Arbeitertum

Für eine klassenlose Gesellschaft | Gegen die imperiale Weltordnung | Für Volkstümlichkeit und Tradition

Nationalsozialismus und „freie“ Gewerkschaften

Auszüge aus dem gleichnamigen Buch von Reinhold Muchow, stellvertretender Leiter der Nationalsozialistischen Betriebszellen-Organisation, erschienen 1932 im Eher-Verlag.

Was bedeutet für uns die Gewerkschaftsbewegung? Seitdem der Nationalsozialismus, die Weltanschauung des 20. Jahrhunderts, seinen unvergleichlichen Siegeszug durch Deutschland angetreten hat und alle Lebensgebiete und Lebensäußerungen der Nation in seinen Bann zieht, konnte er auch nicht an der Gewerkschaftsfrage vorübergehen. Eigentlich hat er das auch nie getan und unsere Gegner haben unrecht, wenn sie behaupten, der Nationalsozialismus stehe der Gewerkschaftsbewegung teilnahmslos, wenn nicht sogar feindlich gegenüber.

Sie vergessen, dass sich die nationalsozialistische Bewegung in den letzten Jahren erst ihrer großen äußeren Feinde erwehren musste, um sich zu behaupten und zu der imponierenden Stellung emporzusteigen, die sie heute innehat. Ganz zwangsläufig brachte dieser Behauptungskampf eine gewisse Vernachlässigung von Problemen – nicht nur des gewerkschaftlichen – mit sich; heute ist dieser Zustand dank der großen und umwälzenden geistigen Energien, die im Nationalsozialismus stecken, schon längst überwunden. Es gibt heute kein geistiges oder materielles Problem der deutschen Nation mehr, was nicht von uns in irgendeiner Form behandelt worden ist. Deshalb ist es absurd zu glauben, dass wir ausgerechnet die Gewerkschaftsfrage „vergessen“ haben sollten, die gerade, wie jeder Einsichtige weiß, mit zu den praktischen Fragen im Leben unserer Nation gehört.

Unsere Gegner, vor allem die Marxisten, haben sich die scheinbare „Vernachlässigung“ der Gewerkschaftsbewegung durch uns geschickt zunutze gemacht. In ihrer arteigenen Lügenhaftigkeit wurden wir glatt zu „Gewerkschaftsfeinden“ gestempelt und fortwährende Lügenschwaden sorgten dafür, dass das Gelände der wirklichen nationalsozialistischen Erkenntnis über den Wert bzw. Unwert der Gewerkschaftsbewegung vollkommen vernebelt wurde. Das ging so Jahre hindurch, obwohl sie nicht verhindern konnten, dass trotzdem Tausende und Tausende von deutschen Arbeitern den Weg zur nationalsozialistischen Bewegung fanden.

Stimmt es nun, wenn unsere Gegner sagen, dass wir „gewerkschaftsfeindlich“ seien? Hierauf können wir mit einem klaren eindeutigen „Nein“ antworten! Im Gegenteil: Wir bejahen den Gewerkschaftsgedanken als solchen, ohne Klauseln und Einschränkungen, weil wir ihn als berechtigt ansehen. Wir würden im höchsten Grade unsozialistisch, ja reaktionär werden, wollten wir einen anderen Standpunkt einnehmen. Ein Blick auf die industrielle Struktur Deutschlands genügt, um zu erkennen, dass wir infolge der Durchseuchung unseres wirtschaftlichen Lebens mit dem liberalistischen Geist zu einem Lande der höchsten sozialen Gegensätze geworden sind. Es hieße den sozialen Kampf bis zur gegenseitigen Selbstvernichtung führen, wollte man die Gewerkschaften – um sich einmal in den Gedankengängen ihrer ausgesprochenen Gegner zu bewegen – gänzlich aufheben. Das liegt nie und nimmer im nationalsozialistischen Sinne. Zwei Blickpunkte sind maßgebend für unsere Untersuchung, welche Bedeutung die Gewerkschaftsbewegung für uns hat:

Erstens ihre jetzige Notwendigkeit innerhalb des liberalkapitalistischen Wirtschaftssystems und zweitens ihre künftige Notwendigkeit im Rahmen eines berufsständisch gegliederten nationalsozialistischen Staates.

