall unterzeichnete Pakt, der es den Unternehmen erlaubt, die Wochenarbeitszeiten bei kaum vorhandenem Lohnausgleich zu kürzen. Dieser Pakt soll nach dem Ablauf der „Kurzarbeit“ anlaufen – garantiert wurde lediglich ein Verzicht auf Entlassungen in den nächsten 6 Monaten. Ein schwacher Trost, wie man doch bemerken könnte.

Auffällig ist das Fehlen eines jedweden gewerkschaftlichen Protestes. Scheinbar gibt es auch keine wahrnehmbare Opposition innerhalb der IG Metall, die sich gegen diesen eklatanten Sozialraub zur Wehr setzen würde. Arbeitgeberverbands-Präsident Hundt begrüßte, „dass die beim Arbeitgeber verbleibenden Kosten der gesetzlichen Kurzarbeit aufgrund der neuen tarifvertraglichen Regelung gesenkt werden können.“ Absprachen zwischen der IG Metall, dem Industriekapital und Regierungsvertretern hatten offenbar schon seit Monaten stattgefunden. Das Fehlen einer kämpferischen Opposition in der IG Metall hat etwas mit der Resignation vieler Funktionäre zu tun, die sich nach Monaten des Abwehrkampfes und der Dauerkrise gar nicht mehr vorstellen können, als aktivistische und sozialpolitische Opposition zu agieren.

Der träge Apparat der Gewerkschaftsbürokratie denkt scheinbar nur noch in den Bahnen des Paktes mit Kapital und Regierung. Von Nöten wären aber nicht Kompromisse, die nur zu Lasten der Arbeiter und bald Arbeitslosen gehen, sondern eine klare kämpferische Haltung, die darauf bedacht ist, den Kapitalisten wenn nötig in den Rücken zu fallen und ihrer Kürzungspolitik keinen Fußbreit Raum zu gewähren. Dies alles wird mit der reformistischen bis kapitalismusfreundlichen Gewerkschaftsführung nicht zu machen sein. Diese Leute sind nur auf den Status Quo und höchstens ein wenig Verteidigung aus.

Nötig wären wie gesagt eine klare kämpferische und klassenkämpferische Haltung gegen das große Kapital und das kapitalistische System an sich. Nötig ist hierzu aber auch der Bruch der Arbeitnehmer mit der reformistischen Gewerkschaftsführung, die sich als Anhängsel von SPD und in Nordrhein-Westfalen auch von Teilen der Rüttgers-CDU sowie in Bayern der Seehofer-CSU darstellen. Sozialrevolutionäre Nationalisten treten für eine kämpferische Arbeiterbewegung ein, die es nicht auf Kompromisse und Klassenversöhnung abgesehen hat.

Konkret bedeutet dies: „Militanter Arbeitskampf“. Ein weiteres lethargisches Verharren stärkt nur den Angriffswillen der Kapitalisten gegen die Arbeitnehmerschaft und gibt zugleich ein Signal für weiteren Lohn- und Arbeitsplatzabbau. Es sollte gerade auch ein Signal an andere Branchen gesetzt werden, und hierfür hat die IG Metall ein fatales Zeichen gesetzt.

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