Es sind also keine augenblicklichen taktischen Überlegungen, die wir bei der Betrachtung der Gewerkschaftsbewegung haben, sondern grundsätzliche Anschauungen, welche diktiert werden von unserem Verantwortungsbewusstsein gegenüber dem großen Heer der Besitzlosen, der sozial Entrechteten, dem Proletariat. Dieses entstand zwangsläufig mit der Industrialisierung Deutschlands im vorigen Jahrhundert, aufs Äußerste sozial bedrückt und schuf sich gegenüber einem sturen, liberal denkenden Unternehmertum Schutzorganisationen, um wenigstens die größten sozialen Schläge abzuwehren; die Arbeiterschaften oder wie sie sich später nannten, die Gewerkschaften. Unternehmertum und damaliger Staat hatten während des Aufkommens der sozialen Gegensätze für die neu entstandene Schicht der Arbeiter wenig übrig, man überließ sie ihrem Schicksal, ja man verachtete sie. Die Gründung der Gewerkschaften war somit eine Selbsthilfe, ein berechtigter Akt der Notwehr der Arbeiterschaft. Ihre Aufgabe bestand darin, die Arbeiter organisatorisch zusammenzuschließen, um so gesammelt die Angriffe des Unternehmertums auf Lohn und Arbeitszeit besser abwehren zu können. Später kamen noch die Bildungsbestrebungen hinzu, wie sich überhaupt der Drang bemerkbar machte, die Arbeiter in jeder angängigen Form kulturell aus ihrem dumpfen Dasein zu heben. Politik war gänzlich ausgeschlossen; dass das später anders wurde, steht auf einem anderen Blatt und wird im Laufe der nachstehenden Ausführungen seine Begründung finden. Die Gewerkschaften entwickelten sich dann nach und nach zu dem, was man heute gemeinhin unter „moderne Arbeiterbewegung“ versteht. Wie wir sehen, war die Geburt der Gewerkschaften in ihrer ursprünglichen Form eine zwingende geschichtliche Notwendigkeit, entstanden aus dem übermächtigen Druck einer wirtschaftlichen Herrschaftsschicht, die im Liberalismus geboren war, auf eine gänzlich besitzlose, unselbständige, dumpf gehorchende Masse von Lohnsklaven. So wurde wiederum, wie so oft, der Öffentlichkeit sichtbar gemacht, dass Druck stets Gegendruck erzeugt. Wir Nationalsozialisten können die Berechtigung dieser vor Jahren vollzogenen geschichtlichen Notwendigkeit nicht leugnen, umso weniger, als sie sich einem Gegner stellte, den auch wir rückhaltlos bekämpfen: den wirtschaftlichen Liberalismus oder besser gesagt, den Kapitalismus. Es liegt im Wesen des Kapitalismus, der in seinem schrankenlosen Machtbewusstsein selbst den Staat überrennt und ihn untertänig macht, dass er einen harmonischen sozialen Ausgleich in der Gesellschaft nicht kennt, nicht kennen kann und somit die Gegensätze zwischen Kapital und Arbeit ewig bestehen lässt. Solange deshalb dieser Kapitalismus nicht überwunden ist – was das große Ziel des Nationalsozialismus bleibt -, ist es nicht nur berechtigt, sondern unbedingt erforderlich, dass die sozial Entrechteten den Ausbeutungstendenzen in der geschlossensten Form Widerstand entgegensetzen. Kapitalismus ist unsittlich. Darum ist alles das sittlich berechtigt, was zu seiner Überwindung führt. Mithin sind auch in der heutigen Zeit die Gewerkschaften absolut berechtigt und notwendig. Wer das leugnet, leugnet das Bestreben zur Befreiung der Massen aus ihrer elenden sozialen Lage.

Wenn der Kapitalismus einmal überwunden ist, was wird dann aber aus der Gewerkschaftsbewegung? Muss sie verschwinden? Löst sie sich selbst auf? Hat sie ihre Daseinsberechtigung verloren? Der Nationalsozialismus hat sich als Ziel die Schaffung eines völkischen Staates und einer berufsständisch gegliederten Wirtschaft gestellt. Die Wirtschaft soll keine bisherige Profit-, sondern eine nationale Bedarfswirtschaft sein. Beides – Staat und Wirtschaft – soll mit dem Geiste und Wesen eines deutschen Sozialismus durchtränkt werden. Wir glauben nicht, dass in diesem großen geschichtlichen Werdeprozess, wo eine liberale, faulende Welt in Tausend Stücke geschlagen wird, die Gewerkschaftsbewegung etwa überflüssig geworden ist oder ihre Bedeutung verloren hat. Wir sind im Gegenteil der Meinung, dass sie sehr wichtig sein wird und vielleicht sogar ihre höchste Blüte erlebt, wenn sie von allen Schlacken parteipolitischer Ausnutzung gereinigt ist und sich auf ihre alten Grundlagen besinnt, die ihr erst den geschichtlichen Wert geben. Adolf Hitler sagt in seinem Werke „Mein Kampf“ (2. Band) über die Zukunftsaufgabe der Gewerkschaftsbewegung Folgendes: „Die Gewerkschaften sind vor allem notwendig als Bausteine des künftigen Wirtschaftsparlaments bzw. der Ständekammern.“ Damit ist alles Wesentliche eigentlich schon gesagt. Mannigfaltige Aufgaben, so vor allem in der Erziehung zum neuen Staats- und Wirtschaftsideal, eines neuen Berufsethos u.a. werden die Gewerkschaftsbewegung erwarten und sie wird diese zu lösen haben.

Wenn wir also die Frage stellen: „Was bedeutet für uns Gewerkschaftsbewegung?“, so glauben wir, sie dahingehend eindeutig beantwortet zu haben, dass wir die Entstehung und das Vorhandensein derselben als geschichtliche Notwendigkeit zwecks Erreichen sozialer Höherstellung der arbeitenden Massen ansehen und sie künftig auch als einen gewaltigen Hebel zur Standwerdung des entwurzelten Proletariats, sowie zum Mitschaffer an der berufsständischen nationalsozialistischen Wirtschaft betrachten. (…)

Gewerkschaften im nationalsozialistischen Staat

Wir haben nunmehr den Werdegang und die Taten der größten deutschen Gewerkschaftsbewegung in großen Umrissen verfolgt. Bei der Fülle des Materials, das zu verarbeiten war, konnte diese Schilderung nur ein Abriss werden. Es kam auch nicht darauf an, eine streng historische Geschichte der „freien“ Gewerkschaftsbewegung zu schreiben, sondern im Wesentlichen sollte untersucht werden, welche politischen Beweggründe und Wesenszüge dieser Gewerkschaftsbewegung eigen waren, die heute ihr Gesicht bestimmen. Schon eingangs wurde betont, dass der Nationalsozialismus nicht stumm oder uninteressiert an der Gewerkschaftsbewegung vorübergehen kann, wenn er sich zur Aufgabe gestellt hat, alle Lebensgebiete und –äußerungen der Nation neu zu formen. Das Ergebnis unserer Untersuchung ist nun dieses: Das, was wir heute als so genannte „freie“ Gewerkschaftsbewegung vor uns sehen, ist die Fälschung einer ursprünglichen, wesensgemäßen, auf sich selbst gestellten Arbeiterbewegung, die dazu das historische Recht beanspruchen kann, die geistige und organisatorische Keimzelle der heutigen Arbeiterbewegung in der Gesamtheit zu sein. Wenn also der Nationalsozialismus begreifen will, was die unbestreitbar größte deutsche Gewerkschaftsrichtung ist, so muss er, wie gesagt, die geistig-politischen Linien zu ergründen versuchen. Unsere Untersuchung hat in großen Umrissen ergeben, dass der ursprüngliche geistige Kern ein völlig unpolitischer und – wenn wir das Wesen einer Gewerkschaft an sich in der Totalität auffassen – deshalb höchst natürlicher gewesen ist. Die Geschichte ist Zeuge dafür, wie in der Erstlingszeit der Arbeitergewerkschaften harte, ja erbitterte Kämpfe um die Reinhaltung von allen den Gewerkschaften nicht dienlichen Ideen und Gedanken geführt wurden. Erst später, als Marx` Doktrinen entstanden, begannen die langsame Eroberung und die geistige Verseuchung der Arbeiterverbände. Man kann hier nicht von einer „Schuld“ derjenigen sprechen, die die ersten Führer der Arbeitergewerkschaften gewesen waren. Denn der ganze Arbeiterstand war – biologisch gesehen – im Volkstum jung und trächtig. Woher sollten da die vielen Führer kommen, die diese junge Schicht führen sollten? Führernaturen gab es damals nur wenig. Nein, es war nicht „Schuld“, sondern Verhängnis, dass der aufstrebende Arbeiterstand und seine ersten organisatorischen Formen – die Gewerkschaften – die Beute von entwurzelten, meist jüdischen Intellektuellen wurde. Nachdem das Gift erst einmal angeträufelt war, ging es langsam aber folgerichtig zur Zersetzung und Entartung aller ursprünglichen Zielsetzungen und Formen. Es entstand im Laufe der Jahrzehnte das – vornehmlich nach dem Kriege -, was wir die Verfälschung des reinen Gewerkschaftsgedankens nennen. Hierüber kann man ehrlich enttäuscht sein und das Eingetretene aufrichtig bedauern – aber zu ändern ist es nicht mehr. Nachdem die geschichtliche Entwicklung nun einmal so verlaufen ist und es keinen Stillstand im Leben der Nation gibt, wenn sie leben will, dann heißt es jetzt die Schäden radikal auszumerzen und den ursprünglichen – gesunden – Zustand (angepasst den entsprechenden Zeitverhältnissen und –bedürfnissen) wieder herzustellen. Mit anderen Worten: unsere Aufgabe ist, die größte deutsche Gewerkschaftsrichtung zu entpolitisieren, d.h. sie vom marxistischen Irrgeist zu befreien, ihre unfähigen und korrupten Führer zu entfernen und die Gewerkschaft wieder zu dem zu machen, was ursprünglich ihre eigentliche Aufgabe war: Die wirtschaftliche Interessenvertretung und beruflich-kulturelle Bildungsstätte im Dienste der Allgemeinheit, d.h. zu Nutz und Frommen von Volk und Staat. Aber wie wird sich das im kommenden nationalsozialistischen Staat vollziehen?

Zunächst noch eines: Bisher war immer nur die Rede von der „freien“ Gewerkschaftsrichtung, während die „christlichen“ Gewerkschaften sowie die Hirsch-Dunckerschen Gewerkvereine und – sofern man sie noch hinzuzählen will – die so genannten wirtschaftsfriedlichen („gelben“) Organisationen nicht erwähnt worden sind. Die Erklärung ist einfach. Von den Anfang 1928 (andere Zahlen liegen noch nicht vor) insgesamt 8.396.338 organisierten Gewerkschaftsmitgliedern Deutschlands entfielen auf die „freie“ Gewerkschaftsbewegung 4.889.992, auf die „christliche“ Gewerkschaftsrichtung 1.171.697, auf alle übrigen („Freiheitlich-nationale“ Gewerkschaftsrichtung, Wirtschaftsfriedliche, selbständige Verbände usw.) zusammen 2.334.649 Mitglieder (Angaben aus „Jahrbuch der Berufsverbände im Deutschen Reiche“, Ausgabe 1930). Aus diesen Zahlen ist zu ersehen, dass die „freie“ Gewerkschaftsrichtung weit über die Hälfte aller anderen Gewerkschaftsmitglieder für sich buchen kann. Da sie außerdem zur ergebenen Schutztruppe des Marxismus zählt, ist sie für den Nationalsozialismus der erste Faktor. Da im Übrigen bei den anderen Gewerkschaftsrichtungen der geistige Standort und das geschichtliche Werden jeweils ein anderes ist, würde bei Behandlung dieser Richtungen der Rahmen der vorliegenden Schrift gesprengt werden. In diesem Zusammenhang interessiert nur das eine, dass der nationalsozialistische Standpunkt, welche Stellung die Gewerkschaften im Dritten Reich einnehmen, für die Gewerkschaften aller Richtungen gilt.

Das Ziel des nationalsozialistischen Kampfes ist die Schaffung eines kraftvollen völkischen Staates und einer berufsständisch gegliederten Wirtschaft. Die heutige Wirtschaftsanarchie, hervorgerufen durch den Geist des Liberalismus, soll abgelöst werden durch eine Wirtschaftsordnung, die vom Geist eines deutschen Sozialismus, der Jedem das Seine gibt, erfüllt ist. Das bedingt die Zusammenarbeit aller, die im Wirtschaftsprozess tätig sind. Das sind also sowohl die Inhaber und Leiter der Wirtschaftsunternehmungen als auch die Arbeiter der Hand und des Kopfes. In der nationalsozialistischen berufsständisch gegliederten Wirtschaft ist somit nicht das Neben- und Gegeneinanderarbeiten, sondern das Miteinanderarbeiten oberstes Gesetz. Nur auf dieser Basis kann die gesamte soziale Materie, die nun einmal vorhanden ist und deshalb respektiert werden muss, reibungslos und ohne jedwede Benachteiligung des einen oder der anderen behandelt werden. Gerade die Millionenmassen deutscher Menschen, die täglich ihr Brot verdienen müssen, und der überaus kunstvoll gegliederte Bau der deutschen Wirtschaft verlangen gebieterisch dieses Gemeinschaftsprinzip.

Für diese Gemeinschaftsarbeit sind auf Seiten der Arbeiter und Angestellten die gegebenen und berufensten organisatorischen Formen die Gewerkschaften. Allerdings in selbstverständlich veränderter Form und Zielsetzung wie heute. Die heute durchweg politisierten Gewerkschaften – gleichgültig ob sie „freie“, „christliche“ oder „freiheitlich-nationale“ heißen – haben daher in der nationalsozialistischen Wirtschaft ihr Gesicht zu ändern. Die Politik betreibt der Staat in seiner Führung zum Wohle und Ansehen des Volkes; die Wirtschaft dient dem Staat und sieht ihre oberste Aufgabe ausschließlich in der natürlichen Befriedigung der Bedürfnisse des Volkes und schafft somit Arbeit und Brot. Bei dieser Zielsetzung der Wirtschaft, die gerecht und natürlich ist, sind alle Störungsmomente, wie etwa die Beibehaltung rein politischer Gewerkschaften, volksfeindlich. Darum duldet der nationalsozialistische Staat dieses nicht und sieht deshalb seine erste Aufgabe auf dem Gebiete des Gewerkschaftswesens darin, dieses zu entpolitisieren. Aber er geht noch einen Schritt weiter und widerlegt damit am schlagendsten die frechste Lüge, die die Feinde des Nationalsozialismus in Umlauf gesetzt haben: nämlich unsere angebliche „Gewerkschaftsfeindlichkeit“. Durch ein Dekret werden die Gewerkschaften zu Staatsorganen erklärt und haben somit mit einem Schlage eine Stellung erreicht, die sie in ihren früheren jahrzehntelangen Kämpfen nicht erreicht haben und auch nie erreicht hätten. Durch diese Maßnahme werden die bisherigen Gewerkschaften aus der Sphäre des heutigen lästigen Geduldetseins emporgehoben und innerhalb der ständischen Wirtschaft organisch eingegliedert. Der nationalsozialistische Staat wird sein Augenmerk ferner darauf richten, dass der letzte Arbeiter der Hand und des Kopfes den Berufsverbänden beitritt, um ihm mitverantwortlich im nationalen Wirtschaftsprozess, aber auch mitbesitzend zu machen. Bis auf den heutigen Tag hat die gesamte Gewerkschaftsbewegung bedeutend weniger als die Hälfte aller Arbeitnehmer organisatorisch erfasst, dafür aber einen ungeheuren Betriebsterror ausgeübt. Der nationalsozialistische Staat will aber auch den letzten Volksgenossen irgendwie verantwortlich machen, denn nur durch Leistung entsteht ein Anspruch auf gerechten Lohn.

Die Aufgaben der Gewerkschaften im nationalsozialistischen Staat, oder besser gesagt im Rahmen der ständischen Wirtschaft, sind groß. Lohn- und Tarifwesen, Arbeitsschutz, Gewerbehygiene, berufliches Bildungswesen, kurz fast das gesamte sozialpolitische Gebiet wird weiterhin zum Aufgabenkreis, in verständnisvoller Zusammenarbeit mit anderen Faktoren, gehören. Es ist müßig, sich heute schon in die Einzelfragen zu vertiefen, während noch um die große politische Auseinandersetzung gerungen wird. Aber eines steht fest, dass das Gewerkschaftswesen unter nationalsozialistischer Führung seine höchste Blüte erleben wird, weil wir es wieder auf seine gesunden und natürlichen Grundlagen zurückführen und somit die Voraussetzung für ein organisches Wachstum schaffen. Darum sind uns heute nicht so sehr die Details entscheidend, sondern der unbeugsame Wille, jetzt erst einmal die Gewerkschaftsbewegung aus der augenblicklichen Versumpfung herauszureißen, in der sie unterzugehen droht, und die klare Erkenntnis, dass sie Schöpferkraft genug besitzt, um im Dienste des Staates und Volkes (und nicht einer Partei) Großes zu leisten.

Wohl wissen wir, dass zu dieser großen Aufgabe Menschen, Persönlichkeiten notwendig sind, damit sie geleistet wird. „Das ist am fruchtbarsten in der Entwicklung der jungen Volkstumsschicht, dass sie keine Aristokratie züchtet. Denn davon hängt der Aufstieg ab, dass sie menschliche Ideale bilden, dass ein vorbildhafter höherer Schlag herauswächst, dem die Masse nachstrebt“, sagt mit Recht August Winnig. Jawohl, diese Aristokratie von neuen Arbeiterführern der Hand und des Kopfes müssen wir heranbilden, wenn wir gerade vor der Geschichte stehen wollen. Mit den alten Gestalten, alle schuldbeladen und zermürbt, geht es nicht mehr. Und wir wollen sie auch nicht. Unser Stolz muss es verbieten, mit ihnen zu paktieren, wo wir ein Neues, das sozialistische Deutschland des 20. Jahrhunderts aufbauen wollen. Hier müssen unbelastete Baumeister beginnen, die alle Brücken von Kindheit an mit der alten liberalistisch-marxistischen Welt abgebrochen haben. Nur solche Naturen werden fähig sein, das schwere, sehr schwere Werk der Neuordnung, den Staat der Zucht, der Disziplin und des Willens, aufzubauen und ihn zu schützen.

Wir haben den Glauben, dass diese neuen Aristokraten der Arbeit aus den dumpfen Massen der heute entrechteten Proletarier emporsteigen, weil wir an den deutschen Arbeiter glauben. Wir sehen es nicht als „gottgewollt“ an, dass diese ewig ohne Licht und Freude durchs Leben gehen sollen, weil das ungerecht ist. Wir wollen, dass alle Deutschen freie Volksgenossen werden, denn nur dann erwachen Ideale. Wir wissen, dass unser Ruf da unten verstanden wird, weil wir die Freiheit bringen werden. Darum werden sich hier und dort Köpfe regen, die zu Führern emporwachsen und ihre Sendung erfüllen. Wir werden sie willkommen heißen und zu harten Menschen machen, denn hart wird die Zeit werden und unsere Aufgabe gigantisch.

So müssen und werden wir uns mit den ärmsten Volksgenossen verbinden, da sie die getreuesten sind, und aus ihren Reihen wird dereinst ein Adel entstehen, der Deutschland für immer bis zum letzten Zentimeter Boden heroisch verteidigt:

Das deutsche Arbeitertum!

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Eine Antwort zu “Nationalsozialismus und „freie“ Gewerkschaften

  1. Wladimir Februar 18, 2010 um 5:58 pm

    Der Muchow-Beitrag ist ein absoluter „Knaller“. Gibts das gleichnamige Buch noch irgendwo ???

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